Gemeinderat Wildsteig

„Nein“ zu Landschaftspflegeverband

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Die Gemeinde Wildsteig zeigt dem geplanten Landschaftspflegeverband vorerst die kalte Schulter. Im Gemeinderat erntete der Beitrittswunsch ein deutliches Nein. Es gebe keinen Bedarf, hieß es.

Wildsteig – Derzeit geht vom Weilheimer Landratsamt die Initiative zur Gründung eines Landschaftspflegeverbands im Landkreis aus. Die Untere Naturschutzbehörde sei mit der Betreuung gerade von Naturschutz- und Brachflächen personell überfordert, heißt es zur Begründung.

Deshalb soll es eine Verbandsstruktur mit Geschäftsführer und paritätisch besetztem Fachbeirat aus Kommunalvertretern, Naturschützern und Landwirten geben. Vorteil laut Kreisbehörde: Eine Fachkraft könne sich besser um die Situationen vor Ort kümmern und auch erfolgreicher Fördertöpfe anzapfen.

Verbände dieser Art gibt es bereits mehrere im Freistaat. Als jüngster gründete sich einer in Miesbach, dort wird gerade ein Geschäftsführer gesucht. Vorgestellt wurden die Pläne für Weilheim-Schongau bereits bei der Bürgermeisterdienstbesprechung. Bis September sollen sich die Gemeinden dazu äußern.

Landschaftspflegeverband wurde im Gemeinderat vorgestellt

Nun hat Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer diese Idee im Gemeinderat vorgestellt. Der Rathauschef selbst trat in der jüngsten Sitzung aber auf die Bremse: Wildsteig müsse nicht beitreten, weil kein Bedarf da sei, lautete sein Fazit. „Bei dem Umfang, den wir haben, haben wir bis dato keine Probleme“, sagte Taffertshofer mit Blick auf ein externes Management von ökologischen Ausgleichsflächen und Naturpflege.

„Für mich ist das eher etwas für den östlichen Landkreis“, meinte der Bürgermeister – denn in Antdorf, Eberfing und Obersöchering gibt es bereits positive Signale aus Rathäusern und Räten. In der dortigen Region gibt es sogenannte Drumlin-Gebiete aus der letzten Eiszeit, die unter besonderem Schutz stehen und entsprechend gepflegt werden müssen.

Zudem sieht Wildsteigs Rathauschef für seine Gemeinde keine Probleme mit brachliegenden Flächen: „Wir haben einen sehr regen Pachtmarkt“, bekräftigte Taffertshofer. „Die Flächen gehen weg wie warme Semmeln.“ Zustimmendes Nicken im Gremium.

Gemeinderäte sind skeptisch

Auch Wildsteigs zweiter Bürgermeister Martin Klein blickte mit Skepsis auf das Projekt Landschaftspflegeverband: Er sieht ebenfalls keinen Bedarf für sein Dorf. „Schauen wir uns das Ganze erstmal an“, regte dagegen Berti Schilcher an – auch um zu sehen, wie sich tatsächlich die Kosten entwickeln. Denn die Finanzierung ist derzeit noch unklar. Im Raum steht eine Beteiligung der Mitgliedskommunen nach ihrer Einwohnerzahl.

Nur ein Gemeinderat befürwortet Beitritt zum Landschaftspflegeverband

Einzig Gemeinderat Thomas Bertl war für einen Beitritt. Andere Landkreise seien begeistert vom Verband, wusste er zu berichten. Vor allem, weil „ein Profi“ die Arbeit mache. Bertl, selbst Landwirt, befürchtet, dass die Landschaftspflege seinem Berufsstand weiter zu Lasten fällt: „Bei uns drückt man es den Bauern drauf, dass sie es machen.“ Auch habe so ein Verband den Vorteil, dass Geld für den Einsatz hereinkomme. Bertl warnte daher vor einem falschen Signal: „Wenn alle so denken, geht nichts weiter.“

Doch er stand mit dieser Meinung alleine da: Am Ende stimmte lediglich Bertl für einen Betritt zum geplanten Landschaftspflegeverband, elf Mitglieder stimmten mit Nein ab.

Übrigens: Auch Wildsteigs Nachbar Rottenbuch hatte sich unlängst beim Landschaftspflegeverband zurückgehalten: Im Gemeinderat gab es übereinstimmend keine große Begeisterung für einen jetzigen Beitritt.

Rubriklistenbild: © dpa / Karl-Josef Hildenbrand / Symbolbild

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