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Die Ortsmitte von Wildsteig mit dem Kriegerdenkmal, das versetzt wird. 

Städtebauförderung

Wildsteig will auch an den Fleischtopf

Wildsteig - Auch Wildsteig will an die lukrativen Fleischtöpfe der Städtebauförderung. Der Gemeinderat stimmte der interkommunalen Zusammenarbeit mehrerer Orte rund um Steingaden zu. Mit ein Grund: Die Dorferneuerung hat wenig Geld und zieht sich zäh dahin.

Am 26. November wurde in Steingaden ein neues Kapitel in der Städtebauförderung im Altlandkreis Schongau aufgeschlagen: Bei einer Infoveranstaltung wurde das Thema „Interkommunale Zusammenarbeit“ beleuchtet. Für diese tritt der Bund aktuell mit seinem Förderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ kräftig aufs Gaspedal. Die Regierung von Oberbayern will das Programm in den ländlichen Raum tragen. Die Resonanz unter den Vertretern von Steingaden, Bernbeuren, Burggen, Prem, Rottenbuch und Böbing war positiv.

Lediglich aus Wildsteig kam damals noch keine Zustimmung. Bürgermeister Josef Taffertshofer wollte erstmal abwarten, wie es mit der eigenen Dorferneuerung weitergeht. Denn: Beide Zuschussprogramme gleichzeitig nutzen, geht nicht. Jetzt zog der Gemeinderat offiziell nach und stimmte zu, den Antrag auf Aufnahme in die Städtebauförderung abzuschicken.

Wie VG-Geschäftsleiter Georg Krönauer in der jüngsten Sitzung mitteilte, soll die Zusammenarbeit „unter Federführung einer Leitkommune“ vonstatten gehen – und zwar Steingaden, dass wie Rottenbuch bereits seit geraumer Zeit an der Städtebauförderung teilnimmt.

Örtliche Projekte sind allerdings dann „Sache der jeweiligen Kommune“, so Krönauer. Es gebe kein Mitspracherecht, beruhigte der VG-Mann Wildsteigs Räte.

Jetzt aber muss erstmal ein Ingenieurbüro gefunden werden, dass ein Konzept erarbeitet. Dafür werden laut Krönauer ein bis eineinhalb Jahre veranschlagt. Die geschätzten Kosten für die sogenannte Gebietsbetrachtung werden von der Regierung mit rund 100 000 Euro angegeben. Allerdings sind 60 Prozent an Zuschüssen zu erwarten, der Rest wird aller Voraussicht nach über den Einwohnerschlüssel unter den teilnehmenden Gemeinden verteilt.

Für Wildsteigs Rathauschef hat die Teilnahme nur Vorteile: „Wir können jederzeit umsatteln“, betonte Taffertshofer mit Blick auf die laufende Dorferneuerung. Aber: „Die haben fast kein Geld mehr“, erklärte er zur finanziellen Ausstattung des Amts für ländliche Entwicklung, das von München aus die Dorferneuerung unter seiner Regie hat. Die geleistete Arbeit sei jedoch nicht umsonst gewesen, betonte Taffertshofer. Die bereits vorliegenden Vorplanungen samt dem abgesegneten Dorfentwicklungsplan könnten für das Städtebau-Konzept genutzt werden. Wichtig ist es für ihn, dass die Gemeinde den Fuß in der Tür zu den besser ausgestatteten Bundestöpfen habe.

Ein Vorgehen, dass auch dritter Bürgermeister Richard Schuster unterstützte: „Das ist der richtige Weg, um uns alle Möglichkeiten offen zu halten.“

Rathauschef Taffertshofer denkt beim neuen Programm schon an die Verbesserung der Nahversorgung, wie er auf Nachfrage sagte – und an „zusätzliche Angebote für Senioren und Kinder“.

Andreas Baar

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