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In Böbing schmückte man für Josef Fegg den Arbeitskorb eines Frontladers. 

„Segensfahrt“ im Pfarrverband Rottenbuch

Fronleichnam im Fronlader-Korb: Viel Zuspruch und eine Kritik

  • Jörg von Rohland
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Auf ein breites Echo ist die außergewöhnliche „Segensfahrt“ des Pfarrverbandes Rottenbuch zu Fronleichnam gestoßen. Pfarrer Josef Fegg, der im Frontlader-Korb durch Böbing fuhr, erhielt viel Zustimmung. Aber auch eine kritische Stimme wurde laut.

Landkreis – Aus ganz Oberbayern erreichten die beteiligten Gemeinden Rottenbuch, Böbing und Wildsteig Reaktionen zu der einmaligen Aktion von Pfarrer Josef Fegg und Monsignore Peter Schallenberg. Mit von der Partie waren auch die Bürgermeister aus Rottenbuch, Wildsteig und Böbing, die mehrere fahrbare Untersätze für die „Segensfahrt“ organisiert hatten. Wie berichtet, bestiegen die Geistlichen nach der Messe in Rottenbuch zunächst ein würdevoll geschmücktes Oldtimer-Feuerwehrauto und begaben sich mit dem Allerheiligsten auf eine dreistündige Reise durch den Pfarrverband.

„Das Fahrzeug, das einst Brände löschte und Leben gerettet hatte, wurde nun zum Wegbereiter für den Herrn“, freute sich Pfarrer Fegg, der zwischenzeitlich mit der Monstranz auch auf die anderen Gefährte umstieg: In den Beiwagen eines Motorrads, an Bord eines BMW-Cabriolets und eben in den Arbeitskorb eines Frontladers in Böbing. Alles, um in Corona-Zeiten auf Abstand, aber trotzdem so nah wie möglich bei den Gläubigen zu sein.

In einem Cabrio erblickte man den Geistlichen samt Monstranz in Schönberg. 

Während sich die Anwohner riesig über den Besuch des Pfarrers freuten, kommt aus dem Landkreis Starnberg Kritik: „Fragen Sie doch bitte nach, warum der Herr Pfarrer oder Priester nicht zu Fuß geht“, fordert ein Leser in einem Brief an die Heimatzeitung. Er will wissen, ob Fegg schon zu bequem „oder behindert“ sei. Und: „Warum muss er mit einem Traktor ,chauffiert’ werden, der auch nicht gerade das umweltfreundlichste Gefährt ist?“

Bürgermeister platzt fast der Kragen

Als er den Brief vorgelesen bekam, platzte Böbings Rathauschef Peter Erhard beinahe der Kragen. Bis dato habe er nur positive Rückmeldungen bekommen, sagt der Bürgermeister. Was die Umweltfreundlichkeit angehe, da sollte man sich im Landkreis Starnberg lieber Gedanken machen über die vielen SUVs, die dort umher fahren, meint Erhard, der höchstpersönlich am Steuer des Radladers saß. Im Übrigen ein modernes und abgasarmes Fahrzeug mit „Ad Blue“-Technologie, betont der Rathauschef.

In Rottenbuch war Pfarrer Fegg mit im Beiwagen eines Motorrads unterwegs.

Warum er nicht zu Fuß unterwegs war, erklärt der Pfarrer auf Anfrage selbst: „Wir wollten zu den Menschen herauskommen“, sagt Josef Fegg mit Blick auf die lange Zeit ohne Gottesdienste. Auch deshalb wurden nun selbst entlegenste Winkel in den verschiedenen Ortsteilen des Pfarrverbands angefahren. „So, wie Papst Franziskus sagt: Gehe zu den Rändern“, begründet der Rottenbucher Pfarrer die Intention. Zu Fuß wäre das an einem Tag nicht machbar gewesen. Bei den verschiedenen Stationen und Kapellen stieg der Pfarrer aus und erteilte seinen Segen. „Es war sehr würdevoll“, betont Erhard. 

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