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Kirche auf dem Auerberg wiedergeweiht

Wiedereinweihung der „Notre Dame am Berg“

Mit einem festlichen Einzug der Geistlichkeit, begleitet von den acht Bernbeurer Fahnenabordnungen, begann am Sonntag die Wiedereinweihung der St. Georgskirche auf dem Auerberg. Der geplante Georgiritt musste leider wetterbedingt ausfallen.

Bernbeuren Generalvikar Harald Heinrich aus Augsburg zelebrierte mit den beiden Ortsgeistlichen Pfarrer Thaddäus Biernacki (Bernbeuren) und Pater Sajimon Vargese (Stötten) den Gottesdienst. Der diözesane Vertreter zog in seiner Predigt den Vergleich von Notre-Dame – welche vom Präsidenten eines modernen, säkularen Staates als Herz des Landes bezeichnet wurde – und der Kirche St. Georg auf dem Auerberg. Beide stünden auf uraltem Boden und lägen zum einen auf einer Insel und zum anderen auf einem Berg, somit an exponierten Plätzen, so der Geistliche. „Beide Gebäude sind Orte, an denen sich Menschen besonders mit Gott verbunden fühlen.“

Der Auerberg sei zudem ein besonderer geografischer Orientierungspunkt zwischen Schwaben und Oberbayern, und unzählige Generationen hätten diese Kirche schon aufgesucht. Das Haus Gottes wurde als sichtbares Zeichen gesichert, jedoch gehe es noch viel mehr darum, diese Kirche mit Leben und Glauben zu füllen und nicht zum Museum werden zu lassen. In Anspielung auf die beliebte Aussichtsplattform merkte Generalvikar Heinrich an, „dass sich einem von dort oben nicht nur ein Naturerlebnis, sondern ein Blick hinein in Gottes Schöpfung bietet“.

Wendelin Schleich, der als Kirchenpfleger die Maßnahme begleitet hatte, ging auf die besondere Verbindung von Glaube, Brauchtum und Tourismus auf dem Auerberg ein. Dies rechtfertige die hohen Aufwendungen für die Erhaltung dieses einmaligen Gotteshauses. In den kommenden Wochen stehen noch die Fertigstellung der Außenanlage und der Austausch der Außentüre an.

Vom Pfarrgemeinderat bedankte sich Irmgard Kögel bei allen Handwerkern, Helfern und Spendern, die dazu beigetragen haben, dass die Kirche wieder in neuem Glanz erstrahle und Wanderern, Pilgern, Radfahrern und Besuchern ein paar Minuten der Stille und des Gebets ermögliche. Während die Bernbeurer Musikkapelle unter Dirigent Ulrich Bielmeier die Messe umrahmte, steuerten der Vierklang (Anna Mair, Marina Kraut, Elisabeth und Christine Keck) weitere Lieder bei, und der Männerdreigesang mit Karl Knappich, Manfred Karlinger und Peter Völk brachte den Georgsschwur zu Gehör.

Der Georgiritt konnte aufgrund der kalten und nassen Witterung nicht stattfinden, obwohl der Georgirittverein bis zuletzt hoffte und am Vortag auch alles Notwendige aufgebaut und hergerichtet hatte. Bei der Zusammenkunft der Vorstandschaft um 4 Uhr morgens auf einem mit Schnee bedeckten Auerberg war aber klar, dass der Ritt abgesagt wird. Am Nachmittag konnten Interessierte bei drei Führungen mit Mesner Werner Maier und Heinz Engl weitere Informationen über das zum Teil über 500 Jahre alte Gotteshaus erfahren.

Kathrin Zillenbiehler

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