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Amtsinhaber Josef Taffertshofer (li.) und sein Stellvertreter Martin Klein bewerben sich 2020 um den Posten des Wildsteiger Bürgermeisters. 

Martin Klein bewirbt sich

Bürgermeisterwahl in Wildsteig: Vize fordert Rathauschef heraus

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In Wildsteig läuft es bei der Wahl 2020 auf zwei Bürgermeister-Kandidaten hinaus. Amtsinhaber Josef Taffertshofer will nochmal antreten. Martin Klein möchte ihn herausfordern – der zweite Bürgermeister. Beide haben nun ihren Hut in den Ring geworfen.

Wildsteig – Lange Zeit hatte er es offen gelassen, jetzt ist es amtlich: Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer (Wählerliste Wildsteig) will bei der Kommunalwahl im März kommenden Jahres wieder antreten. Dies kündigte Taffertshofer (59) am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung an. Im Gegensatz zur Wahl 2014 würde der amtierende Rathauschef einen Herausforderer haben: Zweiter Bürgermeister Martin Klein (53) gab ebenfalls in der Sitzung bekannt, dass er dann für die Bürgervereinigung antreten wolle.

Bürgermeisterwahl in Wildsteig: Kräftemessen mit pikantem Hintergrund

Damit käme es in knapp vier Monaten zu einem Showdown von Rathauschef und seinem Vize. Das politische Kräftemessen hat einen durchaus pikanten Hintergrund: Taffertshofer hatte 2014 lediglich 54,90 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können – als einziger Kandidat. Die Bürgervereinigung hatte wie schon 2008 auf einen eigenen Bewerber verzichtet, allerdings erhielt sein Stellvertreter Klein als „Phantomkandidat“ immerhin fast 34 Prozent der Stimmen. Im Gemeinderat stellt die Bürgervereinigung mit 60,2 Prozent der Stimmen und sieben Sitzen die Mehrheit sowie mit Martin Klein und Richard Schuster den zweiten und dritten Bürgermeister. Die Wählerliste kommt auf fünf Mandate.

Der 59-jährige Landwirtschaftsmeister Taffertshofer sitzt seit 17 Jahren im Gemeinderat. Im Oktober 2002 setzte er sich bei der außerplanmäßigen Bürgermeisterwahl (sie war nach dem Tod von Rathauschef Johann Buchner nötig geworden) knapp gegen Peter Zeller von der Bürgervereinigung durch. „Es gibt noch viel zu tun“, begründet Taffertshofer auf Nachfrage seine Motivation, für eine vierte Amtszeit anzutreten. „Wir sind noch lange nicht fertig“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf viele von ihm und dem Gemeinderat angestoßene Projekte – gerade im Rahmen des Interkommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK), von der Nahversorgung bis hin zur Ansiedlung von Fachärzten. Er habe gezeigt, dass man „mit knappen Ressourcen gute Ergebnisse“ erzielen könne. Taffertshofer, der auch BfL-Kreisrat ist, führt zudem ein Drehen des Personalkarussels in den benachbarten Rathäusern ins Feld: Weil in Steingaden und Prem 2020 auf jeden Fall neue Bürgermeister ins Amt kommen, wolle er eine „Kontinuität in der Verwaltungsgemeinschaft“ sicherstellen.

Bürgermeisterwahl 2020: „Wildsteig hat die Wahl“

Martin Klein ist seit 1996 Gemeinderat in Wildsteig. Der gelernte Landwirtschaftsmeister wurde nach der Wahl 2008 erstmals Rathausvize. Der Wildsteiger ist Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Schongau und war bis heuer im Frühjahr CSU-Ortsvorsitzender. Auch Klein begründet seine jetzige Kandidatur mit den anstehenden Aufgaben in der Dorfentwicklung: „Es gibt in Wildsteig momentan einiges, was man fertigmachen muss.“ Gerade das heuer vom Gemeinderat einstimmig abgesegnete „Drehbuch“ im IKEK-Verfahren bezeichnet er als „spannende Sache“.

Grundsätzlich ist es laut Klein gut, wenn zwei Bewerber um das höchste Amt im Ort zur Verfügung stünden: „Wildsteig hat die Wahl. Das ist in einer Demokratie doch ganz normal.“ Dass es deshalb nun bis März zu Konflikten zwischen Stellvertreter und Amtsinhaber kommt, bezweifelt er: „Von meiner Seite aus gibt es eine ganz normale Sachpolitik.“

Fix sind beide Kandidaturen jedoch noch nicht. Taffertshofer will sich im Dezember bei der Aufstellungsversammlung der Wählerliste Wildsteig küren lassen, Kleins Bürgervereinigung kommt voraussichtlich Anfang Januar zusammen.

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