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Viel Wirbel um Windräder

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Peiting - Das Thema Windkraft beschäftigt jetzt gemeindeübergreifend die Kommunen Rottenbuch und Peiting: Inwiefern tangiert die Vorgehensweise des benachbarten Rottenbuch auch Peiting?

Eigentlich ist es eine Formalie: Die Gemeinde Rottenbuch hat einmal mehr dem Gemeinderat Peiting einen Beschluss zur Zustimmung vorgelegt. Es geht wieder um das Lieblings-Thema Windkraft, offiziell um die Änderung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan.

Wichtig ist daran für Peiting: Die Gemeinde Rottenbuch hat beim Überarbeiten des Flächennutzungsplanes keine Konzentrationsflächen für Windkraft vorgesehen. Vor allem im Bezug auf den Schnaidberg, an dem die Gemeindegrenze verläuft, ist das auch für Peiting ein wichtiges Detail. Immerhin möchten die Peitinger ihren Schnaidberg frei halten.

Und gerade, weil in Sachen Windkraft so wenig geklärt ist, hat das Thema einmal mehr viele Fragen aufgeworfen. Bei SPD-Gemeinderat Herbert Salzmann zum Beispiel die, ob ein Interessent, der alle Auflagen erfüllt, einfach so auf Rottenbucher Flur an die Peitinger Gemeindegrenze ein Windrad aufstellen könnte.

Grundsätzlich habe die Gemeinde alle Möglichkeiten, die sich einer Kommune bieten, etwas zu unternehmen, so Jochen Rohrmoser, Leiter des Marktbauamtes ziemlich unkonkret zur ebenfalls unkonkreten Gesamtsituation. Fest steht: „Wir wissen sehr früh Bescheid, wenn sich in Rottenbuch was tut. Grundsätzlich wollen die Rottenbucher gar keine Windkraft - ob sie das schaffen, ist eine andere Sache.“

Ja, denn: Gar keine Anlagen wollen - das heißt noch lange nicht: Gar keine Anlagen kriegen. Darauf wies CSU-Gemeinderat Norbert Merk hin. Eine Negativ-Planung sei rechtlich nicht haltbar so Merk. Will heißen: Wenn eine Gemeinde kategorisch den Bau von Windrädern auf ihrem Gemeindegebiet ablehnt, kann ein Investor, der alle Auflagen erfüllt, am Wunschstandort bauen. Schließlich handelt es sich um ein privilegiertes Vorhaben. „Wenn die Fläche auf dem Schnaidberg auf Rottenbucher Flur also geeignet ist, könnte es uns passieren, dass dort was gebaut wird, was wir dort nicht haben wollen“, so Merk.

Keine Angst, wiegelte Jochen Rohrmoser ab. „Die Rottenbucher wollen noch weniger ein Windrad dort haben, wo wir es nicht haben wollen.“ Eine Negativ-Planung sei in Rottenbuch nicht geplant, wissen Rohrmoser und Bürgermeister Michael Asam von einer Besprechung, die vor wenigen Tagen in Rottenbuch stattgefunden hat. Rottenbuch und Böbing hatten die Bürgermeister aller umliegenden Gemeinden eingeladen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen, so Asam.

Übrigens: Für Peiting, so verriet Asam bedeutungsschwanger am Dienstagabend im Gemeinderat, gäbe es ohnehin ganz neue Erkenntnisse in Sachen Windkraft. Diese habe der Planungsverband mitgeteilt. Die neuen Erkenntnisse beziehen sich offenbar insbesondere auf die Themen Vogelarten und Flugplatz in Peiting.

Will heißen: Offenbar funktionieren einige Standorte doch nicht, die Projektplaner bereits ins Auge gefasst hatte. Wird der kleine Peitinger Flugplatz, gegen den die Gemeinde eigentlich hatte gerichtlich vorgehen wollen, nun noch zum Segen bei der Vermeidung unerwünschter Windräder? Es sieht danach aus. Eine „ausführliche Stellungnahme des Flugamts der Regierung von Oberbayern“ dürfte in den nächsten Wochen ins Haus flattern. Und dann? „So mancher Projektplaner wird seine Überraschung erleben“, glaubt Asam. Es bleibt also spannend.

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