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Lassen sich diesmal von Alexandra bedienen: Barbara Schmid, die Bildungsberaterin am AELF, Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher und Regina Fischer, die Hauswirtschaftsleiterin der Landvolkshochschule. 

Tag der offenen Hauswirtschaft

Ein Beruf mit 30 Jobs

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Hauswirtschaft, vor allem welches Berufsbild und welche Aufgaben warten auf eine angehende Hauswirtschafterin. Deshalb wurden die Osterferien zur „Woche der offenen Ausbildungstür“, bei der Jugendliche einmal in den Beruf hineinschnuppern konnten. Eine gemeinsame Aktion des Amtes für Ernährung mit den Kreisbäuerinnen.

Wies – Alexandra darf den Kaffee servieren und den Kuchen. Zuvor mussten die Tische eingedeckt werden und davor natürlich das Mittagessen zubereitet. Einen Tag lang konnte die 16-Jährige in der Landvolkshochschule hinter die Kulissen schauen und sich mit den Aufgaben vertraut machen, die einer Hauswirtschafterin obliegen.

Hauswirtschaft, so weiß Regina Fischer, „das sind 30 Berufe in Einem“. Vor allem von allem ein bisschen, schiebt die Hauswirtschaftsleiterin der Landvolkshochschule nach: Büro, Küche, Einkauf, Leitung und irgendwann sogar Ausbildung. Und ergänzt, dass es vor allem die Weiterbildungsmöglichkeiten seien, die den Beruf so attraktiv machten. Man könne einen Masterstudiengang belegen, sich zur Lehrerin über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ausbilden lassen, eine Fachakademie besuchen oder die Betriebsleitung übernehmen. Speziell wird es bei den Ernährungsberatern, den Ökotrophologen, die auch auf der Basis des Hauswirtschafters, aufsetzen. „Hauswirtschaft“, fasst es Fischers Stellvertreterin Marina Küspert zusammen, „ist eine solide Basis für vieles“.

Das sehen auch Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher und Barbara Schmid, Bildungsberaterin Hauswirtschaft am Amt für Ernährung in Weilheim, so. In einer gemeinsamen Aktion solle das Berufsbild Hauswirtschaft mit all seinen Perspektiven, Chancen und Möglichkeiten der jungen Generation näher gebracht werden. Deshalb die „Woche der offenen Ausbildungstür“. Man habe sich entschlossen, so Schmid, die Schnupperaktion in die Ferien hinein zu verlegen, damit sich möglichst viele Schüler für einen Betrieb bewerben können. So konnten die Kreisbäuerinnen in Kooperation mit der Bildungsberaterin 15 Betriebe gewinnen, ihre Türen zu öffnen, um Interessierten wie Alexandra S. einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Die 16-Jährige hatte bei der Weilheimer Jobmesse das Angebot kennengelernt und sich beworben. Neben der Wies, die ein Tagungshaus unterhält, wird sie noch in zwei weiteren Betrieben reinschnuppern, erzählt Alexandra.

Nicht ganz zwei Dutzend junge Damen würden nun während der Ferien das Schnupperpraktikum machen, so Schmid, betont aber, dass zwei Lehrlinge die Ausbildung zum Hauswirtschafter machten. „Hauswirtschaft ist nicht nur kochen, waschen und putzen“, betont Schmid. Man arbeite im Garten, könne in die Altenpflege wechseln oder in die Kindererziehung, die Organisation übernehmen. Und, mittlerweile würden auch Hotels Hauswirtschafter ausbilden. Die seien dort, eben in der Leitung und Organisation, sehr gefragt. Denn anders als die meisten derartigen Berufe seien Hauswirtschafter breiter aufgestellt und würden sich auch mit Lebensmittelkunde auskennen. Wichtig etwa in Krankenhäusern oder Kliniken, wo auf spezielle Diäten und Allergien geachtet werden muss.

„Die Nachfrage steigt“, so Schmid, allein im vergangenen Jahr seien acht neue Ausbildungsbetriebe in ihrem Bereich dazugekommen. Und qualifizierte Fachkräfte seien gesucht, nicht nur im Landkreis oder in Bayern. Beste Zukunftsaussichten also für die 16-Jährige Alexandra. Auch wenn sie diesmal nur das Dessert zubereiten durfte.

Oliver Sommer

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