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Bis zu 400 Kilometer Reichweite: Am Rande des Wieser Zukunftsforums wurde dieses Elektroauto vorgestellt.

Wieser Zukunftsforum

In Sachen Energiewende: Taten statt Worte!

Wies - Wie kann man die Welt so umgestalten, dass sie zukunftsfähig wird? Dies war das zentrale Thema, mit dem sich am Wochenende die vier Referenten und gut zwei Dutzend Teilnehmer des Wieser Zukunftsforums beschäftigt haben.

Für Kora Kristof, die die Grundsatzabteilung des Umweltbundesamtes leitet, geht es um mehr als um die Lösung von Einzelproblemen. Das Thema sei komplex, alles – Ressourcen, Umweltschäden, soziale Gerechtigkeit – hänge zusammen. Hinzu komme, dass es keine nationalen Probleme gebe, alle Probleme seien global. Zur Lösung der Probleme brauche es eine „Veränderung in den Köpfen“ ebenso wie eine ökologische Steuerreform, neue Produkte und den Umbau der Infrastruktur. Wichtig sei: „Veränderungen planen und beschließen reicht nicht, man muss sie auch umsetzen.“

In Deutschland sei das schwierig, da es hier „keine wirkliche Veränderungskultur“ gebe. Wie man konkret was verändern kann, zeigten Lothar Hartmann von der Firma „memo“, die umweltfreundliche Produkte vertreibt, die aus fairem Handel stammen, und Günther Sesselmann, der „Eco-Fashion“ verkauft, darunter auch Kleidungsstücke, die aus Buchenholzfasern hergestellt werden.

Nachdem die meisten der Teilnehmer des Zukunftsforums diesbezüglich Wiederholungstäter waren, brachte ihnen der Vortrag von Matthias Kiefer, dem Umweltbeauftragten der Erzdiözese München-Freising, über die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus inhaltlich nicht viel Neues. Dass eine ganzheitliche Ökologie zum Erhalt der Welt notwendig ist, und dass die Güter der Welt nicht ganz gleichmäßig verteilt sind, wussten die Anwesenden schon, wie die anschließende Diskussion zeigte. Neu ist hingegen, dass ein Papst sich damit beschäftigt. Außerdem enthält die Enzyklika einige Merkmale, die gegenüber früher neu sind. So geht der Papst nicht von kirchlichen Lehren aus, sondern von der realen Situation in der Welt. Zudem zitiere er Nicht-Christen und hat laut Kiefer in einer „relativ verständlichen Sprache“ geschrieben. Und er habe bewusst nicht nur für „die eigene Klientel“ geschrieben, sondern sich wirklich an alle Menschen gerichtet.

Kiefer zu diesen Neuerungen: „Die Enzyklika unterscheidet sich damit fundamental von bisherigen.“ Das Werk habe auch große Bedeutung für diejenigen, die sich in der Kirche für ökologisches Handeln engagieren. Sie würden sich bestätigt sehen und könnten zur Rechtfertigung ihres Tuns jetzt sagen: „Ich bin kein grüner Revoluzzer, sondern mache das, was mein oberster Dienstherr sagt.“

In der Mittagspause gab es dann Anschauungsunterricht. Christof Wiedmann, der Batteriespezialist der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“, stellte sein Elektroauto vor, in dem er angereist war. Die Teilnehmer des Zukunftsforums interessierte vor allem die Reichweite. „Bis zu 400 Kilometer mit einer Batterieladung sind drin“, versicherte Wiedmann. Selbst im Winter, wenn ein Auto mehr Energie braucht, komme das Auto aus chinesischer Serienproduktion noch 300 Kilometer weit.

Auch die Landvolkshochschule hatte ihren Beitrag zur Ökologie geleistet: Das Mittagessen war vegetarisch geplant. Und als Sylvia Hindelang bei der Begrüßung der Gäste fragte, ob jemand ein Gericht mit Fleisch wolle, meldete sich niemand.

Alfred Schubert

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