Symbolbild
+
Mehr gebaut werden kann in Zukunft in Wildsteig. Ein neuer Bebauungsplan macht es möglich.

Nachverdichtung in Wildsteig

Häuser in den Garten statt in die Landschaft

  • vonKatrin Kleinschmidt
    schließen

Den Traum vom eigenen Haus hegen viele Menschen. Und packen ihn auch zunehmend an. Doch die Suche nach passenden Grundstücken ist schwierig. Die Gemeinde Wildsteig hat deshalb einen Bebauungsplan erarbeitet, der Grundstücksbesitzern mehr Möglichkeiten schaffen soll.

Wildsteig – Bäume fällen, Flächen begradigen, Wiesen versiegeln: Damit südlich des Tassilo-Zöpf-Weges in Wildsteig 20 neue Wohnhäuser entstehen können, muss ein Stück Natur weichen. Zahlreiche Menschen werden dort nun ein neues Zuhause finden. Viele andere aber eben nicht. Sie werden weiter suchen müssen, sich um andere Grundstücke bemühen. Und die Gemeinde Wildsteig steht dann wieder vor der Frage: Wohin mit all den jetzigen und künftigen Bauwilligen? Nicht immer muss die Antwort auf einer grünen Wiese liegen. Das weiß auch der Gemeinderat. Deshalb setzt er zusätzlich auf Nachverdichtung. Der Bebauungsplan „Kirchberg Süd“ soll diese ermöglichen.

Über die neue Satzung sprach das Gremium in seiner jüngsten Sitzung. Das Architekturbüro Hörner hatte bei der Ausarbeitung des Plans geholfen, der Gemeinderat stimmte zu. Damit können nun Träger öffentlicher Belange, Behörden und die Bürger beteiligt werden.

Möglichkeiten verdoppeln sich

Mit der neuen Satzung soll der bereits bestehende Bebauungsplan für Kirchberg Süd mit jenem für den Tassilo-Zöpf-Weg zusammengelegt werden. Der Geltungsbereich erstreckt sich zwischen dem neuen Baugebiet „Am Grohholz“ und dem Gebäude der Raiffeisenbank. Dort „gibt es noch unbebaute Flächen und Grundstücke, die nachverdichtet werden können“, sagt Bürgermeister Josef Taffertshofer zu dem Vorhaben. Die Möglichkeiten, Wohnraum in diesem Bereich zu schaffen, verdoppeln sich mit den neuen Vorgaben. „Das ist einschneidend.“

Mehr Häuser in zweiter Reihe möglich

Beispielsweise könnten nun leichter Häuser in zweiter Reihe gebaut werden. Auch der Abriss von Gebäuden zu Gunsten von Neubauten sei denkbar. Je nach Lage des Grundstücks wären nach dem neuen Plan zwischen zwei und sechs Wohneinheiten möglich – bisher waren es größtenteils nur zwei. Ab fünf Wohnungen ist eine Tiefgarage vorgeschrieben. Trotz der neuen Möglichkeiten soll das Wohngebiet aber weiter ansehnlich bleiben, dazu dienen unter anderem die vorgeschriebenen, maximalen Wandhöhen. „Wir sind bemüht, die Häuser am Rand niedriger zu halten“, sagt Taffertshofer.

Ziel des neuen Bebauungsplans sei es, Baulücken zu schließen. „Wir wollen, dass Wohnraum entsteht und ein Nachverdichten ermöglichen.“ Nachfolgende Generationen der Hausbesitzer könnten sich so auf dem Familiengrundstück eine Zukunft aufbauen – und würden damit nicht auch noch auf den ohnehin schwierigen Markt für Wohnungen und Häuser drängen. „Wir hoffen, dass der Druck auf Bauland nachlässt“, sagt Taffertshofer. Er könnte sich vorstellen, dass aufgrund der neuen Vorschriften der ein oder andere Hausbesitzer auch Wohnraum schafft, den er anderen vermietet. „Es wird mehr Mietraum nachgefragt als Eigentumswohnungen.“

Auch interessant:

„Superzelle“ entlädt sich über Peiting: Zentimeterdicke Hagelkörner und vollgelaufene Keller

Mehr Aktuelles aus der Region lesen Sie hier

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare