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Gehört jetzt der Gemeinde: Die ehemalige Bäckerei Berghammer an der Riedstraße.

Wildsteiger Finanzen

Finanzspritze macht Bäckerei-Kauf möglich

Wildsteig - Gut gewirtschaftet: Die Gemeinde Wildsteig legte im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld für Investitionen beiseite als geplant. Satte 417 000 Euro flossen in den Vermögenshaushalt. Die Summe lag 138 000 Euro über dem Ansatz. So konnte die Kommune eine Immobilie anschaffen – ohne Kredite aufzunehmen.

Als die Jahresrechnung für 2015 stand, konnte sich Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer freuen: Die Zuführung zum Vermögenshaushalt betrug 417 000 Euro. „Das ist das höchste Ergebnis, das wir bisher gehabt haben“, sagt der Rathauschef. Zum Vergleich: VG-Kämmerer Siegfried Bernert hatte für das vergangene Jahr optimistisch, aber dennoch vorsichtig 279 000 Euro angesetzt. Der Bürgermeister macht für die mehr als positive Steigerung die „gute Konjunkturlage und eine sparsame Haushalts-Führung“ verantwortlich. Bekanntlich fährt der Wildsteiger Gemeinderat seit Jahren schon einen maßvollen Ausgabenkurs, gerade Bauprojekte werden günstiger mit Kompetenzen aus dem Dorf umgesetzt.

Traditionsunternehmen hat dicht gemacht

Die hohe Zuführung in den Vermögenshaushalt hatte für die Kommune einen großen Vorteil: So war mehr Geld für Investitionen vorhanden. Vor allem für den Erwerb des ehemaligen Firmensitzes der Bäckerei Berghammer an der Riedstraße. Das Traditionsunternehmen hatte im Oktober 2015 endgültig dicht gemacht, weil sich kein Nachfolger fand. Die Gemeinde griff zu und stellte damit die weitere Versorgung der Bevölkerung sicher. Erfreulich: Dank der zusätzlichen Geldmittel brauchte Wildsteig laut Taffertshofer keine Kredite aufzunehmen.

Mittlerweile ist der Ladenbereich an die Mindelheimer Kette Back Mayr vermietet. Der Wohnbereich und die Produktionsräume sind im Eigentum der Gemeinde verblieben. Was damit geschieht, ist allerdings noch unklar. Für die Dorfgemeinschaft braucht es das Anwesen wohl nicht, meint Taffertshofer – schließlich baut die Kommune bekanntlich für einiges Geld den Kultur- und Brauchtumsanbau an die Gemeindehalle. „Denkbar ist, dass wir an sozial Schwache vermieten“, blickt der Bürgermeister in die Zukunft. Er könnte sich auch vorstellen, dass die Produktionsstätte für Bauhof-Ausrüstung genutzt wird – bislang lagern diese in einem Stadel an der Gemeindehalle.

Gemeinde bekommt mehr Geld vom Staat als im Jahr zuvor

Und noch etwas Erfreuliches hatte der Rathauschef mitzuteilen: Wildsteig bekommt heuer mehr Geld vom Staat als im Jahr zuvor. Durch die Schlüsselzuweisung können heuer 591 000 Euro für die Gemeindekasse verbucht werden. Die Summe liegt rund 76 000 Euro über der von 2015, erklärt Taffertshofer und macht deutlich: „Für uns ist das überlebenswichtig.“ Denn die Kommune ist wegen ihrer niedrigen Steuereinnahmen nicht auf Rosen gebettet. Einziger Wermutstropfen: Die Summe geht fast eins zu eins in die Kreisumlage. Fast 463 000 Euro waren dafür in den Haushalt 2015 eingestellt worden, für heuer wird mit einer Steigerung gerechnet. „Es hilft aber nichts“, sagt Taffertshofer, der auch Kreisrat ist – schließlich sei die Umlage die einzige große Einnahmequelle des Landkreises.

Andreas Baar

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