Die Bäume sind gefällt: Der Blick vom St.-Sebastian-Weg auf die Fläche, die Bauland werden soll.
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Die Bäume sind gefällt: Der Blick vom St.-Sebastian-Weg auf die Fläche, die Bauland werden soll.

Baugebiet in Wildsteig

Die Interessenten stehen Schlange: Sieben Bauplätze mehr „Am Grohholz“ geplant

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Schon jetzt gibt es mehr Interessenten als Plätze: Auch deshalb soll das Baugebiet „Am Grohholz“ in Wildsteig größer werden als ursprünglich gedacht. Laut einem neuen Plan könnten es nun 20 statt 13 Grundstücke werden.

Wildsteig – „Am Grohholz“ tut sich was: Die Bäume sind gefällt, die Erschließung beginnt. Der Bau des Wohngebietes geht in eine entscheidende Phase. Doch mittendrin stand das Thema nun wieder auf der Tagesordnung des Wildsteiger Gemeinderats. Der hob seinen Beschluss vom 20. April vergangenen Jahres auf, bei dem er die Satzung für das Vorhaben verabschiedet hatte. Nun soll eine neue beschlossen werden. Das von Anwohnern kritisierte Baugebiet soll nämlich noch größer werden.

Grund für die Erweiterung war die Nachfrage von Besitzern der angrenzenden Flächen, ob auch ihre Grundstücke Bauland werden können. Das berichtet Bürgermeister Josef Taffertshofer im Gespräch mit der Heimatzeitung. Er begrüßt das. „Wir haben so zusätzliche Plätze und praktisch keinen Mehraufwand.“ Sieben neue Parzellen sollen entstehen – vier davon nördlich des St.-Sebastian-Wegs, die anderen drei ganz im Süden des Baugebiets. Weiterhin Teil der Planungen ist zudem das Grundstück neben dem Regenrückhaltebecken. Ein Artenschutzgutachten hatte ergeben, dass dort keine seltenen Tiere vorkommen. Damit darf auch diese Fläche bebaut werden. Somit gibt es 20 Grundstücke zu verkaufen. Die braucht’s laut Taffertshofer auch. „Wir haben schon mehr Nachfragen als Plätze“, sagt der Rathauschef. „Der Baulandhunger ist enorm.“

Bürgermeister enttäuscht von Wildsteigern

Doch Anwohner wehrten sich gegen das Baugebiet. Vor allem, weil dafür Wald weichen musste. Aber auch, weil sie ihre Ortsrandlage sehr schätzen. Ihre Kritik brachten manche nicht sachlich an – sondern auch mit Beleidigungen und verbalen Angriffen. Die trafen vor allem den Bürgermeister, aber unter anderem auch den Planer. „Ich bin da sehr enttäuscht, wie egoistisch manche Leute unserer Gemeinde sind“, sagt Taffertshofer. „Das Bauland da oben hat uns schon Nerven ohne Ende gekostet. Aber man kann Bauland eben bloß da entwickeln, wo jemand seinen Grund verkauft.“

Die neu geplante Fläche des Baugebiets „Am Grohholz“: Der Bereich über dem St.-Sebastian-Weg und der südlichste Teil sind neu.

Sollte die Fläche nun größer werden, muss eine neue Satzung beschlossen werden. Das ist noch nicht geschehen, weil erst Grundstücksfragen geklärt werden müssen. Taffertshofer rechnet damit, dass die Abstimmung darüber in der kommenden Sitzung am 16. März erfolgen kann. Geht die Satzung durch, können sich wieder die Öffentlichkeit, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange zu dem Vorhaben äußern.

Taffertshofer hat keine Bedenken, dass die erneute Auslegung Nachteile mit sich bringt oder das Vorhaben ausbremst. „Die ursprüngliche Fassung geht ja in jedem Fall durch“, sagt er. Und bei der Erweiterung „dürfte es keine unüberwindbaren Probleme geben“. Deshalb läuft die Erschließung des Gebiets weiter. Nachdem im November die Bäume gefällt wurden, ging nun der Straßenbau los. Bis Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Grundstücke werden voraussichtlich ab Oktober verkauft

Sind es am Ende tatsächlich sieben Grundstücke mehr, habe das für die Bauwerber Vorteile, sagt Taffertshofer. „Die Erschließung kostet dadurch nicht viel mehr“ – da der Betrag auf alle Käufer umgelegt wird, werde aber jeder etwa ein Drittel weniger dafür zahlen.

Noch ist keines der Grundstücke vergeben. Die Erschließung soll erst abgeschlossen sein. Dann stehen die genauen Kosten fest und die Grundstückspreise werden ermittelt. „So können wir sicher kalkulieren“, sagt Taffertshofer, der mit einem Verkauf ab Oktober rechnet.

Über ein Punktesystem, das soziale Faktoren wie Kinderzahl und Einkommen berücksichtigt, werden dann die Berechtigten ermittelt. „Wer die meisten Punkte hat, sucht sich als erstes sein Grundstück aus.“

Laut Taffertshofer wird es vier Preiskategorien geben. Belohnt werden sollen jene, die ressourcenschonend und platzsparend bauen: also ihr Gebäude an die Nahwärmeversorgung anschließen (siehe Kasten), eine Einliegerwohnung planen oder sich für eine Doppelhaushälfte entscheiden. Letztere waren in der vorherigen Satzung gar nicht vorgesehen. Nun aber wären sie auf vier Grundstücken möglich – acht solcher Wohneinheiten könnten also entstehen. Taffertshofer ist gespannt, ob es Interessenten gibt. „Wir haben schon mal Doppelhaushälften geplant, aber die hat keiner gekauft.“

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