Ausgerechnet mit dem Schwaigsee hat die Gemeinde Wildsteig Probleme.
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Ausgerechnet mit dem idyllischen Schwaigsee hat die Gemeinde Wildsteig Probleme.

Parkplatz am See

Camper-Ärger am Schwaigsee

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Er ist idyllisch, verfügt über einen Kiosk und ist eine Freizeitattraktion für Badegäste und Angler: Doch ausgerechnet mit dem Schwaigsee hat die Gemeinde Wildsteig Probleme.

Wildsteig – Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer hat im jüngsten Wildsteiger Gemeinderat über diverse Unannehmlichkeiten berichtet, die der Schwaigsee-Kioskpächter mit den vor seiner Gaststätte haltenden Übernachtungsgästen habe: „Es gibt immer wieder mal Ärger.“ Die Kommune hatte sich schlau gemacht, um den zunehmenden Andrang der Wohnmobile Herr zu werden. „Das Problem muss man ernst nehmen“, mahnte Taffertshofer. Aber: Ein generelles Verbot der Fahrzeuge auf dem Seeparkplatz sei nicht möglich, bekam der Rathauschef von VG und Landratsamt zu hören.

Generell dürfe dort bis zu zehn Stunden geparkt werden, um das Campinggefährt bei Bedarf wieder fahrtüchtig zu machen – obwohl es sich mit dem Schwaigsee um ein Naturschutzgebiet handele. Das Gewässer gehört laut Landesamt für Umwelt zum rund 44 Hektar großen geschützten Bichlbauernfilz.

Camper-Ärger am Schwaigsee: Gemeinde kann Nutzungsbeschränkung aussprechen

Einzige Möglichkeit für die Gemeinde: Sie kann eine zeitliche Nutzungsbeschränkung aussprechen. Sprich, ein Parkscheinautomat muss her. Darauf wird es aller Voraussicht nach hinaus laufen. Die Gemeinde plant „eine Nutzungsverordnung, die das Abstellen über Nacht untersagt“, wie der Rathauschef erläutert. Tagsüber sollen aber Wohnmobile weiter willkommen sein.

Zudem holt der heimische Verkehrsverein nun Angebote für einen Parkscheinautomaten ein. „Für ein Tagesticket werden wir sicher etwas verlangen“, sagte der Vorsitzende und Gemeinderat Bernhard Schilcher in der Sitzung.

Schwaigsee soll für Einheimische erhalten bleiben

Ob es Sonderregelungen für die eigene Bevölkerung oder Freitickets für Kurzbesucher gibt, ist allerdings noch unklar. Entsprechendes hätte dritter Bürgermeister Richard Schuster gern: „Es ist wichtig, dass man den Schwaigsee für die Einheimischen erhält.“

Ein anderes Problem ist laut Bürgermeister ebenfalls noch nicht gelöst: Wie es angesichts der derzeitigen juristischen Haftungsdebatte mit dem Badesteg weiter geht, sei offen. Wie berichtet, lässt die Gemeinde über die VG prüfen, was sie machen kann und muss. „Wir haben noch nichts Verbindliches gekriegt“, so Taffertshofer in der Sitzung. Das hölzerne Badefloß wurde allerdings bereits aus dem Wasser geholt. 

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