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Mit dem Gegeißelten Heiland vorneweg: Die Teilnehmer bei der Sakramentsprozession.

Bruderschaftsfest in der Wies

"Wer lieben will, muss auch leiden"

Wies -  Das Bruderschaftsfest in der Wies hat jetzt einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Wies als Wallfahrtskirche, als Ort der Heilung und Barmherzigkeit, überaus lebendig ist.

Über „Radio Horeb“ konnten Gläubige im gesamten deutschen Sprachraum das Pontifikalamt mitverfolgen. Mit der „Missa simplex“ des zeitgenössischen lettischen Komponisten Rihards Dubra sorgte der Chor „Festlicher Sommer in der Wies“ unter Leitung von Christoph Garbe und mit Franz Brannekemper an der Orgel für einen feierlichen Rahmen.

Wiespfarrer Monsignore Gottfried Fellner zeigte sich erfreut, dass Abt Hermann Josef Kugler vom Prämonstratenserklost er Windberg die jahrhundertelange Verbindung zu Steingaden und der Wies aufrecht erhält. Zu dem höchsten Wiesfest sind zudem auch Pfarrer Georg Praun aus Traitsching bei Cham mit einer Pilgergruppe, Pfarrer Joachim Springer aus Worms und Diakon Gerhard Kahl von der katholischen Männerseelsorge gekommen. Schon am Vorabend des Festes sind elf neue Mitglieder in die Bruderschaft zum Gegeißelten Heiland aufgenommen worden.

Bei der Predigt: Abt Hermann Josef Kugler.

Als sich die Teilnehmer dann am Morgen bei aufsteigendem Nebel und den ersten Sonnenstrahlen auf den Weg machten, waren ihre Gedanken auch bei den Mitbrüdern, die nicht mehr auf den Pilgerweg von der Landvolkshochschule hin zur Wies gehen können. „Doch das ’Tor zum Himmel’ über dem Ausgang der Kirche lässt uns bereits das österliche Licht erahnen, das hinter Leid und Tod leuchtet“, gab Abt Hermann Josef Kugler allen Teilnehmern Hoffnung.

In seiner Predigt ging der Seelsorger auf die zunehmende Verrohung der Gesellschaft ein. Die Bereitschaft, Konflikte mit Gewalt zu lösen, sei keineswegs nur ein Problem, wo Integration nicht gelinge.

Hass und in der Folge Gewalt sei eine Weise, dem Leiden auszuweichen. Hass mache hart und das Herz kalt: „Wer nicht hassen will, der muss auch mit Leiden rechnen, der muss bereit sein, Leiden auszuhalten“, machte Kugler deutlich – und verwies auf den gegeißelten Heiland: „Weil Jesus sich dem Hass verschließt, das Leid an sich heran lässt, sich berühren lässt vom Leid der Menschen, deshalb gibt es letztlich keinen anderen Weg für ihn als den des leidenden Gottesknechtes.“

Wer lieben will, müsse bereit sein, auch zu leiden. „Gottes Liebe ist sogar so groß, dass er in seinem Sohn den Leidensweg bis zum Äußersten geht. Das Böse zu erleiden ist die einzige Möglichkeit, es zu zerstören“, zitierte der Abt die französische Philosophin Simone Weil. „Die einzige Macht, die die Spirale der Gewalt in der Welt und in den Herzen der Menschen aufbrechen kann, ist die Liebe – die Liebe, die bereit ist, auch zu leiden.“ Dies sei die Botschaft der Wies an die Millionen Besucher.

Im Anschluss an die Eucharistiefeier machten sich die Gläubigen mit dem Herrn in der Monstranz auf den Weg zur Sakramentsprozession. Angeführt vom Trachtenverein Oberlandler Wies und der Musikkapelle Steingaden. Diese spielte nach dem „Te Deum“ und dem Sakramentalen Segen zu Ehren des Abtes und seiner geistlichen Mitbrüder noch „Erde singe“ und die Bayernhymne.

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