Psychisch kranker Mann angeklagt

„Ich schneid’ Dir den Kopf ab!“

Schongau - Er beraubte, beleidigte, bedrohte und verletzte mehrere Bekannte, Passanten und Polizisten: Seit dieser Woche muss sich ein 24-jähriger Iraker aus Schongau, der an Schizophrenie leidet, vor dem Landgericht München II wegen zahlreicher Straftaten verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht bei dem angeklagten 24-Jährigen allerdings nicht von vollständiger, sondern nur von verminderter Schuldfähigkeit aus. Der junge Mann befindet sich seit Ende Januar in der geschlossenen Psychiatrie, seit April in Straubing. Zum Prozessauftakt äußerte er sich nicht zu den Taten, die ihm vorgeworfen werden.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft listet elf Taten auf. Darunter findet sich auch eine räuberische Erpressung in Schongau. Dort hatten sich der Angeklagte und zwei weitere junge Männer am 7. Januar früh morgens in der Innenstadt wegen eines Drogengeschäfts gestritten. Einer der Beteiligten rief die Polizei, die das Trio zur Inspektion brachte. Doch kaum hatte es die Polizeiwache verlassen und war hundert Meter entfernt, ging es schon wieder los. Laut Anklage kickte der 24-Jährige viermal gegen den Oberschenkel des Mannes, der die Polizei gerufen hatte. Er schlug ihm auch viermal mit der Faust gegen die Brust und die rechte Schulter. Dann machte er ihm Vorwürfe und forderte Geld, bis der Geprügelte 55 Euro rausrückte.

Doch nach Hause gehen durfte er trotzdem noch nicht. Vielmehr musste er den Koffer des Angeklagten ziehen und sollte ihm in eine bestimmte Straße folgen. Als das Opfer erneut die Polizei rufen wollte, soll ihm der 24-Jährige das Smartphone aus der Hand gerissen haben. Als er das Mobiltelefon zurück forderte, habe er Faustschläge gegen den Oberkörper bekommen. Der Angeklagte habe ihm gedroht: „Ich stech dich ab, ich schneid dir den Kopf ab, ich mach dich fertig!“

Zwei Tage später folgte eine seltsame Geschichte. Als er in der Früh Richtung Innenstadt ging, hielt er einen zivilen Streifenwagen an und beschuldigte den Polizeibeamten gegenüber zwei Jugendliche auf der Straße, dass sie ihm gerade Kokain und Heroin verkauft hätten. Außerdem machte er unverständliche Angaben zu einer Waffe und einem Messer. Als ein Polizist ihn bat, die Jugendlichen nach Hause gehen zu lassen, soll ihnen der 24-Jährige hinterher gelaufen sein und einem von ihnen mit gestrecktem Bein in den Bauch getreten und mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben. Den zweiten Jugendlichen, der ihn beruhigen wollte, attackierte er ebenso.

Auch bei anderen Gelegenheiten rastete der Iraker immer wieder aus. So soll er seinen Vater vor einem Lokal in Mannheim mit einem Messer bedroht und getreten haben. Als die Polizei eintraf, widersetzte er sich laut Anklage seiner Fesselung und attackierte die Beamten. Genauso erging es Polizisten, die für seine Fixierung in einer Klinik in Landsberg zu Hilfe gerufen wurden. Der Prozess dauert an.

Nina Gut

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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