Wehmut überschattet Feierlichkeit beim Empfang in der Kaserne Altenstadt

Altenstadt - Ganz im Zeichen der politischen Entscheidung zur Auflösung der Luftlande- und Lufttransportschule stand der diesjährige Neujahrsempfang in der Altenstadter Franz-Josef Strauß Kaserne.

Der Neujahrsempfang war wie all die Jahre zuvor auch ein gesellschaftliches Ereignis. Diesmal allerdings war Wehmut spürbar. Bei den Gästen aus Politik und Wirtschaft und vor allem bei den aktiven und ehemaligen Fallschirmjägern. Da passte es, dass das Bläserquintett der Gebirgsmusikkorps 8 aus Garmisch „Auf in den Kampf“ aus Georges Bizets Oper „Carmen“ intonierte. Oberst Ferdinand Baur bat Friedrich Zeller um ein Wort, „damit ich danach das letzte habe“. Dabei versicherte der Landrat „wir stehen zu den Fallschirmjägern und ihrem Mutterhaus hier in Altenstadt“.

Und das seien über all die Jahre hinweg keine Lippenbekenntnisse, sondern das sei wirklich immer so gemeint gewesen. „Umso härter hat es mich getroffen - und da mache ich aus meinem Schmerz keinen Hehl - dass die von Verteidigungsminister Thomas de Maizière verkündete Reform das Aus für die Fallschirmjäger am Lech bedeutet.“ Den Landkreis kennzeichne damit ein weiteres Spektrum - von „Glück auf!“ bis „Glück ab!“, von den Bergleuten bis zu den Springern. In wenigen Jahren, so der Landrat, „ wird nicht nur der Bergbau Geschichte und Tradition sein, sondern auch die Fallschirmjäger“.

Oberst Ferdinand Baur indes äußerte sich zu den konkreten Veränderungen der LL/LTS. Was bedeutet, dass die Ausbildung der Führer der Fallschirmjägertruppe, die Einzelkämpferausbildung und auch die Jagdkampfausbildung bereits im nächsten Jahr nach Hammelburg verlegt werden. Zumindest planerisch wird Mitte 2015 in Oldenburg mit der Fallschirmsprungausbildung begonnen. Bereits im nächsten Jahr wird das Unteroffizieranwärter- und Feldwebelanwärterbataillon 3 mit insgesamt 600 Soldaten, Ausbildungspersonal und Lehrgangsteilnehmer, in Altenstadt stationiert. Aus Platzgründen wird dabei zunächst eine Kompanie nach Füssen ausgelagert.

Wie der Schulkommandeur betonte, habe er gefordert, dass vor einer Verlegung der Fallschirmsprungausbildung „an die brausende Ostsee“ dort dieselben Grundlagen geschaffen werden, wie sie in Altenstadt in Verbindung mit den Startplätzen Penzing und Lagerlechfeld und dem Absprung- und Abwurfgelände Altenstadt und Lagerlechfeld schon vorhanden sind. Dies sei ihm auch zugesagt worden. Und vorsichtig optimistisch meinte Oberst Baur, „warten wir es einfach ab“.

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