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Applaus, Applaus: Die Gemeindehalle war bei der Bürgerversammlung besser gefüllt als im Vorjahr.

Positive Bilanz

Bürgerversammlung: Wildsteiger Steuerquellen sprudelten

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Von der guten Konjunktur profitiert, die Verschuldung abgebaut: Die Wildsteiger Bilanz 2019 ist positiv. Trotzdem muss eine Pause eingelegt werden. Das wurde bei der Bürgerversammlung deutlich.

Wildsteig – Ob es an der Kommunalwahl oder an der anschließenden Vorführung des Dorfjubiläums-Films von Werner Schubert lag? Deutlich mehr Zuhörer als die rund 40 im Vorjahr hatten sich zur Bürgerversammlung in der Wildsteiger Gemeindehalle eingefunden. Um die 110 Interessierte verfolgten, was Rathauschef Josef Taffertshofer zu sagen hatte.

Seine Kernaussage: Im kleinen Dorf mit seinen knapp über 1300 Einwohnern wurde eine Menge auf die Beine gestellt und Wildsteig steht solide da. Für Letzteres stehen die erfreulich hohen Steuereinnahmen im vergangenen Jahr. Auch Wildsteig profitierte vom Konjunkturboom und der guten Beschäftigungslage seiner Bürger: Einkommens- und Gewerbesteuer sprudelten auf neue Rekordmarken. „Sehr erfreulich“ sei es mit der Gewerbeabgabe gelaufen, betonte der Rathauschef. Vor zehn Jahren standen gerade mal 17 500 Euro zu Buche, jetzt sind es fast 198 000 Euro. „Das hat sich narrisch entwickelt.“ Vom Dorfoberhaupt gab es ein Lob an alle: „Es ist sehr wertvoll, dass wir mutige Leute in Wildsteig haben, die ein Unternehmen betreiben.“

Mut hatte der Gemeinderat im April bewiesen – obwohl es eine unpopuläre Entscheidung war: Einstimmig wurde beschlossen, der Telekom einen Mobilfunkmast-Standort auf dem gemeindlichen Wanderparkplatz an der Staatsstraße 2059 anzubieten. Taffertshofer verteidigte die Entscheidung: Der Platz sei der „einzige für uns akzeptierbare“ gewesen, weil so eine Sendeanlage aus der Ortsbebauung herausgehalten werde. Allerdings: „Unterschrieben ist noch nichts.“ Denn man wartet auf die Ergebnisse aus dem Strahlengutachten.

Nicht nur bei den Steuern wurden Steigerungen verzeichnet. Selbst der Tourismus, kein großes Standbein, hatte Zuwächse. 2019 gab es 2553 Gästeankünfte und 11 606 Übernachtungen. Eine Attraktivität für den Fremdenverkehr wird sicherlich die Lourdes-Grotte werden. Deren Sanierung, mitfinanziert über die Dorferneuerung, ist nach einigen Startschwierigkeiten mit der beauftragten Firma zu aller Zufriedenheit angelaufen.

Doch es gibt Bereiche, die finanziell darben. Der Kindergarten fuhr erneut ein Defizit ein. Dieses lag bei 84 500 Euro. „Das ist aber eine Investition in die Zukunft“, so Taffertshofer. Wenigstens sank der ungedeckte Betrag pro Kind von 2500 auf 1800 Euro.

Trotz aller Investition hatte es die Gemeinde geschafft, ihren Schuldenberg abzutragen. Ende 2019 belasteten 1,61 Millionen Euro den Haushalt. Trotzdem muss Wildsteig sein Geld beisammenhalten. Man gehöre immer noch zu den „ärmsten Gemeinden in Bayern, was die Statistik betrifft“, mahnte der Bürgermeister mit Blick auf die Umlagekraft, die sich aus Steuereinnahmen und Zuweisungen berechnet.

Wildsteig kann in nächster Zeit eine gefüllte Kasse gebrauchen. „Groß bauen werden wir heuer nicht“, kündigte Taffertshofer zwar an – aber es stehen genug andere Projekte in den Startlöchern. Die Liste reicht vom Baugebiet „Grohholz“ über die Grotten-Sanierung, einen Dorfladen, die Ansiedlung eines Arztes bis zum sozialen Wohnungsbau und der Versorgung der gemeindlichen Liegenschaften mit PV-Strom.

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