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In der Litzauer Schleife fließt der Lech noch naturbelassen. Die Fischbestände sind in diesem Bereich rückläufig.

Wasserwirtschaftsamt Weilheim

Sorge um den Fischbestand in der Litzauer Schleife

Die Litzauer Schleife ist ein Naturschutzgebiet, in dem die Umwelt längst nicht mehr völlig in Ordnung ist. Deshalb hat das Wasserwirtschaftsamt Weilheim ein Umsetzungskonzept erstellt, das vor allem darauf abzielt, den Lebensraum für Fische in diesem Flussabschnitt zu verbessern.

Burggen – „Von 20 Fischarten konnten nur noch zehn vorgefunden werden“, beschreibt der Gewässerbiologe Robert Kapa den Zustand der Litzauer Schleife. Auch um die Jungfische sei es schlecht bestellt, was im Wesentlichen auf den Schwellbetrieb des Lechs zurückzuführen sei.

Um das ökologische Potenzial in diesem Flussabschnitt zu verbessern, setzt das Wasserwirtschaftsamt Weilheim auf ein Umsetzungskonzept. Dabei handelt es sich um ein Planungsinstrument der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Diese fordert den „guten ökologischen Zustand“ bzw. das „gute ökologische Potenzial“ der Oberflächengewässer.

Umsetzungskonzepte werden für Flusswasserkörper erstellt, die dieses Ziel aufgrund hydromorphologischer Defizite nicht erreichen. Häufige Ursachen sind Beeinträchtigungen der flusstypspezifischen Gewässer- und Auenstrukturen, der Durchgängigkeit, des Wasserhaushalts und der Abflussverhältnisse. „Der Mangel an Strukturvielfalt und Dynamik führt zu einem Verlust an Lebensräumen und hat somit unmittelbare negative Auswirkungen auf die Artengemeinschaften und die ökologische Funktionsfähigkeit der Fließgewässer“, erklärt Kapa.

Für die Litzauer Schleife sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

- Schwellbetrieb modifizieren, d. h. schonende Fahrweise mit reduzierten Abflussänderungsraten an der Staustufe 4.

- Kies aus Staubereichen oder Auflandungsstrecken (z.B. vom Halblech) einbringen, zur Reduzierung des Geschiebedefizits und zur Laichplatzgestaltung.

- Einbringung von Fichtenstämmen am linksseitigen Ufer, Steigerung der Struktur- und Strömungsvielfalt, Schaffen von Refugialräumen und Erschließung von Geschiebequellen durch verlagerbares Totholz.

- Anbindung des linken Seitenarms im Oberwasser zur Entwicklung von Larval- und Jungfischhabitaten. Die Anbindung erfolgt nur im Oberwasser mit einer flachen, ca. fünf Meter breiten Öffnung. Die natürliche Sohlstufe im Unterwasser ist zu erhalten, da sie den Wasserstand im Seitenarm stabilisiert. Die ufernahen Altwasserstrukturen sind als Amphibienhabitate bei der Maßnahmenumsetzung zu erhalten.

- Auflandungsstrecken einbringen: Der entnommene Kies aus dem linken Seitenarm wird zur Laichplatzgestaltung umgesetzt.

- Mobilisierung der Kiesinsel durch Entwurzelung der Fichten.

„Aufgrund der Defizite liegt der Schwerpunkt der Maßnahmenplanung auf der Entwicklung und Verbesserung von Fischlebenräumen“, kündigte Regina Full vom Wasserwirtschaftamt Weilheim an. Sie koordiniert das Umsetzungskonzept für die Litzauer Schleife.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung können Stellungnahmen zum Umsetzungskonzept bis zum 10. Dezember 2017 beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim abgegeben werden, z.B. per E-Mail: uklitzauerschleife.f125@wwa-wm.bayern.de.

Von Michael Gretschmann

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