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Der Kinderchor mit Dirigentin Denise Weltken bei seinem beherzten Auftritt in der Wieskirche. 

Werkgemeinschaft Musik

Beherzte Kinderstimmen in der Wies

Es war das fünfte und somit das letzte Konzert der Chor- und Orchesterwoche der Werkgemeinschaft Musik. Diese seit über 50  Jahren jährlich in der Wieskirche stattfindende Veranstaltung mit Mitwirkenden aus der gesamten Bundesrepublik ist Tradition und erfreut sich großer Beliebtheit.

Wies – Die Wieskirche war auch an diesem lauen Nachmittag bei Biergartenwetter bis auf den letzten Platz besetzt. Nur eine Woche Probenzeit in der Landesvolkshochschule Wies hatten auch diese musikbegeisterten Teilnehmer zur Verfügung, was immer erstaunt. Denn das musikalische Angebot ist doch sehr breit gefächert und das bei sehr hohem Niveau.

Über 120 Mitwirkende von jung bis jungegeblieben alt gestalteten auch diesmal das Programm. Nachdem die Blechbläser mit einer stürmischen Fanfare das Konzert eingeleitet hatten, begeisterte der Kinderchor die Zuhörer. Ein Duzend Kinderstimmen erklang da frisch, beherzt und überraschend sicher. Noten brauchten die jungen Künstler zwischen fünf und zwölf Jahren nicht, was hoch zu loben ist. Denn gleich vier Lieder von Johann Sebastian Bach bis hin zu drei zeitgenössischen Komponisten wurden, mal mit Klavier, mal mit Blockflöten und einem kleinen Streicherensemble begleitet, hervorragend präsentiert.

Es war schön, dem Gesangsnachwuchs hier so viel Raum zu bieten. Das „Allegretto“ und „Presto“ aus der Siebten Sinfonie von Ludwig van Beethoven ertönte dann von einem Seitenaltar der Kirche. Ein eigenwilliges Arrangement von Jan Joris Nieuwenhuis wurde hier geboten, das stark an das Original angelehnt war, aber auch interessante eigene Interpretationen zeigte.

Der große Chor hatte sich die fünfstimmige Motette „Jesu, meine Freude“ ausgesucht. Ganz im Gegensatz zum Titel ist es eher eine Trauermusik, komponiert für ein Begräbnis- oder eine Gedächtnisfeier. Die achtteiligen getragenen Sätze meisterte der Chor hervorragend. Knifflige Fugen durchsang er mit Leichtigkeit, und auch die Intonation passte perfekt. Das Orchester füllte dann den gesamten Altarraum. Geschätzte 80 Mitwirkende trugen nun zu besonderen Hörerlebnissen bei. Zunächst eine „Vocalise“ von Sergei Rachmaninov. Es ist das letzte Stück einer Sammlung von 14 Romanzen, die der russische Komponist eigentlich für eine hohe Singstimme mit Klavierbegleitung komponierte.

Dirigentin Ursula Bongard hatte aber ein anderes Arrangement ausgesucht. Hier übenahm das Orchester den Klavierpart und ein Soloinstrument die Gesangsstimme – in diesem Fall Viona Schwaiger (Violine). Eine beeindruckende Darbietung, die das Publikum begeisterte.

Beim folgenden „Allegro con brio“ aus der Sinfonie Nr. 8 von Anton Dvorák konnte das Orchester sein riesiges Klangvolumen so richtig ausschöpfen. Herrlich passte dieser Satz in die Kirche und Fortissimo-Töne füllten den Raum.

Und dann kamen die Zuhörer noch in den Genuss eines Werkes, das nicht so bekannt ist. Der Franzose Francis Poulenc komponierte ein geistliches Chorwerk, das 1961 in Boston uraufgeführt wurde. An diesem Nachmittag wurde das sechsteilige Gloria daraus präsentiert. Eine gewaltige Darbietung von Chor und Orchester. Das „Laudamus te“ wurde nahezu herausgeschrien bei allerlei Paukenwirbel und Trommel.

In drei Sätzen des Glorias ist eine Solo-Sopranstimme zu besetzen. Hier trat die Sopranistin Birgit Gebhardt auf – eine Bereicherung für dieses Konzert. Das „Domine Deus“ sang sie mit beeindruckend kraftvoller, vor allem auch in der Tiefe bemerkenswert volltönender Stimme, überzeugte aber auch mit weichem Timbre.

Mit Leichtigkeit übertönte die junge Sopranistin Chor und Orchester beim gewaltigen Finale „Qui sedes ad dexteram Patris“ dieses Werkes. Das Publikum dankte mit verdient tosendem Applaus.

Regina Wahl-Geiger

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