+
Auf der Datenautobahn besteht für viele Unternehmen noch Handlungsbedarf.

Landkreis Weilheim-Schongau

Unternehmen mit Standort zufrieden

Schongau - Die Betriebe im Landkreis Weilheim-Schongau sind mit ihrem Wirtschaftsstandort zufrieden – bis auf wenige Abstriche. Bei einer Umfrage der IHK für München und Oberbayern gaben sie dem Landkreis die Gesamtnote 2,3. Der liegt damit geringfügig unter dem Durchschnittswert Oberbayerns (2,1).

Gewerbeflächen, Verkehrsanbindung, Fachkräfte: All dies muss stimmen, damit sich Unternehmen an einem Standort wohlfühlen. Und das ist auch nötig, obwohl Oberbayern und seine Teilräume zu den weltweit erfolgreichsten Wirtschaftsregionen zählen. Im Interesse der Unternehmen müssen Standortfaktoren allerdings regelmäßig geprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden.

Und das gilt auch für den Landkreis Weilheim-Schongau, wenngleich die Unternehmensführungen ihm insgesamt ein recht positives Zeugnis ausstellen. Um herauszufinden, wo die heimischen Betriebe Stärken und Schwächen sehen, wurden in einer zufälligen Stichprobe im Zeitraum Februar/März 2015 Unternehmen in ganz Oberbayern befragt. Aus dem Landkreis Weilheim/Schongau beteiligten sich 136 Betriebe an der Umfrage und gaben für 35 Standortfaktoren aus den Bereichen Infrastruktur, Kosten, Marktpotential/Netzwerke, Fachkräfte, Attraktivität des allgemeinen Umfelds und Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung jeweils ihre Zufriedenheit und Bedeutung an.

So bewerten knapp zwei Drittel der Unternehmen im Landkreis Weilheim-Schongau den Standort als „sehr gut“ oder „gut“. Noch einmal für den Landkreis würden sich 77 Prozent der ansässigen Unternehmen entscheiden.

Allerdings heißt es seitens eines Viertels der Betriebe auch, dass Standortmängel ihr Wachstum bremsen. Am wenigsten zufrieden sind die Unternehmen mit dem Mangel an Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen und Möglichkeiten zum Innovationstransfer in der Region. Außerdem bewerten die Betriebe das Angebot an Fachkräften als wenig befriedigend. Ganz oben auf der Wunschliste steht aber auch eine bessere Breitbandversorgung. Schnelles und störungsfreies Internet sei eine Grundvoraussetzung in der digitalen Wirtschaft und somit ein essentieller Standortfaktor.

Doch zurück zur Bewertung. Im Einzelnen sieht das so aus: 9,8 Prozent gaben dem Standort die Note eins, 53 Prozent verteilten die Note zwei, weitere 32,6 die Note drei sowie 3,8 Prozent die Note vier und 0,8 Prozent die Note fünf.

„Die IHK-Standortumfrage stellt unserem Landkreis – auch im oberbayerischen Vergleich – ein insgesamt gutes Zeugnis aus“, sagt Herbert Klein, Vorsitzender des IHK-Gremiums Landsberg-Weilheim-Schongau.

Der Gremiumsvorsitzende fordert als Verbesserungsmaßnahmen einen flächendeckenden Breitband-Ausbau, eine groß angelegte Kampagne gegen den Fachkräftemangel, der zu Qualitäts- und know how-Verlust in den Unternehmen führt, aber auch einen Bürokratieabbau in den Verwaltungen.

„Es darf nicht sein, dass Baugenehmigungen so lange dauern, dass es zu kostensteigernden Verzögerungen kommt oder neue Gewerbegebiete ohne leistungsfähige Internetanbindung geplant werden“, so Klein. „Damit frustriert man Betriebe, die sich zunehmend jenseits der Landkreisgrenzen nach den besten Standorten umschauen“, so Klein.

Stephan Penning

Auch interessant

Kommentare