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Werbepylon von Aldi war ein Schwarzbau

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Groß und mächtig thronte der mittlerweile abgebaute Werbepylon vor dem Schongauer Aldi. Genehmigt war er nie. foto: stadt
Groß und mächtig thronte der mittlerweile abgebaute Werbepylon vor dem Schongauer Aldi. Genehmigt war er nie. foto: stadt

Schongau - Immer wieder kommt es vor, dass die Stadt zufällig ungenehmigte Werbeanlagen entdeckt. Dieses Mal hat es den Discounter Aldi erwischt.

Jahrelang thronte der große Werbepylon vor dem Aldi im Schongauer Lerchenfeld. Doch als vor einigen Monaten die Straße dort endgültig ausgebaut und etwas breiter wurde, stellte die Stadt fest, dass der Werbeturm auf einmal viel zu nah an der Straße steht - vorbeifahrende Lkw hätten das Stück anfahren können. „Da mussten wir schnell handeln und den Pylon abbauen lassen, sonst hätten bei einem Unfall Teile auf Fußgänger fallen können“, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Doch als es darum ging, den Turm um einige Meter versetzt aufzustellen, damit er auch die Sicht bei der Einfahrt nicht behindert, stellte die Stadt überrascht fest: Die Werbeanlage war noch nie genehmigt worden.

Deshalb fand sich der Antrag auf „Erstellung eines Werbepylons (innenbeleuchtet)“ auf der Bauausschussitzung am Dienstag. „Der muss eigentlich sieben Meter von der Straße weg, jetzt wären es nur 1,20 Meter“, sagte Knecht. Außerdem war der Pylon 5,47 Meter hoch, bei erlaubten drei Metern, und auch die Werbefläche von über fünf Quadratmetern überschreitet das erlaubte Maß mehr als das doppelte. Auch die Innen-Beleuchtung sei laut Bebauungsplan gar nicht zulässig, wobei Knecht einschränkte, dass das in diesem Bereich eine etwas dubiose Festsetzung sei, die rechtlich wohl nicht haltbar ist.

„Weil wir in einem Gewerbegebiet sind, wäre ich bei der Größe und Höhe eigentlich nicht pingelig“, sagte Knecht. Doch in der direkten Nachbarschaft gebe es einen Präzedenzfall - erst vor einem Monat hatte der Bauausschuss eine ähnliche Werbetafel der Firma Schwarz abgelehnt. „Der einzige Unterschied wäre, dass Aldi für sich selbst an der Stelle des Unternehmens Werbung machen würde und Schwarz nicht. Deshalb würde er dem Aldi-Pylon trotz der Ungleichbehandlung zustimmen.

Doch der notorische Werbungs-Gegner Robert Bohrer (SPD) konnte sich damit nicht anfreunden. „Klar kann ich nachvollziehen, dass das, was einmal da war, wieder hinsoll. Aber die sollen sich an die Vorgaben halten, sonst gibt es nur Nachfolgeanträge anderer Geschäfte dort. Da bin ich radikal.“ Auch Helmut Schmidbauer (CSU) konnte dem alten Standort auf keinen Fall zustimmen, weil man sich da immer wegen mangelnder Sicht auf die Straße tasten musste. Mit Höhe und Größe hätte er kein Problem, wohl aber mit der Beleuchtung, „obwohl wir etwas weiter Klein-Las-Vegas haben. Ich würde nicht alles genehmigen.“

Knecht zeigte sich etwas ratlos und bestand nur darauf, den Pylon wegen des Sichtdreiecks mindestens zwei Meter abzurücken. Das griff Gerbl schließlich auf. „Wenn das gemacht wird und es keine Beleuchtung gibt, können wir die Höhe und Größe der Werbeanlage so belassen. Das müssen die dann einfach akzeptieren.“ Mit Gegenstimme von Bohrer wurde das beschlossen.

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