Der Neubau ist östlich der Kirchbergstraße geplant. Er soll auf der Freifläche nahe dem Abzweig in die Ammergauer Straße entstehen.  Grafik: pms
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Der Neubau ist östlich der Kirchbergstraße geplant. Er soll auf der Freifläche nahe dem Abzweig in die Ammergauer Straße entstehen.

Neubau geplant

Dorfladen, Arztpraxis und Wohnungen in einem: Wildsteig packt’s an

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Dorfladen, Arztpraxis, barrierefreie Wohnungen für Senioren: Die Gemeinde Wildsteig möchte all’ das in einem Neubau schaffen. Eine Studie belegt, dass das Vorhaben klappen kann. Deshalb werden die Planungen nun konkreter.

Wildsteig – Die Lourdesgrotte wird saniert, der Schwaigsee erstrahlt in neuem Glanz, „Am Grohholz“ entsteht ein neues Baugebiet: „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in Steine investiert“, sagt Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer. „Nun ist die soziale Infrastruktur dran. Wir müssen richtig viel Geld in die Hand nehmen. Und wir wollen das.“ Denn die Pläne für eine Begegnungsstätte mit Dorfladen und Arztpraxis werden konkreter.

In einer nichtöffentlichen Sitzung des Wildsteiger Gemeinderats wurde kürzlich die Wirtschaftlichkeitsstudie der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) vorgestellt. Taffertshofers Fazit daraus: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Rund 800 Meter Nutzfläche

Im diesem Jahr sollen die Planungen vertieft werden, frühestens für 2022 wird der Baubeginn angepeilt. Der Rathauschef rechnet damit, dass der Neubau am Abzweig von der Staatsstraße in die Kirchbergstraße 400 bis 500 Quadratmeter groß und zweistöckig sein wird. „So dass wir auf ungefähr 800 Quadratmeter Nutzfläche kommen.“

In dem Gebäude soll es nicht nur eine Begegnungsstätte für Senioren geben, sondern auch barrierefreie Wohnungen – wie viele, ist aber noch völlig offen. Zudem möchte die Gemeinde einen Hausarzt darin unterbringen. „Da hatten wir schon positive Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung.“ Außerdem sind weitere Räume für Gesundheitsangebote wie Physiotherapie geplant.

Herzstück des Ganzen aber wäre der Dorfladen. „Da stellen wir uns ein modernes Konzept vor. Wir würden gern ein Alleinstellungsmerkmal schaffen“, sagt Taffertshofer. Im Gespräch ist ein „Tante-M“-Laden, bei dem sich die Kunden auch außerhalb gewöhnlicher Öffnungszeiten selbst versorgen und bargeldlos zahlen können.

Umsatz von 500.000 Euro zu erwarten

Bevor aber Details besprochen werden, muss erst einmal klar sein, wer dem Geschäft Leben einhaucht und wer es betreibt. Dafür laufen Gespräche mit einem Bäcker und einem Metzger.

Laut Machbarkeitsstudie ist in Wildsteig ein Jahresumsatz für einen Dorfladen von rund 500 000 Euro zu erwarten. „Wir sind froh, dass wir eine Wirtschaftlichkeit erreichen können.“ Um erste Vorstellungen zu bekommen, wie ein solches Geschäft aufgebaut werden könnte, hatte der Gemeinderat in der Vergangenheit den Dorfladen in Grafenaschau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen besucht. „Der Mittagstisch ist wichtig, der bringt viel Geschäft“, hat Taffertshofer dort gelernt. „Und Sitzgelegenheiten braucht man.“ Immerhin soll das neue Gebäude ja auch einen Treffpunkt im Ort schaffen. Denn der fehlt laut dem Rathauschef. „Wir haben keine Wirtschaft mit klassischem Stammtisch.“

Damit das Großprojekt zukunftsfähig ist, braucht es ein gutes Konzept. Dafür werden in diesem Jahr Planer gesucht. „Nach wie vor schließen mehr Dorfläden als aufsperren“, sagt Taffertshofer. „Wir brauchen eine schwarze Null.“

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