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So schön und wertvoll ist Holz: Am Waldort Gut Kinsegg zeigte die Forstbetriebsgemeinschaft Füssen Interessantes zum Rohstoff Holz.

Waldort Gut Kinsegg

So wertvoll ist der Rohstoff Holz

Bernbeuren - Ein Tag lang stand im Waldort Gut Kinsegg ein besonderer Rohstoff im Fokus: Holz. Die Idee dazu hatte Christa Rodenkirchen, die meinte, unsere Welt wäre ohne diesen Stoff nicht denkbar.

„Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder“. Diesen von Theodor Heuss stammenden Satz hatte Christa Rodenkirchen in den Mittelpunkt ihrer Begrüßung zum Tag des Holzes gerückt. Die Idee zu diesem speziellen Tag habe sie schon länger gehabt, gestand die Leiterin des Waldortes, einen Tag mit Blick auf einen besonderen Rohstoff.

Ein Bildhauer zeigte die gute alte Handwerkskunst.

„Eine Welt ohne Holz und Produkte aus Holz ist undenkbar“, sagte sie. Nicht nur, dass Holz der einzige nachhaltig wachsende Rohstoff sei, Holz ist der beste Kohlendioxidspeicher, den man sich vorstellen könne, solange es nicht verrottet oder verbrannt werde, erklärte die Waldpädagogin den anwesenden Gästen, Interessierte ebenso wie Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner, vor allem aber den beteiligten Holzbildhauern und Motorsägenkünstlern, Handwerkern, Schreinern, Ausstellern und Musikern, die mit ihrer Kunst dazu beitrugen, die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Holzes darzustellen.

So hatte Rodenkirchen unter anderem Holzbildhauerin Anna Pfanzelt aus dem benachbarten Sameister eingeladen, die für ihr Gesellenstück, einer liegenden Kuh, 2006 den Bayerischen Staatspreis erhalten hatte. Einen besonderen Auftrag erhielt Veronika Streidl. Die Uffinger Holzbildhauerin und Motorsägenkünstlerin wird die Fichtensäulen am Waldrand im Waldort gestalten.

Man habe die Bäume fällen müssen, erzählte Rodenkirchen, die der Fällaktion aber noch etwas Gutes abgewinnen wollte. Deshalb blieben vier der Bäume, als etwa drei Meter hohe Stümpfe stehen, die nun mit der Säge gestaltet werden und als Eingangspforte zum Wald fungieren sollen. Zu sehen waren die Entwürfe für das Portal, wobei die Besucher mit entscheiden sollten, was verwirklicht wird.

Musiziert wurde am Tag des Holzes auch. 

„Holz spricht alle Sinne an, inspiriert Künstler, Dichter, Fotokünstler, Musiker, Kinder beim Werkeln und Gestalten“, erinnerte Rodenkirchen. Daher sei der Waldort Gut Kinsegg der richtige Ort, um diesem Rohstoff einmal aus verschiedensten Blickwinkeln nahe zu kommen. „Wir im Waldort wollen nicht nur Wissen vermitteln, wir wollen auch die Sinne ansprechen“. Man versuche, so die Pädagogin, die unter anderem auch im Walderlebniszentrum in Füssen tätig ist, die Besucher für den Wald zu begeistern, den Blick auch für kleine und unscheinbare Dinge zu schärfen. Aber auch zu vermitteln, wie wichtig eine nachhaltige Nutzung von Wäldern für die Menschen sei.

So gab es neben den Ausstellern im Zentrum, die auch die Holznutzung zeigten, etwa dem Bidinger Ehepaar Cordula und Joachim Weber, die über den Geigenbau in Füssen berichteten, auch eine Baumpflanzaktion. Eine Aktion, die so nicht möglich geworden wäre ohne das Engagement der Kreisbäuerin Silvia Schlögel. „Sie war maßgeblich am heutigen Tag beteiligt“, so Rodenkirchen, hatte Schlögel doch eine große Spende im Gepäck. Geld aus dem Erlös eines Kochbuchs aus der Wald- und Wiesen-Küche, das explizit für die Waldpädagogik eingesetzt werden sollte.

Gepflanzt wurden alternative Bäume für eine nachhaltigere Zukunft. Dabei ging Rodenkirchen auf das Prinzip der Waldwirtschaft ein. Denn Nachhaltigkeit beinhalte immer drei Aspekte: Ökologie, Ökonomie und das Soziale. „Wir im Waldort sehen die Natur nicht nur von ihrer isolierten Seite, wir sehen auch die Menschen, die in ihr und mit ihr arbeiten“.

Oliver Sommer

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