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Setzen auf Photovoltaik: (v.l.) Andreas Scharli, Georg Schilcher und Sylvia Hindelang.

Wildsteiger Sonnendach GBR

Sonnenstrom knackt die Million

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Die Erfolgsgeschichte der Wildsteiger Sonnendach GbR währt seit 14 Jahren. Jetzt wurde von den Photovoltaikanlagen der Gesellschaft die einmillionste Kilowattstunde Sonnenstrom geerntet. Das wird an diesem Freitag entsprechend gefeiert.

Wildsteig – Die kleine Gemeinde Wildsteig war schon immer ein großer Vorreiter in Sachen „Energiewende“. Am 31. März 2003 hoben 23 Gesellschafter die Wildsteiger Sonnendach GbR aus der Taufe. Seitdem schossen in dem 1400 Einwohner zählenden Dorf die Photovoltaikanlagen aus dem Boden beziehungsweise auf die Dächer.

Jetzt ist ein Rekord geknackt: In den 14 Jahren wurden auf den Anlagen der Gesellschaft eine Million Kilowattstunden Sonnenstrom geerntet, wie GbR-Vorstand Georg Schilcher stolz berichtet. Die magische Grenze wurde um den 12. Juli herum überschritten. Vier eigene Anlagen betreibt die „Sonnendach“ – auf der Ambrosius-Mößmer-Grundschule, auf dem Sportheim sowie auf zwei landwirtschaftlichen Gebäuden.

Eine Million Kilowattstunden. „Das ist ein respektabler Wert“, freut sich Schilcher. Und erntet ein dickes Lob von Andreas Scharli von der in Penzberg sitzenden Energiewende Oberland (EWO). Der Energiemanager des EWO-Kompetenzzentrums berät im Landkreis die Kommunen bei der Umstellung auf regenerative Energien. „Wildsteig war ganz früh dran“, sagt er mit Blick auf die Gründerzeit der Gesellschaft vor 14 Jahren. „Vor allem, dass sie gleich in Investitionen einsteigen, war sensationell.“ Denn nur drei Wochen nach ihrem Start ging die erste GbR-Anlage auf dem gemeindeeigenen Schulgebäude in Betrieb.

Immerhin 74 000 Euro Eigenkapital trieben die Gesellschafter damals auf, dazu kam Fremdkapital. Insgesamt rund 250 000 Euro wurden in kurzer Zeit in die Projekte investiert, zählt Schilcher auf. Aber die Ausgaben haben sich mehr als gelohnt, bekräftigt der Vorsitzende. Die Anlagen hätten sich bewährt, auch die Technik funktioniere. Sein Fazit fällt dementsprechend positiv aus: „Eine PV-Anlage ist wirtschaftlich zu betreiben.“

Schilcher würdigt die Unterstützung der Gemeinde, allen voran durch Bürgermeister Josef Taffertshofer. So etwas sei wichtig, ergänzt Berater Scharli. Denn zu einer erfolgreichen Energiewende „gehört mehr als nur die Technik“ – nämlich auch Rückenwind durch die Gemeindepolitik und die Bereitschaft zum Wandel. Im Jahr 2004 siegte der Ort gar in der Solar-Bundesliga in seiner Dorfkategorie.

Das Ergebnis für Wildsteig kann sich überhaupt sehen lassen: 169 Photovoltaik-Anlagen im Dorf verzeichnet die EWO. „Das ist ganz schön viel“, kommentiert Scharli die Zahl. Diese produzieren 2500 Megawattstunden umweltfreundlichen Strom jährlich. PV-Einrichtungen, private Wasserkraft und das Biogas auf Gut Schildschwaig schaffen unterm Strich etwas Besonderes: 99 Prozent des Gesamtstrombedarfs von Haushalten und Gewerbe in Wildsteig werden regenerativ erzeigt.

Der Energieberater erwartet, dass Photovoltaik im Landkreis zunehmen wird. Weil der städtische Bereich nachziehe: Durch eine Änderung im Mieterstromgesetz werde jetzt der Betrieb in Mehrfamilienhäusern erleichtert. Allerdings: „Die Zeit der großen Dachanlagen ist vorbei“, weiß Scharli – statt zum Einspeisen ins Netz gehe es mehr in Richtung Eigenstrombedarf. So wie bei Sylvia Hindelang: Die Steingadenerin sitzt im Stiftungsvorstand der EWO und nutzt den Sonnenstrom auch für ihr E-Auto. „Es macht einfach Spaß, den eigenen Strom zu verbrauchen, und er kostet nichts.“

Die Feier am Freitag, 4. August, beginnt um 19.30 Uhr in der Wildsteiger Gemeindehalle. Eingeladen sind Gesellschafter, Bürger und Interessierte an regenerativen Energien.

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