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Elvis-Fan durch und durch: Antonio Conciatori wird heute zu einem Bild des King of Rock´n´Roll eine Rose legen.

40. Todestag von Elvis Presley

Der King lebt in Wildsteig weiter

Seine Lieder kennt jeder, seine Musik geht unter die Haut: Elvis Aaron Presley. Heute jährt sich sein Todestag zum 40. Mal. In Wildsteig huldigt ein ganz besonderer Fan dem King.

Wildsteig – Die Lieder von Elvis Presley werden auf der ganzen Welt gehört. Auf über eine Milliarde Tonträger sind seine Hits gepresst oder überspielt worden. Tonbänder, Kassetten, CD’s und die guten alten Vinyl-Platten sind wahre Schätze der Rock’n’Roll und Popmusik geworden. Diese Schätze sind von Fans und Sammlern heiß begehrt, stehen hoch im Kurs. Einer der treuesten Anhänger von Elvis Presley ist Antonio Conciatori aus Wildsteig.

Anhänger ist eigentlich viel zu milde ausgedrückt. Conciatori ist durch und durch mit dem Elvis-Virus infiziert. Mit Haut und Haaren, wie auf den ersten Blick sofort zu erkennen ist. Elvis ist wie eine Droge für den gebürtigen Italiener. Das lässt Antonio zur Höchstform auflaufen, wenn er auf den King of Rock’n’Roll zu sprechen kommt. Dann überschlagen sich seine Worte, dann ist sein ganzer Körper mit Tanzschritten in Bewegung.

Vor 61 Jahren wurde Conciatori in Rom geboren. Schon in seiner Jugend faszinierte ihn als erstes, wie Elvis sich gekleidet hat. „Molto bene“, so sein Gedanke. So hausgemachte Klamotten, zu bieder und deshalb natürlich Fehlanzeige. Die engen Hosen der 50er und 60er Jahre sind es, in die sich der Wildsteiger hineinzwängt. Sitzen wie eine zweite Haut. Die Figur dazu hat er ja. Kein Gramm Fett am Körper. Drahtig, durchtrainiert oder besser ausgedrückt, abgetanzt. Da sitzt auch das glänzende rote Sakko wie angegossen. Natürlich nur mit einem Knopf versehen, alles andere wäre für Antonio Conciatori Stilbruch. Und dann noch die Schuhe. Waffenscheinpflichtig! Das Leder vom Feinsten, nach vorn messerspitz zulaufend, kleiner Absatz. Das i-Tüpfelchen ist der Ledergürtel, besser gesagt die Gürtelschnalle. Roter Emaille-Körper, darauf leuchtet in großen silbernen Lettern der „ELVIS“-Schriftzug. Ein ganz persönliches Geschenk seiner Schwiegereltern, in Las Vegas erworben. Wie singt der King da so treffend „Viva Las Vegas!“

Lang hat Antonio nach einem ganz speziellen Hemd gesucht. In einem Bildband ist der King mit so einem Exemplar abgebildet. „I mechte das Hemde habe“, erzählt heute der eingefleischte Fan. Schwarz mit silbernen Stickereien. Andere kamen im Lauf der Zeit dazu, wie auch eines aus der Sonderkollektion von Dolce &  Gabbana mit eingesticktem Elvis- Portrait. Schlappe 600 Euro musste Conciatori hinblättern. Aber das eine Hemd ist eben das ganz Besondere. Es wird nur zu ganz Ausnahmeanlässen getragen.

Und heute ist eben so ein Anlass. Mehr als 200 Schallplatten in den verschiedensten Variationen darf der Wildsteiger Antonio Conciatori sein Eigen nennen. Natürlich alle vom King. Zusammengestellt in den verschiedensten Variationen, in Vinyl gepresst, versteht sich von selbst. Die laufen natürlich an so einem Tag im Hause von Antonio und Ehefrau Daniela rauf und runter. Trotz des Todestages kann der Wildsteiger es nicht lassen. Kopf zur Seite gelegt, einen Arm in die Höhe gestreckt, Gewichtsverlagerung auf die Fußspitzen. Und dann kommt er, der legendäre Hüftschwung, der bei Elvis tausende Mädels in Ohnmacht fallen ließ. „It´s now or never“, tönt es aus dem Lautsprecher des nostalgischen Plattenspielers. Conciatori ist in seinem Element. Nicht mehr ansprechbar. Antonio im Elvis-Himmel.

In der Tanzpause kommen Erklärungen. Über damals, als ihm sein Onkel Pasquale in Rom die erste Elvis Single geschenkt hat. „Das ist eine Stimme, die Gänsehaut erzeugt“, schwärmt Conciatori. Und formuliert es gleich darauf noch einen Tick erotischer: „Ihn zu hören ist ein Gefühl, als ob Dir Sophia Loren in jungen Jahren über den Rücken streichelt.“ Nach der Schallplatte kam damals die Frisur. Im Salon hing ein Foto von James Dean. So wollte der junge Antonio auch aussehen. Rockabilly-Welle in Perfektion. Alle fünf Tage neu gestylt, pro Erstellung knappe zwei Stunden Geduld. Die Technik hat er bei dem Friseur in Rom erlernt. Alte Schule, Handarbeit. „Ganz ohne Haarspray“, versichert Antonio.

Die Frisur hält. Täglich auf´s Neue am Arbeitsplatz unter Beweis gestellt. Antonio arbeitet als Papiermacher an der großen Papiermaschine. Neben den Tonträgern sind Bildbände die große Leidenschaft des Elvis-Fans. In Rom, London und München erstanden, jetzt füllen sie die Regale in Wildsteig. Antonio Conciatori kennt jede Seite, weiß zu jedem Foto eine Geschichte. Es sprudelt geradezu aus ihm heraus. Als Fotos der Grabstätte von Elvis im Meditationsgarten in Graceland zu sehen sind, wird Conciatori ruhiger. Er kennt die tragische Geschichte nur zu genau, die sich vor 40 Jahren in Memphis/Tennessee zugetragen hat, als der King of Rock’n’Roll dort verstarb. Dort will der Wildsteiger unbedingt hin, wenn er in zwei Jahren in Rente ist. Dann will er all die Stätten besuchen, die er bis jetzt nur aus seinen Bildbänden kennt. Das Geburtshaus von Elvis in Tupelo und eben die Pilgerstätte in Graceland. Dann will er dort eines seiner Lieblingslieder hören: „Always on my mind.“

Hans-Helmut Herold

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