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Sanieren oder Abreißen? Das Gemeindehaus stammt aus dem Jahr 1908.

Studie soll für Klarheit sorgen

Wildsteig: Zwei Immobilien, ein Ziel

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Es geht um die Zukunft von zwei Wildsteiger Immobilien: Die Gemeinde will deren künftige Nutzung untersuchen lassen. Beide Anwesen könnten der Dorfgemeinschaft zugute kommen. Nun soll eine Studie her.

Wildsteig – Im Wildsteiger Rathaus stehen derzeit zwei Immobilien auf der Tagesordnung weit oben. Das Gemeindehaus an der Kirchbergstraße und die alte Bäckerei an der Riedbergstraße gehören der Gemeinde und harren der weiteren Nutzung – und zwar für die Dorfgemeinschaft. Dies sagt sich Bürgermeister Josef Taffertshofer und will nun möglichst schnell das Thema angehen. Dies kündigte er im jüngsten Gemeinderat an. „Wir wollen damit weiter kommen“, machte er deutlich.

Die Zeit drängt vor allem beim Gemeindehaus. Der Zahn der Zeit hat an dem Anwesen genagt, dass bereits 1908 als Obdachlosenunterkunft errichtet worden war. Derzeit steht es leer. Auch mit dem alten Backhaus sollte bald etwas passieren. Die Gemeinde hatte den einstigen Firmensitz der Bäckerei Berghammer, die im Oktober 2015 den Betrieb endgültig einstellte, erworben. Geld war dafür da: Für 2015 konnte VG-Kämmerer Siegfried Bernert damals immerhin stolze 417 000 Euro in den Vermögenshaushalt schieben, fast 140 000 Euro über dem Haushaltsansatz. Ein Kaufpreis wurde zwar nie genannt, aber die Kommune brauchte damals für den Erwerb keine Kredite aufzunehmen. Der Gemeinde gelang es so, die Nahversorgung im Dorf zu sichern: Ein Teil des Gebäudes beherbergt die Filiale einer Mindelheimer Back-Kette sowie einen kleinen Gemischtwarenladen. Doch der Rest samt der Wohnung steht ungenutzt da.

Großes Anwesen, wenig Nutzung: Die  alte Bäckerei  bietet  eigentlich  viel Raum für das Dorfleben.

Taffertshofer will beide Projekte in zwei Stufen angehen: erst eine Machbarkeitsstudie, dann ein Sanierungskonzept. Die Wildsteiger sind im Interkommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) von sieben Kommunen rund um Steingaden dabei. Die Mitglieder haben sich bereits auf die Einführung einer Sanierungsberatung verständigt (SN berichtete). Allerdings wäre diese für die zwei Gemeindeobjekte nicht detailliert genug, erklärte der Rathauschef in der Sitzung. Taffertshofer will aus diesem Grund ein eigenes Gutachten in Auftrag geben, möglichst bereits im Januar. Ein erster Kostensatz für die Studie liegt bei rund 20 000 Euro, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage. Allerdings werden 60 Prozent Zuschuss über die Städtebauförderung des ISEK-Projekts erwartet. Erste Gedankenspiele über die Nutzung der beiden Immobilien gibt es bereits. Die Palette reicht laut Taffertshofer von frühkindlicher Betreuung bis Handel, Senioren und Obdachlosenunterkunft. „Wir wollen alles realisieren“, bekräftigt er. „Das kann man nur in der Gesamtheit betrachten.“

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