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Michael Weisenbach setzt sich mit seinem Verein „Unser Ammergebirge“ für den Erhalt der Kulturlandschaft des Ammergebirges e in. Die Gemeinderäte Anneliese Lory und Walter Leistle hatten etliche Fragen.

Gemeinderat

Auch Wildsteig gegen Nationalpark

Der Verein „Unser Ammergebirge“ setzt sich dafür ein, dass die Kulturlandschaft Ammergebirge ein Naturschutzgebiet bleibt. Geschlossen hat der Gemeinderat dafür gestimmt, dass die Gemeinde Wildsteig für einen Jahresbeitrag von 500 Euro diesem Förderverein beitritt, in dem sich die Gegner eines Nationalparks Ammergebirge organisiert haben.

Wildsteig – Zweiter Bürgermeister Martin Klein hatte sich bereits auf der Sitzung des Gemeinderates im vorigen Monat für den Beitritt zum Verein „Unser Ammergebirge“ ausgesprochen. Und hat damit offene Türen eingerannt. Bürgermeister Josef Taffertshofer war es jetzt nur noch wichtig, Einzelheiten über die Ziele des Vereins zu erfahren und hat dazu Michael Weisenbach (43) zur jüngsten Sitzung eingeladen. Der selbstständige Hausverwalter aus Schwangau hat im März den Verein gegründet und steht ihm seither als erster Vorsitzender vor.

Bereits 2016 hatten sich die Gegner eines Nationalparks formiert. Der Verein, so Weisenbach, setze sich für den Schutz der im Ammergebirge vorkommenden Lebensräume und Arten ein, die zusätzlich durch die ausgewiesenen FFH- und SPA-Gebiete (Natura 2000-Schutzgebietsnetz der EU) ausreichend gesichert seien.

„Diese Ziele sind es, die durch unseren Verein intensiv unterstützt werden“, sagte Weisenbach. Auch setze sich der Verein für die Weiterentwicklung des Naturschutzgebietes Ammergebirge ein. „Ein Nationalpark ist nicht das richtige Mittel, dieses hohe Gut zu schützen“, ist sich Weisenbach sicher.

Zwei Nationalparks gibt es derzeit. Einer befindet sich in Berchtesgaden, der andere im Bayerischen Wald. „Einen dritten brauchen wir nicht,“ sagt Weisenbach, der grundsätzlich der Meinung ist, dass ein Nationalpark nicht das richtige Mittel sei, die in tausenden von Jahren entstandene Artenvielfalt zu schützen. „Die Leute sind vom Gebirge geprägt und dort verwurzelt wie das Holz.“

Insbesondere wolle der Verein sicherstellen, dass die Belange des Naturschutzes mit den kulturellen und wirtschaftlichen Interessen der regional betroffenen Bevölkerung nach dem Grundsatz „Schützen und Nutzen“ in Einklang gebracht werden und die Schutzfähigkeit des Waldes für den Wasserhaushalt und die Wasserqualität gesichert werde.

Zudem will sich der Verein dafür einsetzen, dass die nachhaltige almwirtschaftliche, forstliche und jagdliche Nutzung des gesamten Ammergebirges im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben auch künftig erhalten bleibt, die einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet und das Holz als ökologischen und regenerativen Baustoff in Wert ersetzt.

„Holz, Fleisch und Milch bilden den ökologischen Fußabdruck“, sagt Weisenbach und fügt an: „Der Verein verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.“ Ziel sei es, das Kulturgut über drei Landkreise und zwei Regierungsbezirke hinweg zu erhalten. Bis jetzt seien nahezu alle Anrainer dem Verein beigetreten. Zuletzt war es die Gemeinde Steingaden.

Den beigetretenen Gemeinden wird ein Fürsprache recht eingeräumt. Der jeweilige Bürgermeister ist Mitglied es Beirats.

„Wir wollen keinen Krawall machen, aber zusammen mit der Waldkörperschaft ein Netzwerk bilden und durch Information ruhig und sachlich aufklären“, ist dem Initiator wichtig. Weisenbach sagte auch: „Ich will mich mit allen Mitteln gegen einen Nationalpark wehren.“ Die Vorstellung, dass ihm ein Ranger aus Augsburg sage, wohin er im Ammergebirge noch gehen dürfe, sei schrecklich.

Bereits im Vorfeld konnten sich die Mitglieder des Gemeinderates über Sinn und Zweck eines Nationalparks informieren, in dessen großflächigen Naturräumen (mindestens 10 000 Hektar) sich die Natur ungestört entwickeln kann.

Walter Kindlmann

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