Richtung Hauptplatz Peiting bleibt alles beim alten, der Gemeinderat stimmte gegen die Vorfahrtsänderung. bse-pictures
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Richtung Hauptplatz Peiting bleibt alles beim alten, der Gemeinderat stimmte gegen die Vorfahrtsänderung.

Vorfahrt bleibt in Peiting wie sie ist

Schongau - Den Hauptplatz zu beruhigen war das eigentliche Ziel, nun gibt es weder eine Vorfahrtsänderung am Hirschvogeleck noch eine Lösung für die Einmündung Meierstraße/Ammergauerstraße.

Überlegungen für das so genannte Hirschvogeleck - Kreuzung Schongauer Straße/Hauptplatz/Poststraße/Müllerstraße - gibt es in Peiting schon seit vielen Jahren. Letztlich scheiterten die Vorschläge, die im Arbeitskreis Ortsentwicklung Verkehr in zwei Sitzungen erarbeitet worden waren, an der Mehrheit im Gemeinderat. Den Hauptplatz verkehrsberuhigt zu gestalten und dafür die Achse Schongauer Straße/Poststraße vorfahrtberechtigt zu machen, war nur ein Vorschlag des Gesamtpaketes. Außerdem stand der Vorschlag zur Abstimmung, die Straßenführung Meierstraße/Ammergauer Straße Richtung Dragoner als Vorfahrtstraße auszuweisen. Zusätzlich sollten bauliche Maßnahmen den Verkehr in der Ortsmitte verlangsamen - lediglich die Verkehrsinseln an den Ortseinfahrten fanden eine Mehrheit.

Ausführlich Zeit wollte Bürgermeister Michael Asam seinem Gremium geben, um die Thematik Verkehrsberuhigung des Peitinger Hauptplatzes zu diskutieren - diese wurde mehr als ausgenutzt. „Es ist kompliziert, aber es ist gut, weil jeder stehenbleiben muss - durch die Maßnahmen wird es nur schwieriger, gefährlicher und teurer“, so die Ansichten Adolf Kapfers (SPD). Nachdem das Verkehrsgutachten belege, dass ein Großteil des Schwerlastverkehrs in Peiting bleibt, könne man diesen höchstens verlagern, so Fraktionskollege Herbert Salzmann. Außerdem gebe es am Hauptplatz fast keine Anwohner im Vergleich zur Füssener Straße. „Keiner aus der Fraktion sieht es so, dass wir es machen sollen wie vorgeschlagen.“

Gerhard Heiß (CSU) schloss sich den Vorrednern aus der SPD an und befürchtete sogar, dass Peiting wegen der vorgeschlagenen baulichen Beruhigungen zum „Schikanen-Ort“ verkommt. Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) verstieg sich zwischenzeitlich zu der Aussage, dass die Mitglieder des Arbeitskreises wohl hauptsächlich im Büro säßen (oder dies zumindestens „gescheiter wäre“). „Die Durchgangsstraße ist die Lebensader, die brauchen wir“, so Barnsteiner.

Asam verbat sich verbale Angriffe gegen den Arbeitskreis - neben dem Bürgermeister sind Vertreter aller Fraktionen, Peitinger Bürger und die Polizei mit dabei - und die AK-Ergebnisse: „Das klingt ja so, als wäre der Vorschlag das Papier nicht wert.“ Asam erinnerte daran, dass es die Prämisse des Gemeinderats gewesen sei, den Hauptplatz zu beruhigen. In das gleiche Horn stieß dann auch Herwig Skalitza (CSU): „Es ist schon fast unmöglich, in Peiting etwas zu bewegen.“ Die Marktgemeinde sei ein Fremdenverkehrsort - es könne nicht angehen, dass Bürger und Besucher „am Hirschvogeleck wie die Hasen rüberspringen“. Er sah die Vorschläge des Arbeitskreises sogar „als letzten Kraftakt, um etwas zu ermöglichen, was 20 Jahre nach der Umgehungsstraße notwendig ist“.

Peter Ostenrieder (CSU) stellte dann klar, warum der Arbeitskreis eingesetzt worden war, nämlich um eine aktive attraktive Peitinger Ortsmitte zu bekommen. Er erachte das Gesamtpaket, die Ortseingänge mit Schikanen (Inseln) zu beruhigen und gleichzeitig ein Ortszentrum zu schaffen, in dem man sich aufhalten könne, als sinnvoll. Weil es jedoch keinen Königsweg gebe, solle man per Bürgerentscheid im Rahmen der Kommunalwahlen alle Peitinger mitreden lassen. Ostenrieder: „Es ist eine historische Entscheidung, die den Ort verändern wird, lasst die Bürger entscheiden.“

Während Vize-Bürgermeister Franz Seidel (Bürgervereinigung) davor warnte, daraus ein Wahlkampfthema zu machen, schlug Bürgermeister Asam einen ganz anderen Weg vor. Als Mitglied des Gremiums sei er zu der Überzeugung gekommen, dass er den AK-Vorschlag gerne ausprobieren würde. „Nachdem niemand genau vorhersagen kann, wie sich die Maßnahmen auswirken, und weil es für Peiting eine zukunftsweisende Entscheidung ist, bin ich für einen Versuch.“ Nach einer Testphase könne man dann problemlos ein Ratsbegehren starten.

Mit 9:12 Stimmen (namentliche Abstimmung) wurde der Vorschlag Asams abgelehnt. Nur sechs Gemeinderäte sprachen sich dann für die veränderten Vorfahrtsregeln aus, also eine klare Ablehnung des AK-Vorschlags.

Elke Robert

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