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Wasserwelle und Bob-Frisur neu aufgelegt

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Nach ihren Beeen is janz Berlin verrückt – zumindest im Lied, das Johanna Neudert sang.  os
Nach ihren Beeen is janz Berlin verrückt – zumindest im Lied, das Johanna Neudert sang. os

Schongau - Vor zwei Jahren bereits inszenierten die Schüler des Welfengymnasiums eine Zwanziger-Jahre-Revue im Lagerhaus. Mit Reminiszenzen an eine scheinbare heile Welt.

Nun gab es eine Neuauflage mit den Darstellern von vor zwei Jahren - nach Expertenmeinung noch sehr viel professioneller.

Auch wenn heute die Themen noch aktueller erscheinen. „Da erschienen die Herren […] und sprachen zum Volke: Ihr müsst zahlen! Zahlen müsst Ihr!“ So beginnen die goldenen Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die Wunden des ersten Weltkrieges noch sichtbar haben die Politiker schon wieder das Heft fest in der Hand - zumindest wenn es darum geht, jemanden zahlen zu lassen. Mit diesen Zeilen, rund 90 Jahre alt und aus Walter Mehrings Oratorium von Krieg, Frieden und Inflation beginnen auch die goldenen zwanziger Jahre im Lagerhaus - eine Revue, eine Reminiszenz an eine heute fast vergessene Zeit. Die den Menschen einerseits großes Leid bescherte, andererseits auch Evergreens der Musik, die heute jedes Kind zu summen vermag. „Ich bin von Kopf bis Fuß …“ oder „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“, und Geschichten von Kästner, Hesse und Thomas Mann und dazu expressionistische Gemälde und Skizzen, die die Welt vor 90 Jahren einmal farbig und schön und ein anderes Mal schwarz und weiß darstellen. Mit all dem gab es nun ein Wiedersehen, vor allem ein Wiederhören im Lagerhaus.

Eigentlich für zwei, aufgrund der Nachfrage nun für drei Aufführungen hatte Christian Treib die Darsteller und Musiker von einst zusammengeholt und mit den aktuellen Abiturienten vereint zu einer neuen Revue. Viel Neues findet sich im Programm und Altbekanntes. So hatte vor allem das Terzett Neudert, Nuscheler, Linder, mittlerweile längst im Studium andernorts beschäftigt, ein Heimspiel mit ihren Liedern.

Ein Wochenende hatten die Mitwirkenden Zeit, um Texte und Noten wieder zu verinnerlichen und auch um ihr schauspielerisches Können zu üben. Zwei Jahren danach bekämen die Texte nun auch eine andere Bedeutung und man könne sie besser umsetzen, gestand Johanna Neudert, die mit Carolin Nuscheler und Angelika Linder das Damenterzett bildet.

Eigens für die Neuauflage hatte Gert Wilden, der große Teile der Musik arrangiert hatte, eine Violinstimme dazugeschrieben. Der mittlerweile 94-jährige ist inzwischen Stammgast am Welfengymnasium, unter anderem hatte er das Musical „Vom Geist der Weihnacht“ arrangiert, musste sich diesmal aber krankheitsbedingt entschuldigen. Dafür gab es von Dr. Erwin Krauthauf ein großes Lob. Der Vorsitzender des Fördervereins der Schongauer Musikschule war mit seiner Gattin Hilde zur ersten Show gekommen und lobte die große Professionalität der Mitwirkenden, die eine, bis in die Frisur, perfekt gestylte und arrangierte Revue ablieferten.

Wer noch einmal die fesche Lola hören und sehen möchte oder wo der Heinrich hingreift, wer auf Federboas steht und die berühmte Wasserwelle in der Damenfrisur, der sollte sich den Aschermittwoch vormerken. Dann wird es eine dritte 20er Jahre Revue im Lagerhaus geben.

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