Wegen Vertrag mit Bernbeuren

Haslach muss hohen Wasserpreis schlucken

Burggen - Zwischen den Gemeinden Burggen und Bernbeuren besteht ein Wasserlieferungsvertrag, in dem festgelegt ist, dass Bernbeuren für den Burggener Ortsteil Haslach das Wasser liefert. Dies geschieht laut Vertrag zum Preis der Gemeinde Bernbeuren, und der ist jetzt drastisch erhöht worden ist.

Mit diesem Vertrag, den einst die Bürgermeister Hans Selzle (Burggen) und Heimo Schmid (Bernbeuren) unterzeichnet haben, sind die Haslacher eigentlich ganz gut gefahren, denn der Bernbeurer Wasserpreis war relativ niedrig und ist seit 20 Jahren nicht mehr erhöht worden, wie Burggens Bürgermeister Joseph Schuster bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Burggen vorrechnete.

Bisher lag der Bernbeurer Wasserpreis bei 37 Cent. Der Abrechnungspreis von Burggen an die Bewohner von Haslach war mit 53 Cent angesetzt, die Gemeinde Burggen hatte also 16 Cent Gewinn je Kubikmeter Wasser verbucht.

Nach der neuen Gebührenkalkulation erhöht sich in Bernbeuren der Wasserpreis auf 93 Cent, und der Abrechnungspreis von Burggen an die Bewohner von Haslach würde 64 Cent betragen.

Für die Gemeinde Burggen ergaben sich nun drei Möglichkeiten:

-Den Wasserpreis von Bernbeuren 1:1 an Haslach weiterzugeben.

-Das Defizit nicht weiterzugeben, sondern selbst zu tragen, was für Burggen Kosten von knapp 400 Euro pro Jahr betragen würde.

-Den Vertrag zu kündigen. Dies würde bedeuten, selber eine neue Wasserversorgung nach Haslach zu bauen. Dies hätte laut Bürgermeister Schuster enorme finanzielle Kosten zur Folge. Beiträge könnten hierfür nicht mehr verlangt werden, da bereits eine Leitung besteht. Damit läge der Eigenanteil der Gemeinde beim Bau einer Wasserleitung nach Haslach bei 100 Prozent. Eine Umlegung über Beiträge oder Gebühren ist nämlich nicht möglich.

Die Entscheidung machten sich die Burggener Gemeinderäte nicht leicht. Gemeinderat Christian Moser bekundete Bereitschaft, dass Burggen die Mehrkosten schluckt, damit die Haslacher vom hohen Bernbeurer Wasserpreis verschont bleiben. Allerdings gibt es laut Bürgermeister keine Grundlage zur Erbringung von freiwilligen Leistungen. „Wir müssen die Steuergelder richtig verwalten“, so der Hinweis von Joseph Schuster.

Schließlich einigten sich die Burggener Gemeinderäte auf folgenden Beschluss: Der Bernbeurer Wasserpreis wird 1:1 an die Haslacher weitergegeben. Auch Christan Moser stimmte letztendlich zu, wenn auch „mit viel Bauchweh“.

Die neue Wassersatzung der Gemeinde Burggen wird nun dahingehend geändet, dass die Gebühr 0,64 Euro pro Kubikmeter entnommenen Wassers beträgt, und für den Ortsteil Haslach der Preis aufgrund des Wasserlieferungsvertrages mit der Gemeinde Bernbeuren auf 0,93 Euro pro Kubikmeter entnommenen Wassers festgesetzt wird.

Allerdings tritt diese Satzung erst am 1. Oktober 2016 in Kraft. Damit kommt man nicht nur den Haslachern etwas entgegen, sondern auch der Verwaltung. „Ansonsten wäre eine komplizierte Zwischenabrechnung erforderlich gewesen, denn der Abrechnungszeitraum beim Wasser geht immer von Oktober bis Oktober“, klärte VG-Kämmerer Florian Budschied die Burggener Gemeinderäte auf.

Michael Gretschmann

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