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Einsatzbereit: Der neue Bootsanlegesteg am Schongauer Lido, hier auf dem Bild getestet von Mitgliedern der Wasserwacht.

Schongauer Lido

Wasserwacht hat neuen Bootssteg

Schongau - Innerhalb weniger Stunden war es vollbracht: Die Wasserwacht hat am Schongauer Lido einen neuen Bootsanlegesteg bekommen. Innerhalb weniger Stunden war der Steg am Freitag gebaut und ist einsatzbereit.

Er war in die Jahre gekommen: der Bootsanlegesteg der Wasserwacht Ortsgruppe Peiting-Schongau am Schongauer Lechstausee. Die jährlich anfallenden Reparatur-, Streich und Ausbesserungen standen nicht mehr im Verhältnis zur Arbeit. Ein neuer Steg musste her. Natürlich auch eine schnelle Entscheidung, denn die kommende Badesaison am Lido naht.

„Über 40 Jahre hat die alte Stegkonstruktion gehalten und gute Dienste geleistet“, erinnert sich Magnus Magg. Der langjährige Vorstand und derzeitige Naturschutzbeauftragte der Wasserwacht war mit dabei, als der alte Bootssteg gebaut und angebracht wurde. „Durch eine großzügige Spende der Papierfabrik konnten wir uns damals dieses Projekt leisten“, ergänzt er. Und darüber hinaus durch den glücklichen Umstand, einen Schlosser von ehemals Haindl als Mitglied in den eigenen Reihen zu haben.

Dieser Mann vom Fach baute damals das Teil genau nach Entwurf. Bauen ist eigentlich nicht ganz korrekt. Vielmehr schweißte er aus V-Stahl die gesamte Unterkonstruktion. Genau, exakt und ohne irgendwelche exotischen abenteuerlichen Schweißnähte. Das Ding sollte ja schwimmen, sich noch dazu dem Schwellbetrieb angleichen. Die Querbretter aus Holz wurden darauf befestigt. Fertig.

Jetzt konnte mit dem Rettungsboot sicher angelegt werden, ohne Beschädigungen am Bootskörper. Auch das Ein- und Ausbringen einer Rettungstrage war jetzt ohne großen Zeitverlust möglich. Ein angenehmer Nebeneffekt: Bei Sonnenschein sollen auch erste zarte Bande auf dem Steg geknüpft worden sein.

40 Jahre ist das jetzt her. Der alte Steg war in die Jahre gekommen, ein neuer musste her. Fast einen Sommer lang hatten die Verantwortlichen um Vorsitzende Franziska Hasselmann Zeit, konnten den Badesteg der Stadt am Lido begutachten. Material, Eigenschaften und Verhalten bei Schwellbetrieb wurden beurteilt. Das Urteil gefiel. Die Entscheidung fiel auf die selbe Firma, die schon Badeinsel und Badesteg geliefert und montiert hatte. Die Hessische Firma Duwe & Partner bekam den Zuschlag.

Der Aufbau am vergangenen Samstag fast ein Kinderspiel. Ähnlich wie Duplo-Steine zusammensetzen. Schwimmende natürlich. In der Größe von 50 mal 100 Zentimeter, oder 50 mal 50. Zusammenklicken, Bolzen rein, eine Vierteldrehung mit einem Spezialschlüssel. Passt.

Die Länge des Stegs ist fast identisch mit dem alten, nur in die Breite erweiterte man um 50 Zentimeter. „Das gibt wesentlich mehr Sicherheit beim Entladen einer Rettungstrage“, erklärt Magnus Magg.

Besonders erwähnenswert: Auf alle Fälle mal 20 Jahre Garantie und kein Streichen der Holzbretter mehr. Befestigt wurde die gesamte Konstruktion an zwei in die Betonmauer verdübelte Eisenplatten. Hier hat Harald Hackl, der technische Leiter der Wasserwacht, mit dem Lieferanten Duwe die Bohrungen vorgenommen und Verspannungen gesetzt. Der neue Steg soll ja trotz Schwellbetrieb bombenfest halten, wenn ab Mitte Mai der Wochenend-Wachdienst für die Ortsgruppe beginnt.

Übrigens: Der ausgediente Steg wird keinesfalls zum alten Eisen geworfen. In abgewandelter Form kommt er in Böbing wieder zum Einsatz. Die Gemeinde hat ihn erworben. Vielleicht werden dort auch wieder zarte Bande geknüpft.

Hans-Helmut Herold

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