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Wildsteig bekommt schnelles Internet.

Entscheidung gefallen

Komplettes Breitband für 185 000 Euro

Wildsteig -  Wildsteig macht beim Breitband einen kompletten Aufwasch. Das Angebot der Telekom wurde angenommen. Der Ausbau kostet die Kommune rund 185 000 Euro. Doch dafür werden alle Ortsteile ans schnelle Internet angeschlossen. Anfang 2018 könnte alles fertig sein.

Eigentlich hatte Wildsteig bereits im Jahr 2010 Breitband verlegen lassen. 260 000 Euro musste die Gemeinde dafür zahlen, 100 000 Euro gab es als Zuschuss. Allerdings blieben weiße Flecken auf der Landkarte, aus Kostengründen wurden damals nur das Ortszentrum und Morgenbach angeschlossen. Aus diesem Grund startete die Gemeinde ins neu aufgelegte bayerische Förderprogramm.

Vor einem Jahr legte der Gemeinderat die Ausbaugebiete fest: Das ganze Dorf soll ans Glasfaserkabel. Ist-Analyse, Markterkundung, Angebote einholen – das Verfahren zog sich hin. Ergebnis: Auf eigene Kosten wollte kein Anbieter den Ausbau übernehmen, die Gemeinde muss die Kosten stemmen. Dafür kann Wildsteig mit 80 Prozent Förderung rechnen. Lediglich die Telekom legte ein Angebot zum Ausbau vor. Und bekam vom Gemeinderat einstimmig den Zuschlag.

Rechnung hat die Räte überzeugt

Weil der Konzern bereits das erste Breitband verlegt hatte, sei er „dafür prädestiniert“, wie Michael Hierl vom Regensburger Ingenieurbüro IK-T den Räten erklärte. Doch dafür verlangt die Telekom abzüglich eines Eigenanteils von 70 000 Euro noch immerhin 920 000 Euro. Allerdings bleiben der Gemeinde dank der Zuschüsse nur noch 185 000 Euro zu zahlen. Das war eine Rechnung, die auch die Räte überzeugte. Vor allem, weil es dafür eine Datenautobahn mit bis 200 MBit für jeden Nutzer gibt, wie Bürgermeister Josef Taffertshofer sagt.

Bisher sind im Dorf mindestens 30 MBit im Zentrum und in Morgenbach möglich. Der Rest verfügt über mindestens 16 MBit, es gibt aber auch Bereiche, die nur unter 16 MBit haben. „Sie kriegen quasi eine Vollversorgung“, warb Berater Hierl für das Telekom-Angebot. Ziel laut Rathauschef: Der komplette Außenbereich, der bislang weniger als 30MBit hat, bekommt jetzt Glasfaser bis ins Haus.

Der Beschluss fiel übrigens vorbehaltlich der Förderzusage der Regierung von Oberbayern. Doch das dürfte nur eine Formalia sein, weil Wildsteig die Voraussetzungen für das Programm bereits erfüllt hat. Die Zuschüsse kann die Gemeinde laut Hierl nach Bedarf abrufen. Eine Vorfinanzierung der Ausbaukosten sei nicht nötig.

Gemeinde bestens versorgt

Der Berater malte die Breitband-Zukunft der Wildsteiger in rosaroten Farben: Die Kommune werde „die bestversorgte Gemeinde im ganzen Landkreis“. Bürgermeister Taffertshofer bezeichnet es als „einen Beschluss von historischer Tragweite“.

Doch bis es soweit ist, braucht es Geduld: Der Förderantrag wird zwar jetzt gestellt, dauert aber nach Hierls Erfahrung bis zu sechs Monate für die Bearbeitung. Ist die Auftragsvereinbarung mit der Telekom unterschrieben, hat das Unternehmen 18 Monate Zeit für den Ausbau. Macht nach Taffertshofers Rechnung wohl Anfang 2018, bis alles betriebsbereit ist.

Andreas Baar

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