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Erst von zu seinem Zuhause aus wurde der Jugendliche ins Krankenhaus gebracht.

Haarsträubende Wendung

Jugendliche erfinden Fahrerflucht: 17-Jähriger war aus fahrendem Auto gestürzt und rang zeitweise mit dem Tod

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Der Polizei wurde ein gehöriger Bär aufgebunden: Ein 17-jähriger ist am frühen Samstagmorgen bei Wildsteig gar nicht von einem Unbekannten angefahren worden. Er war auf dem Heimweg von einer Party aus einem fahrenden Auto gefallen.

Update vom 30. Juni, 14 Uhr:

Wildsteig – Der Polizei einen gehörigen Bären aufgebunden haben die Beteiligten eines haarsträubenden Unfalls, der sich am frühen Samstagmorgen nahe Wildsteig ereignet hatte. Ein 17-Jähriger aus dem südlichen Landkreis hatte diesen bekanntlich nur mit viel Glück überlebt.

Wie berichtet, waren die Beamten zunächst davon ausgegangen, dass der Jugendliche zu Fuß auf der Verbindungsstraße Peustelsau-Unternogg unterwegs war. Dort sollte er von einem Auto angefahren worden sein, dessen Fahrer sich anschließend aus dem Staub machte. Die Rede war von einem zweiten Auto, das den Schwerverletzten aufnahm und nach Hause brachte.

Wie viele Jugendliche im Auto saßen, weiß die Polizei noch nicht

Wir sich herausstellte, war die Geschichte von den Beteiligten allerdings frei erfunden. Nach den ersten Zeugenvernehmungen stellt sich der Sachverhalt laut Schongaus Polizeidienststellenleiter Herbert Kieweg vollkommen anders dar: Der 17-Jährige saß demnach als Beifahrer in einem Kleinwagen, der vollgepackt mit Jugendlichen war. Sie kamen von einer Feier. Wie viele im Auto saßen, weiß die Polizei noch nicht, das müsse noch ermittelt werden, sagt Kieweg.

In einer Kurve geschah um 5.30 Uhr dann das Unglück: Der 17-Jährige fiel aus dem fahrenden Auto und prallte auf die Fahrbahn. Warum? Auch das wissen die Beamte noch nicht. Der Jugendliche wurde bei dem Sturz schwer verletzt. Der Fahrer erkannte das aber offenbar nicht. Er setzte den Schwerverletzten einfach wieder ins Auto und brachte ihn nach Hause zu seinen Eltern.

Dort verschlechterte sich der Gesundheitszustand des jungen Mannes derart, dass der Rettungsdienst gerufen wurde. Im Krankenhaus rang der 17-Jährige später sogar mit dem Tod. Mittlerweile geht es ihm laut Kieweg aber glücklicherweise besser.

Wie viele Anzeigen dem Fahrer blühen, ist noch offen

Die Polizei muss jetzt noch eine Reihe von Fragen klären. Wie zu erfahren war, war zumindest beim Fahrer kein Alkohol im Spiel. Auch deshalb rätseln die Beamten noch über das Motiv der erfundenen Fahrerflucht. Was für Strafen auf den Fahrzeuglenker aus dem südlichen Landkreis zukommen, darüber möchte der Dienststelleiter nicht spekulieren. Auch dessen Alter verrät Kieweg nicht. Ermittelt wird gegen ihn aber schon mal wegen fahrlässiger Körperverletzung. In welche Richtungen noch Anklagen erhoben werden könnten, wird die Polizei mit der Staatsanwaltschaft abklären. Der Sturz des 17-Jährigen aus dem Auto sei aber definitiv ein Unfall gewesen, macht Kieweg klar.

Wie berichtet, wird die Schongauer Polizei bei dem komplexen Fall von den Kollegen in Weilheim unterstützt. Mit neuen Erkenntnissen rechnet Kieweg in rund einer Woche.

Erstmeldung vom 28. Juni:

Wildsteig - Die Ermittlungen der Polizei stehen noch am Anfang, fest steht aber, dass ein 17-Jähriger am frühen Samstagmorgen einen Unfall bei Wildsteig nur mit großem Glück überlebt hat. Der Jugendliche war zu Fuß auf der Straße unterwegs und wurde von einem Auto angefahren. Der Fahrer flüchtete.

Nach Angaben des Schongauer Dienststellenleiters Herbert Kieweg lief der 17-Jährige zwischen 5.30 und 5.45 Uhr auf der Verbindungsstraße Peustelsau-Unternogg, als er von dem noch Unbekannten angefahren wurde. Das Glück des Jugendlichen war, dass er kurz nach dem Unfall von einem weiteren Autofahrer auf einem Feld entdeckt wurde. „Er war ansprechbar“, berichtet Kieweg mit Blick darauf, dass der Ersthelfer nicht sofort den Rettungsdienst rief. Er setzte den Schwerverletzten nach kurzer Erstversorgung viel mehr in sein Auto und fuhr ihn nach Hause.

Fahrerflucht in Wildsteig: 17-Jähriger schwerstverletzt liegen gelassen

Dort angekommen wurde aber schnell klar, wie schwerwiegend die auch sichtbaren Verletzungen waren. Der Rettungsdienst wurde gerufen, er brachte den 17-Jährigen umgehend in ein Krankenhaus. Dort rang der junge Mann aus dem südlichen Landkreis zeitweise sogar mit dem Tod. Mittlerweile sei er aber außer Lebensgefahr, erklärte Polizeidienststellenleiter Kiewege erleichtert.

Nach Fahrerflucht in Wildsteig: Polizei ermittelt mit Hochdruck

Die Beamten haben noch reichlich Ermittlungsarbeit vor sich. Die Schongauer Polizei erhält dabei Unterstützung von den Unfallfluchtfahndern der Verkehrspolizei in Weilheim. „Wir sind mit Hochdruck dran“, versicherte Kieweg. Zum genauen Ablauf des Geschehens sowie zum Unfallverursacher konnten bislang noch keine Angaben gemacht werden. Mögliche Zeugen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion in Schongau unter Telefon 08861/23460 in Verbindung zu setzen.

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