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Idyllisch gelegen, aber ein Schwarzbau: Die Fischerhütte am Granerweiher soll abgerissen werden.

Überraschende Erkenntnisse

Wiesnwirt Vollmer: Verhindern Fledermäuse Schwarzbau-Abriss?

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Böbing - Seit Jahren währt der Streit um die Vollmer-Hütte am Granerweiher. Dem Wiesnwirt kommen im Kampf um seinen Schwarzbau nun nicht etwa Richter zuhilfe, sondern Fledermäuse. Derzeit prüft das Landratsamt, ob die Hütte überhaupt abgerissen werden darf – aus naturschutzrechtlichen Gründen.

Vorneweg: Manfred Vollmer, Chef der Augustiner-Festhalle, hat längst die Nase voll von den Diskussionen rund um seinen Schwarzbau am Granerweiher bei Böbing. Zwar heißt es bisher noch offiziell, dass er in zweiter Instanz darum kämpft, dass die Hütte nicht abgerissen werden muss. Gegenüber den Schongauer Nachrichten bekräftigte der Wiesnwirt jedoch: „Ich will den Einspruch wahrscheinlich zurückziehen, ich will meinen Frieden haben.“ Ohnehin sieht er seine Chancen vor dem Verwaltungsgerichtshof als eher gering an. Sein Anwalt sei informiert, wegen der Wiesn war aber noch keine Zeit gewesen.

Vollmer will die Hütte an Peißenbergs Eishackler verschenken

Nägel mit Köpfen hat Vollmer längst gemacht und die Hütte verschenkt. Die Eishackler Peißenberg könnten das rund 90 Quadratmeter große Holzhaus ab- und in Peißenberg in Eigenleistung wieder aufbauen. „So tue ich der Jugend auch etwas Gutes“, meint Vollmer, der Sponsor der Eishackler ist. Der Bauantrag beim Landratsamt ist gestellt.

Fledermäuse haben sich in Vollmers Hütte eingenistet. Das Landratsamt prüft nun das weitere Vorgehen.

Ob es so weit kommt, ist aber ungewiss. Denn zwei verschiedene Fledermausarten haben sich in der Fischerhütte am Granerweiher eingenistet. Nach Auskunft von Werner Schubert, Naturschutzwart im Raum Böbing, handelt es sich dabei um die Zwergfledermaus und um das Große Mausohr – eine Kotanalyse habe dies bestätigt. Mindestens 120 Tiere hätten zwischen den Brettern zwei so genannte Wochenstuben – also mit Jungtieren – bezogen. Nach den Informationen, die Schubert von Fachleuten vorliegen, darf die Hütte deshalb nach §44 des Bundesnaturschutzgesetzes nicht abgerissen werden. „Die Quartiere der Kolonien sind geschützt, das hat Vorrang und ist im Interesse der Öffentlichkeit.“

Friedrich von der Mülbe, Abteilungsleiter der Bau- und Umweltverwaltung/Landesplanung am Landratsamt Weilheim-Schongau, hält sich mit konkreten Aussagen noch sehr bedeckt, auch wenn in seiner Behörde längst weitreichende Untersuchungen laufen. „Es muss geklärt werden, ob die neue Situation mit den Fledermäusen den Abriss nun ganz verhindert, nur verzögert oder ob man sie etwa umsetzen kann.“ Diesen Versuch hatte man u.a. im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Echelsbacher Brücke gestartet – mit großem Aufwand. Wann eine abschließende Entscheidung fallen könnte, darüber kann von der Mülbe ebenfalls keine Angaben machen: „Da kann man nicht in Tagen oder Wochen rechnen. Es ist zu früh, jetzt eine definitive Aussage zu treffen. Es ist kein Regelfall, es ist schon etwas Besonderes.“

Suchen sich die Tiere über den Winter ein anderes Quartier?

Als etwas ganz Besonderes sieht auch Vollmer die Fledermäuse: „Ich liebe diese Tiere, ich habe selbst zwei Kästen am Granerhof aufgehängt. Um die Fledermäuse muss sich der Naturschutz kümmern – es wäre schade, wenn man sie vertreibt.“ Die Informationen, die im Raum stehen, sind äußerst konträr. „Das Problem mit den Fledermäusen hat sich erledigt“, weiß Peißenbergs Eishackler-Chef Norbert Ortner. Die Hütte sei lediglich ein Sommerquartier für die Tiere gewesen, sie würden sich für ihren Winterschlaf nun zurückziehen, beispielsweise in Höhlen. „Wenn die Hütte Ende November bei uns steht, wäre das perfekt“, so Ortner. Dass die Tiere sich jetzt freiwillig ein anderes Quartier suchen, hält dagegen Naturschutzwart Schubert für ausgeschlossen. „Warum sollten sie? Dort in der Hütte haben sie es ruhig und warm.“

Wie steht es also mit der Beseitigungsanordnung zum 30. September aus erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht München, wenn Manfred Vollmer seine Bemühungen, den Schwarzbau zu legitimieren, tatsächlich einstellt? Eine Nachricht, dass er die Hütte jetzt nicht abreißen darf, hat Vollmer eigenen Angaben zufolge bisher nämlich noch nicht. Und bräuchte nach Auskunft aus dem Landratsamt auch keine eigene Abrissgenehmigung – es handelt sich um ein freistehendes Gebäude, das ohnehin verfahrensfrei abgebrochen werden dürfte. Wenn, ja wenn nicht die Fledermäuse dem in die Quere kommen.

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