Wolfgang Gebler ist Direktor desWelfen-Gymnasiums.

Welfen-Gymnasium Schongau: Null Interesse an Flexi-Jahr

Schongau - Der Schritt zurück zum altbewährten G9 ist an den bayerischen Gymnasien ausgeschlossen. Eine Alternative zur Überbrückung etwaiger Lernprobleme bietet mittlerweile das Flexibilitätsjahr. Ein Angebot, das die Schüler des Schongauer Welfen-Gymnasiums (noch) nicht interessiert.

„Eingeführt wurde es schon dieses Schuljahr“, betont Wolfgang Gebler, Schulleiter des Schongauer Welfen-Gymnasiums. Bislang liege das Interesse am Flexibilitätsjahr - zumindest an seiner Schule - jedoch bei Null. Schüler der Mittelstufe - achte, neunte und zehnte Klasse - können mit einem „Flexi-Jahr“ Schwächen in den Kernfächern ausgleichen, indem sie ein Schuljahr wiederholen.

Der Unterschied zum freiwilligen Wiederholen oder gar Sitzenbleiben ist: der Stundenplan wird beim Flexi-Jahr auf bis zu sechs Stunden reduziert. „Nebenfächer dürfen abgewählt und müssen kein zweites Mal absolviert werden“, erklärt Gebler. Somit können die Schüler ihren Fokus einzig und allein auf die für das Abitur sehr wichtigen Fächer wie Mathematik oder Fremdsprachen richten.

Doch Geblers Schüler möchten scheinbar das vorgeschriebene G8-Pensum rigoros durchziehen. Zwar wäre es ohne Druck wesentlich angenehmer, was dabei herauskomme, sei laut Gebler jedoch die andere Frage. „Das Schüler ohne Druck besser abschneiden, halte ich für eine Illusion.“

Stattdessen birgt das „Flexi-Jahr“ die Gefahr, dass den Lernwilligen sogar die Motivation flöten geht. Wer stets im Hinterkopf behält, bei schlechtem Abschneiden notfalls dann doch das auf die Problemfächer abgestimmte Wiederholungsjahr zu machen, der könnte durchaus mit weniger Lern-Engagement an seine Arbeiten herangehen.

Auch eine in Anspruchnahme des Angebots birgt diese Gefahr. „Für ein Flexibilitäts-Jahr muss man das Vorjahr bestehen.“ Mehr Leistung für den gleichen Stoff aufzubringen, erfordert laut Gebler „eine sehr stabile Persönlichkeit, um sich selbst den notwendigen Druck für eine Notenverbesserung aufzubauen.“

Insofern ist der Schulleiter ganz zufrieden, dass dieses Angebot bislang nicht genutzt wird. Zumal der erste Schritt ohnehin in Richtung anderweitigen Förderungen gemacht wird. „Früher gab’s nur den Unterricht, heutzutage wird an den Schulen generell viel mehr gefördert“, zeigt sich Gebler erfreut. Auch an seiner Schule gibt es drei verschiedene Möglichkeiten.

Eine individuelle Lernförderung: „Das ist vergleichbar mit Nachhilfeunterricht.“ Sogenannte Intensivierungsstunden, für die eine große Klasse in kleine Gruppen gesplittet wird, um den Stoff persönlicher und direkter zu vermitteln. Und zu guter Letzt gibt es noch die intensive Lehrerhilfe. „Beim Ausfall einer Fachkraft können wir auf einen Ersatz zurückgreifen und in den Hauptfächern den Unterricht trotzdem nach Plan fortführen.“

Von einer Totgeburt des Flexibilitätsjahres möchte Gebler trotzdem nicht sprechen. Oftmals fehle den Schülern nur der Anstoß, jemand, der den ersten Schritt mache. Denn in einzelnen Fällen sei das Wiederholen der Kernfächer dann doch eine gute Möglichkeit, Schwächen aufzufangen.

js

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