Vortrag über die Hl. Crescentia: 40 Minuten unter Wasser und überlebt

Schongau - Über das Wirken der Heiligen Crescentia hat Karl Pörnbacher beim Bayernbund einen Vortrag gehalten

Der deutschsprachige Raum hat mit Crescentia Höß von Kaufbeuren seit dem 25. November 2001 eine neue Heilige: „In der Leuchtkraft ihres Lebens sehen wir, was Christsein heißt“, sagte Kardinal Wetter nach ihrer Heiligsprechung.

Zum zehnten Jahrestag der Heiligsprechung von Crescentia Höß referierte Karl Pörnbacher jetzt in Schongau über die Person der Kaufbeurerin und über die erforderlichen Voraussetzungen für eine Heiligsprechung. Dazu eingeladen wurde der Historiker aus Sachsenried vom Bayernbund, Kreisverband Weilheim-Schongau/Garmisch- Partenkirchen.

Karl Pörnbacher war der Vizepostulator in der Vorbereitung dieser ersten Heiligsprechung einer Persönlichkeit aus der Diözese Augsburg seit über 1000 Jahren. Crescentia Höß wurde am 20. Oktober 1682 als sechstes von acht Kindern in Kaufbeuren geboren. Vom Vater hatte sie das Weberhandwerk gelernt. Anna, die spätere Crescentia, war in jungen Jahren bereits durch ihr klares Urteilsvermögen, ihre ungewöhnliche religiöse Aufgeschlossenheit und ihre rasche Auffassungsgabe aufgefallen. „Sie konnte die Sonntagspredigt des Pfarrers wortwörtlich wiederholen“, erinnerte Pörnbacher und fügte an: „Sie war eine ziemlich normale Person, die grantig werden konnte, gerne im Garten arbeitete, Pferde und Musik liebte.“

Mit 21 Jahren wurde sie in die Gemeinschaft aufgenommen und 1741 einstimmig zur Oberin gewählt. Danach prägte sie drei Jahre ihren Konvent spirituell und praktisch, verfasste Gebete und religiöse Gedichte. Sie starb im Alter von 61 Jahren.

„Was bedeutet heilig?“, fragte der Referent und gab gleich selbst die Antwort: „Zu jemandem gehören, zu Gott gehörend.“ Heilige seien eben Menschen, die sich für andere eingesetzt haben. „Heilige dürfen verehrt werden, müssen aber nicht“, meinte der Sachsenrieder.

Das Wunder, das Crescentia zugeschrieben wird, ereignete sich 1986: In einem Wehr bei Kaufbeuren sind zwei Mädchen ertrunken. 35 bis 40 Minuten waren sie unter Wasser. Entgegen des Rates eines Arztes wurden sie dennoch reanimiert. Eines der Mädchen starb, das andere ist nach mehreren Wochen im Koma völlig ohne Schaden allerdings wieder aufgewacht. Die Eltern hatten damals Crescentia und die Schwestern im Kloster angerufen: „Helft uns mit Eurem Gebet“. Jetzt sei sie eine junge Frau, allerdings „keine besonders fromme“. Für das Wunder gebe es noch eine Unmenge von Zeugen.

Im Prozess der Heiligsprechung waren Anwalt, Gutachter und sieben Ärzte beschäftigt. Zeugen wurden vernommen. Fazit: Nach heutigem Stand der Medizin ist die Heilung des Mädchens nicht erklärbar. „Nach zwei Jahren war die Sache durch“, sagte Karl Pörnbacher nicht ohne Stolz. Am 25. November 2001 wurde Crescentia Höß heiliggesprochen.

„Sie erzählen spannend wie ein Krimiautor“, meinte Altlandrat Luitpold Braun nach dem Vortrag im Gasthof „Zur Traube“ in Schongau. Ludwig Bertl, der Vorsitzende des Bayernbund-Kreisverbandes, sagte ebenfalls anerkennen: „Wir sehen diesen Vortrag auch als bayerischen Kontrapunkt gegen das überflüssige importierte Halloween-Fest.“

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