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Die Lourdes-Grotte in Wildsteig: Sie ist seit dem Jahr 2008 wegen Einsturzgefahr gesperrt und muss dringend saniert werden. Dazu müsste sie aber den Besitzer wechseln, wie jetzt im Gemeinderat besprochen wurde.

Gemeinderat Wildsteig

Wildsteiger Lourdes-Grotte braucht neuen Besitzer

Wildsteig - Die Wildsteiger Lourdes-Grotte braucht einen neuen Besitzer. Nur so gibt es Zuschüsse für die dringend nötige Sanierung. Die Gemeinde würde die Wallfahrtsstätte von der Kirche übernehmen.

Die Sanierung der Lourdes-Grotte ist seit Jahren ein Thema in Wildsteig. Bislang hat sich allerdings außer diversen Ortsterminen und Expertisen wenig getan. Die technischen Herausforderungen – und vor allem die ungeklärte Finanzierung der hohen Kosten – haben das Vorhaben bislang ausgebremst. Jetzt aber scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Zumindest hofft dies Bürgermeister Josef Taffertshofer, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte. Die rund 350 Quadratmeter große Anlage unterhalb der Pfarrkirche St. Jakob ist seit Juli 2008 für die Öffentlichkeit gesperrt. Der Grund: Die denkmalgeschützte Wallfahrtsstätte aus dem Jahr 1908 ist einsturzgefährdet, warnten damals die Fachleute. Seitdem wird überlegt, wie man die Grotte, die als eine der bedeutendsten in Süddeutschland gilt, retten kann.

Größtes Hindernis für die Sanierung ist die Eigentumsfrage, wie Taffertshofer jetzt den Räten nach einem weiteren Ortstermin mitteilte. Besitzer ist die katholische Pfarrpfründestiftung Wildsteig, die sich um die Liegenschaften der Kirche kümmert. Die Anlage war laut Bürgermeister der Stiftung von der damaligen Ortsgemeinde Ried geschenkt worden, im Jahr 1912 wurde der Deal ordentlich beurkundet.

Die Stiftung habe die Immobilie allerdings nur angenommen unter der Bedingung, „dass ihr keine Kosten und Lasten entstehen dürfen“. So weit so gut, aber es gibt ein Problem: Der Kirchenstiftung gehe es finanziell so gut, dass sie keine Förderanträge für die Grottensanierung stellen könne, erklärte Taffertshofer im Gemeinderat.

Der jüngste Ortstermin brachte die Erkenntnis: Ein neuer Besitzer muss her. „Nur der Eigentümer kann den Prozess vorantreiben“, machte der Bürgermeister klar. Taffertshofer hat nach eigenem Bekunden bereits mehrfach auf das Problem hingewiesen. Doch wer soll die Hand für die Grotte heben? Drei Möglichkeiten stehen im Raum, war zu hören.

Zum einen ein Förderverein, den allerdings Taffertshofer ablehnt. „Dessen Gründung dauert einfach viel zu lange“, so sein Argument. Zum zweiten die Pfarrei und zum dritten die politische Gemeinde selbst. Dass die Kommune die Grotte übernimmt, hält der Rathauschef selbst für die beste Lösung und hat es bereits der Kirchenstiftung angeboten: Schließlich stehe die Gemeinde eh finanziell für die Grotte gerade, außerdem habe er für die Zuschüsse bereits „sehr positive Signale“ erhalten.

Und überhaupt: „Wir täten sofort Gas geben.“ Taffertshofer macht allerdings auch deutlich, dass letztlich die Kirchenseite entscheiden muss. „Wir wären bereit.“ Frühestens im Januar erwartet der Bürgermeister eine Entscheidung der Kirchenverwaltung, ob sie einer Übertragung der Eigentümerverhältnisse an die Gemeinde zustimmt. Erst wenn das Geschäft unter Dach und Fach ist, kann mit einem Finanzierungskonzept begonnen werden.

Gerade die Kosten beunruhigen manchen Gemeinderat denn auch. „Es ist schon ein Problem, dass wir uns aufhalsen“, mahnte etwa Thomas Bertl. Und Richard Schuster ist „ein bisserl enttäuscht, dass nichts weitergegangen ist“. Eine Kostenschätzung gibt es bereits seit geraumer Zeit: Zuletzt im Juli war Taffertshofer von immerhin etwa 550 000 Euro ausgegangen. Die Wildsteiger müssten nämlich die Deckenkonstruktion wohl komplett sanieren, auf eine abgespeckte Version lässt sich der Denkmalschutz dem Vernehmen nach nicht ein.

Andreas Baar

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