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Die Royal Rangers (Pfadfinder) verteilten bei der Weihnachtsfeier in der Schloßberghalle in Peiting Geschenke an die Asylbewerber-Kinder.

Schloßberghalle

Weihnachtliche Überraschung für Flüchtlingskinder in Peiting

Peiting - Licht und Schatten liegen nahe beisammen. So auch bei der Weihnachtsfeier mit Asylbewerbern in der Schloßberghalle in Peiting. Neben gemeinsamem Essen und Geselligkeit gab es auch einen Einblick in das Grauen, das viele Flüchtlinge hinter sich haben.

„Gemeinsam Weihnachten feiern“ wollten die Royal Rangers (Pfadfinder) mit den Asylbewerbern, die in Peiting untergebracht sind. Mit Unterstützung der Marktgemeinde Peiting, der Josef Friedrich Lentner-Grundschule, der Mittelschule Peiting und des Freundeskreis Asyl richteten sie eine Weihnachtsfeier mit kulturellem Buffet aus.

Im von Hannelore Leinauer-Brennauer festlich dekorierten Saal waren die liebevoll gedeckten Tische bis auf den letzten Platz besetzt. Wer zu spät kam, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Zahlreiche Peitinger mischten sich unter die Asylbewerber aus den verschiedensten Nationen. Es wurde gemeinsam gegessen, und das Buffet, zum Teil von Asylbewerbern vor Ort gekocht, aber auch mitgebracht und durch von der Bäckerei Sesar gespendete und von der Metzgerei Schmaußer belegte Riesenbrezen angereichert, war in Windeseile geleert.

Auf dem Programm standen musikalische Beiträge des Gospel Celebration Choir. Clown Nilli unterhielt vor allem die Kinder, die Schüler der Mittelschule Peiting führten Sketche und ein Theaterstück auf. Zudem hatten sie eine umfangreiche Präsentation zum Thema Flüchtlinge vorbereitet.

Bewegend wurde der Abend, als die zwölfjährige Rinat aus Syrien Bilder aus ihrer Heimat zeigte – so, wie sie einmal war und wie sie jetzt aussieht. Zerstört durch den Krieg. Auch der Journalist Zameer aus Pakistan erzählte die dramatische Geschichte seiner Flucht über den Iran, die Türkei, Mazedonien und Österreich nach Deutschland, als sein Haus angegriffen wurde. Wie Ölsardinen zu fünft in den Kofferraum eines Pkw gezwängt, per Boot übers Meer, und mit langen Fußmärschen erreichte er schließlich Peiting, wo er mit neun anderen Pakistani in einer Wohnung untergebracht ist.

„Ich mag die Augen von euch Deutschen“, erklärte er und bedankte sich für die Aufnahme. Stellvertretend für die zahlreichen anderen Flüchtlinge, die hier eine Bleibe gefunden haben.

„Für mich war es selbstverständlich, hierher zu kommen“, betonte Bürgermeister Michael Asam, der den harmonischen Abend „wunderschön“ fand. Einen Dank richtete er an alle, die mithelfen, dass die Flüchtlinge sich in Peiting wohlfühlen können. Er selbst habe bereits erleben dürfen, wie gut die Flüchtlingskinder in der Schule integriert wären. „Ich will nicht wiederholen, was die Kanzlerin sagt, aber ich denke, wir schaffen es auch“, so Asam.

Eine Überraschung gab es für die Asylbewerberkinder von den Royal Rangers. Die hatten zahlreiche Spenden gesammelt und überreichten jedem Kind ein Päckchen, was für strahlende Augen sorgte. Markus Schmutz von den Royal Rangers, der zusammen mit seiner Frau Christine die Feier federführend organisiert hatte, bedankte sich bei allen, die hier gewesen sind und wünschte sich für die Zukunft mehr solcher gemeinsamen Feste.

uf

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