Bürgerversammlung

Wegen Schweinepest: Bürgermeister fordert Nachtsichtgeräte für Jäger 

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Der Wildsteiger Bürgermeister Josef Taffertshofer forderte im Rahmen der Bürgerversammlung wegen der Afrikanischer Schweinepest eine Lockerung des Verbots für Nachtsichtgeräte.

Wildsteig Die Afrikanische Schweinepest (ASP) beschäftigte auch die Wildsteiger Bürgerversammlung: Rathauschef Josef Taffertshofer warnte vor den Gefahren der Tierseuche. Diese bedroht die landwirtschaftliche Schweinehaltung, aber vor allem die Wildschweine – Taffertshofer verlangte deshalb eine Lockerung des Verbots von Nachtsicht- und -zielgeräten für deren Jagd.

Von Landrätin Andrea Jochner gab es jedoch außer Verständnis für das Anliegen keine konkrete Antwort. Der Einsatz von Nachtzielgeräten ist laut dem Bayerischen Jagdverband nach dem Waffenrecht verboten. Der Besitz eines Nachtzielgerätes sei strafbar. Nachtsichtgeräte seien dagegen erlaubt, allerdings sei der Einsatz von Geräten, die an die Zieloptik eines Gewehrs angeschraubt werden, verboten. Das sollte sich ändern, um den hohen und von ASP bedrohten Wildschweinbeständen Herr zu werden, so die Meinung des Wildsteiger Bürgermeisters.

Taffertshofer plädierte deshalb für eine Freigabe der Geräte. Gerade im Hinblick auf die drohende Tierseuche „wäre es jetzt der richtige Zeitpunkt“, sagt er auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Im Weilheimer Landratsamt liegen derzeit acht Nutzungsanträge von Jägern vor. Diese Zahl nannte die Landrätin kürzlich in der Bürgerversammlung. Seit Kurzem hat das Bayerische Landwirtschaftsministerium den Weg für Ausnahmegenehmigungen frei gemacht: Ohne gleich das Waffengesetz ändern zu müssen, können die Kreisbehörden eine sogenannte Beauftragung zum Einsatz der Geräte erteilen.

Gemacht hat dies aber noch keiner in Oberbayern, wie Jochner-Weiß erklärte. Allerdings sei es ein Thema, das „baldmöglichst in irgendeine Richtung zu lösen“ ist, so die Landrätin – dies habe ihre Behörde den Antragstellern mitgeteilt. In Weilheim will man abwarten, was sich andernorts tut. Die Landrätin schaut nach eigener Aussage auf die Kollegen in Fürstenfeldbruck, die sich derzeit wohl als erste bewegen könnten.

Gegen eine Lockerung wettert der Bayerische Jagdverband. Dieser weist die Forderung der Bauernverbände, deutlich mehr Wildschweine zu schießen und dafür auch Nachtsichtgeräte zu nutzen, zurück. „Noch gilt bei uns alleine das Jagdgesetz“, hatte Präsident Jürgen Vocke zu Jahresbeginn bekräftigt. Die Jägervertretung hält es „für zu kurz gedacht“, als Gegenmittel zu der für Menschen ungefährlichen Tierseuche „nur einen Feldzug gegen die Wildschweine zu fahren“. Die in Osteuropa grassierende ASP werde vor allem durch den Menschen selbst über weite Strecken übertragen, zum Beispiel über weggeworfene Essensreste.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Lino Mirgeler / Lino Mirgeler

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