Gemeinderat Wildsteig

Breitband für alle kommt

Wildsteig – Der Breitbandausbau in der Gemeinde Wildsteig kann starten: Die Gemeinde unterzeichnet den Vertrag mit der Telekom. Die Kommune erschließt alle Haushalte und muss dafür fast 185.000 Euro in die Hand nehmen. Doch bis die Bagger anrollen, wird es dauern.

Der Wildsteiger Gemeinderat hatte die Entscheidung im März einstimmig getroffen: Die Telekom erhielt im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung zum Breitbandausbau den Zuschlag. Das Unternehmen war allerdings der einzige Anbieter gewesen. In Wildsteig soll jetzt das komplette Gebiet in den Genuss der schnellen Datenverbindung kommen.

Eigentlich hatte die Gemeinde bereits im Jahr 2010 von Rottenbuch aus Breitband verlegen lassen, auch durch die Telekom. 260.000 Euro musste die Gemeinde dafür zahlen, 100.000 Euro gab es als Zuschuss. Allerdings blieben weiße Flecken auf der Landkarte, aus Kostengründen wurden damals nur das Ortszentrum und Morgenbach angeschlossen. Deshalb startete die Gemeinde im vergangenen Jahr ins bayerische Förderprogramm, um den Rest anzuschließen.

152 Haushalte bekommen schnelles Internet

Jetzt ist das Vorhaben endgültig in trockenen Tüchern. Bürgermeister Josef Taffertshofer und Ralf Niepel, kommunaler Ansprechpartner der Telekom für den Netzausbau in Oberbayern, setzten ihre Unterschriften unter den Vertrag. 152 Haushalte werden laut Konzern an das leistungsstarke Datennetz angeschlossen. Doch der Ausbau in der flächenmäßig großen Gemeinde ist umfangreich: Immerhin rund 45 Kilometer moderne Glasfaserkabel müssen verlegt werden, außerdem stellt das Unternehmen ein neues Multifunktionsgebäude auf. Verlegt werden die High-Tech-Leitungen bis an die Verteilerkästen, von geht es weiter mit herkömmlichen Kupferkabel bis zu den Häusern. In der Regel stehen Datengeschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s an den Anschlüssen zur Verfügung, heißt es. Allerdings gibt es Sonderlösungen: Wegen ihrer vereinzelten Lage schließt das Unternehmen einige Anwesen gleich direkt mit Glasfaser an, die Eigentümer würden für die Arbeiten direkt kontaktiert.

Rathauschef Taffertshofer spricht zufrieden von einem „starken Partner“ und von einem wichtigen Standortvorteil, „der sich auch positiv auf den Wert einer Immobilie auswirkt“. Der Bürgermeister hatte in den vergangenen Jahren stets für eine moderne Dateninfrastruktur in der Region gekämpft. „Das ist ein Riesenpotenzial für den ländlichen Raum und eine Frage der Daseinsvorsorge, um Wegzug zu verhindern.“

Dafür muss die Gemeinde jedoch eigenes Geld investieren. Und zwar nicht zu knapp. Der Ausbau wird mit insgesamt 998.000 Euro veranschlagt. Die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke – die Summe, welche die Telekom nicht trägt, weil es sich für sie nicht rentiert – liegt bei immer noch 922.000 Euro. Dieser Brocken wird mit 738.000 Euro vom Förderprogramm des Freistaats gefördert, Wildsteig muss am Ende 184.500 Euro aufbringen. Doch die Investition lohnt sich und ist nötig, wie der Bürgermeister bekräftigt. „Es gibt keine Alternative zum Vollausbau“, sagt Rathauschef Taffertshofer. „Wenn Ausbau, dann für alle.“

Zügige Umsetzung oder Verzögerung?

Telekom-Mann Niepel kündigt an, „das Projekt zügig umzusetzen“. Das Unternehmen steigt darum nun in die Feinplanung ein. Gleichzeitig wird eine Firma für den Tiefbau ausgesucht, Material bestellt und die nötigen Baugenehmigungen eingeholt. Das alles dauert aber seine Zeit. Die Telekom spricht immer davon, dass zwischen Vertragsabschluss und Buchbarkeit der schnellen Anschlüsse nur zwölf Monate vergehen. Doch weil nun immer mehr Kommunen bayernweit ins Breitband einsteigen, sind die Baufirmen ziemlich gut ausgelastet.

Wildsteigs Rathauschef ist deshalb wenig optimistisch, dass es schnell geht: „Ich rechne mit Verzögerungen“, sagt Taffertshofer – plant aber dennoch für 2017 mit den Arbeiten.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bürgerentscheid: Rottenbuch sagt „Ja“ zum Supermarkt 
Rottenbuch bekommt einen Supermarkt auf dem alten Gärtnereigelände. Im Bürgerentscheid gab es eine klare Mehrheit für den Edeka.
Bürgerentscheid: Rottenbuch sagt „Ja“ zum Supermarkt 
CSU-Desaster im Dobrindt-Wahlkreis: AfD ist zweitstärkste Kraft
Im Wahlkreis von Alexander Dobrindt, der die Landkreise Garmisch und Weilheim-Schongau umfasst, wird das CSU-Desaster nochmal besonders deutlich: Die AfD zweitstärkste …
CSU-Desaster im Dobrindt-Wahlkreis: AfD ist zweitstärkste Kraft
Live-Ticker: Alle Ergebnisse liegen vor - AfD verweist SPD auf Platz drei
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse in Schongau, Peiting und Umgebung? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle Infos, Ergebnisse …
Live-Ticker: Alle Ergebnisse liegen vor - AfD verweist SPD auf Platz drei
Unbekannte Tote im Peitinger Gumpen identifiziert
Im Peitinger Gumpen-Weiher wurde am Sonntagmorgen eine Leiche entdeckt. Am späten Sonntagnachmittag konnte die Frau identifiziert werden. Hinweise auf ein …
Unbekannte Tote im Peitinger Gumpen identifiziert

Kommentare