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Bevor etwas passiert, Rücksicht nehmen.

Polizei wünscht sich mehr Verständnis zwischen Pkw- und Drahteselfahrern

Wenn Radler die Straße vorziehen

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Schongau - Die Benutzung von Radwegen ist im Schongauer Land nach wie vor ein sensibles Thema. Tourenradler und Mountainbiker benutzen sie meist, anders die Rennradler.

Wenn man nicht gerade Chris Froome (Tour de France-Sieger), Fabian Cancellara (Olympiasieger) oder Marcel Kittel (deutscher Radprofi) heißt, sollten Radfahrer viel befahrene Bundesstraßen eher meiden. Tun sie es nicht, sind Unfälle mit oft schwerwiegenden Folgen quasi programmiert. Udo Mewes sieht das ähnlich. „Radfahrer sind mit das schwächste Glied in der Verkehrskette, sollten deshalb schon aus eigenem Interesse entsprechende Vorsicht walten lassen.“

Gefahren sieht Mewes für sie „speziell auch in der Abenddämmerung, wenn die Sichtverhältnisse schlechter werden“. Wozu auch die entsprechende Ausstattung gehöre. Für problematisch hält es der Verkehrsexperte auch, „dass sich Radler bisweilen in den bevorrechtigten Verkehr einschleusen ohne darauf zu achten, was dort passiert. Man nennt das auch einen Eingriff in den Fließverkehr.“

Dennoch sieht Mewes die Lage im Altlandkreis vergleichsweise entspannt. „Wir hatten im kompletten Jahr 2015 nur 33 Radlunfälle, inklusive derer, die selbstverschuldet und ohne Beteiligung Anderer zu Sturz gekommen sind.“

Regelrechte Unfallschwerpunkte gebe es nicht. „Spontan fällt mir eigentlich nur der Hollberg ein, wo von oben kommende Radler oft nicht rechtzeitig bremsen können und ab der Einfahrt zum Hotel Holl, wo ein Fußgängerweg beginnt, leicht mit Fußgängern kollidieren können“. Im Klartext heißt das, dass beispielsweise ein aus Richtung Altenstadt kommender und den Hollberg hinabfahrender Radler ab besagter Einfahrt jederzeit bremsen können muss, falls dort eine Frau mit Kinderwagen unterwegs ist. „Gegebenenfalls muss er sogar anhalten und warten, bis er vorbeifahren kann“, erläutert Mewes. Die drei Unfälle, die dort seit 2014 registriert wurden, gingen allerdings alle ohne Fußgängerschäden ab. Einmal kollidierten zwei Fahrräder miteinander, die beiden anderen Male kamen Radler ohne Beteiligung Anderer zu Sturz, weil sie das Tempo bergab unterschätzt hatten und nicht mehr bremsen konnten.

Probleme mit Radlern auf der Bundesstraße gibt es nach den Worten von Mewes im Schongauer Land nicht. Die B 472 Richtung Ingenried verfüge auf der einen Seite über einen gut ausgebauten Radweg, der auch entsprechend frequentiert werde. Und auf der Umgehung und weiter in Richtung Landsberg (B17) sei ihm auch noch nie ein Radler aufgefallen.

Auch die B 23 gebe keinen Grund zur Sorge. „Ab Peiting süd wird mit einem grünen Schild auf einen begleiteten Weg neben der Bundesstraße verwiesen. Ab Rottenbuch-Moos führt dann ein beschilderter Geh- und Radweg bis zur Echelsbacher Brücke.“ Probleme? Fehlanzeige.

Besagte Probleme könnten möglicherweise nach Eröffnung der Umgehung von Hohenpeißenberg auftreten, doch auch das sieht Mewes relativ gelassen. „Es ist klar geregelt, dass Radfahrer auf der Gemeindestraße bleiben und die dann als Kraftstraße ausgewiesene Bundesstraße nicht benutzen dürfen.“

Und auch in der Region Steingaden, Wildsteig, Prem und Lechbruck – also ausgewiesenen Urlaubsorten – sei kein gesteigertes Unfallaufkommen zu verzeichnen.

Der Altlandkreis also eine Insel der Glückseligkeit? So weit will Mewes dann doch nicht gehen,und legt in diesem Zusammenhang großen Wert auf die Feststellung, „dass ich mir manchmal ein bisschen mehr gegenseitiges Verständnis unter den verschiedenen Parteien wünschen würde".

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