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Die Ammerschlucht auf der dritten Etappe zwischen Hohenpeißenberg und Rottenbuch ist ein Sorgenkind.

König-Ludwig-Weg

Wanderspaß mit Schönheitsfehler

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123 Kilometer Länge, fünf Etappen: Der König-Ludwig-Weg von Berg durch den Pfaffenwinkel bis Füssen ist eine der beliebtesten Wanderungen Deutschlands. Doch der Traumpfad auf des Märchenkönigs Spuren hat einen Schönheitsfehler: In der Ammerschlucht macht ausgerechnet die Natur Sorgen.

Weilheim-SchongauZur Feier an diesem 1. Oktober 1977 erscheint Prinz Luitpold von Bayern. An diesem Tag wird der neue König-Ludwig-Weg eröffnet, der an den legendären „Kini“ erinnert. Aus ganz Deutschland sind Pressevertreter angereist. Von Starnberg aus macht sich die Festgesellschaft mit dem Bus auf zur Ammerschlucht bei Peiting, wo an der Schnalz-Hütte Blasmusik, Trachtlertänze und Bier warten. Schon 1978 gibt es die Urlaubspauschale „Wandern ohne Gepäck“, eine deutschlandweite Premiere. 40 Jahre später ist der König-Ludwig-Weg noch immer das Premiumprodukt, das Urlauber aus aller Welt in den Pfaffenwinkel zieht. Allerdings ist just die Ammerschlucht zwischen Peiting und Rottenbuch ein Sorgenkind geworden.

Auf fünf Etappen führt der Weg von Berg bis Füssen. Es gibt 19 Stationen, davon neun im Landkreis.

Allgemein sei der Weg „in einem guten Zustand“, sagt Susanne Lengger, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Pfaffenwinkel. Probleme gebe es wenig. Um den Unterhalt auf den Etappen kümmern sich die Gemeinden oder der Staatsforst. Der Tourismusverband ist für die Beschilderung zuständig. Das klappt eigentlich gut. Bis auf das Problemkind in der malerischen Ammerschlucht. „Dort ist es von der Pflege her schwierig“, sagt Lengger. Feuchte Böden, abrutschende Hänge und Hochwasser lassen den Pfad leiden. Der Peitinger Bauhof und die Gemeinde Rottenbuch haben in jüngster Zeit schon viel getan – aber es gebe Handlungsbedarf. Allerdings herrscht bei der Sanierung „ein Spannungsfeld“, wie es die Geschäftsführerin nennt: Den Weg könne man nicht ausbauen und sichern, weil er sonst seinen natürlichen Charakter verliere.

Denn gerade die Natur ist es neben dem „Kini“, die die Wanderer anzieht. „Es ist ein Weg, der auch international bekannt ist“, sagt Lengger. „Der Königsweg zieht einfach.“ Als einziger Wanderweg im Programm gibt es für ihn einen englischen Flyer. Zwei Reiseveranstalter, aus Landsberg und Österreich, bieten auf ihm Wandertouren an. Genaue Besucherzahlen für den Weg gibt es jedoch nicht. Der Pfaffenwinkel-Tourismus verzeichnete 2016 insgesamt 773 641 Übernachtungen und 199 556 Gästeankünfte – 2017 wird es wohl eine weitere Steigerung geben. Lengger begründet die starke Nachfrage auch mit einer Renaissance des Wanderns. Gerade die Fernrouten „sind absolut noch zeitgemäß und total in“, sagt sie. Auch wenn, wie im Fall des König-Ludwig-Wegs, vor allem ältere Urlauber zu sehen sind. Jüngere, so Lengger, würden dagegen eher auf dem Jakobsweg pilgern. Einen eigenen Werbeetat für die „Kini“-Route gibt es im Tourismusverband nicht. Für 2018 beträgt der Haushalt um die 600 000 Euro. 140 000 Euro stehen für Werbung bereit, rund 120 000 Euro werden allein ins Marketing gesteckt.

Die Tassilo-Linde in Wessobrunn ist auf der zweiten Etappe eine offiziell beworbene Station

Zum 40-Jährigen gibt es für den König-Ludwig-Weg heuer mit etwas Verspätung eine Auffrischung. Im Frühjahr werden auf allen Etappen circa zehn Themenbänke aufgestellt. Kosten für den Verband: rund 8000 Euro. Dazu gibt es diverse Infoschilder, aber nicht mehr. Denn: „Die Landschaft steht für sich selbst“, betont Lengger.

In den vergangenen Jahren hat der Tourismusverband sein neues Wanderwegekonzept umgesetzt. Die Rundkurse sind bewusst eine Alternative zu den Fern- und Mehrtagesrouten. Doch nicht alle Gemeinden waren bereit, da mitzumachen. Das kleine Antdorf dagegen investierte viel in seine „Betbichlrunde“: Rund 50 000 Euro flossen laut Bürgermeister Klaus Kostalek in Wegebau, Panoramapunkt mit alter Kirchenglocke und hergerichtete Lourdes-Grotte. Etwa 20 000 Euro Förderung von der EU gab es. Für den Rathauschef hat es sich gelohnt: „Der Weg stärkt die Attraktivität unseres Ortes. Da gehen ganze Gruppen.“ Außerdem profitiere von den Wanderern die heimische Gastwirtschaft.

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