Wenn weißer Dampf blauen Dunst ersetzt

Schongau - Seit Einführung der sogenannten E-Zigarette ist das besonders in Bayern, dem Bundesland mit dem härtesten Raucherschutzgesetz, eine chte Alternative.

Werner Riedenauer ist einer, der sich mit der Materie auskennt. Der Mitarbeiter eines Schongauer Geldinstituts ist auch ein begeisterter Musiker, seit vielen Jahren in der Schongauer Stadtkapelle aktiv. Als das strikte Rauchverbot in Bayern Einzug hielt, musste auch er umdenken. „Auf der Bühne kann man nicht - wie früher noch möglich - mal eben zum Glimmstängel greifen“, sagt er. Weshalb er die E-Zigarette für sich entdeckte.

15 Zigaretten raucht Riedenauer normalerweise. Und er dreht selbst. Als er seinerzeit - kurz nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes - eine Kreuzfahrt mit seiner Frau, ebenfalls Raucherin, plante, hatte er sich zuvor gut informiert. „Damals wusste ich ja nicht, dass man nicht nur auf Deck, sondern auch noch in zwei separaten Räumen rauchen durfte“, erinnert er sich noch gut an seine damaligen Gedankengänge.

Deshalb hatte er auch die E-Zigarette dabei. Und die bestand den Test. „Ich habe seinerzeit ein System gefunden, dass sehr nah an die herkömmliche Zigarette heranreicht“, erklärt er, wieso die Alternative auch für ihn eine echte Alternative war. Damals war er so überzeugt von dem rauchlosen Glimmstängel, „dass ich nur noch daran zog“. Irgendwann sei ihm das dann aber zu viel geworden. Heute saugt er nur noch eher selten an der elektronischen Varainte, greife wieder mehr zur Selbstgedrehten. „Nur, wenn’s gar nicht anders geht“, also beispielsweise auf der Bühne, tut die elektronische Variante immer noch gute Dienste.

Und was sagen die Bekannte zu seinem „Hobby“? Das kann Riedenauer ganz spontan beantworten, meint: „Im Freundes- und Bekanntenkreis habe ich eigentlich niemanden, der auch E-Zigarette raucht.“ Er habe vielmehr den Eindruck, „dass das hier draußen auf dem Land nur wenige kennen“.

Das kann Ingeborg di Egidio nicht bestätigen. Sie führt ein Zigarettengeschäft in der Schongauer Christophstraße und hat eigenem Bekunden zufolge „etwa 100 Kunden für die E-Zigarette“. Im Frühjahr vergangenen Jahres sei der Verkauf richtig angezogen. „Manche meiner Kunden sind sogar völlig von der eigentlichen Zigarette wegegkommen, rauchen nur noch elektronisch.“ Was sie auch nicht verwundert, „weil es mittlerweile schon eine große Auswahl gibt“. Und der Einstieg werde mittels Test-Zigarette für 8,90 Euro auch nicht sonderlich schwer gemacht. Die gängigen E-Zigaretten kosten bei di Egidio zwischen 40 und 70 Euro. Hinzu kämen noch die Nachfüll-Pakete. „Trotzdem kommt ein Raucher bei der E-Zigarette bedeutend günstiger weg“, rechnet di Eigidio vor.

Auch bei Zigarren Konrad läuft die E-Zigarette inzwischen recht gut. 30 Stammkunden und die Laufkundschaft bilden das Klientel, erklärt Kurt Konrad.

Und dann darf man auch die Beratung nicht vergessen. „Die ist sehr intensiv“, weiß Kollegin di Egidio. Doch man leistet diesen Kundenservice gern, wohl wissend, dass er im Internet so nicht geleistet werden kann. Auch das macht Kundenbindung aus.

spe

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