Der Steg darf bleiben – wenn der Schwaigsee als Badeplatz deklariert wird.
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Der Steg darf bleiben – wenn der Schwaigsee als Badeplatz deklariert wird.

Bade-Aus drohte

Debatte um Steg am Schwaigsee: Jetzt wurde eine Lösung gefunden

  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Das juristische Hickhack um Badeanlagen an gemeindeeigenen Gewässern war auch in Wildsteig Thema. Doch jetzt wurde eine Lösung gefunden, dass der beliebte Steg erhalten bleibt.

Wildsteig – Die Zukunft des beliebten Badegewässers war monatelang zu einer Hängepartie für die Gemeinde Wildsteig geworden: Wie geht es weiter mit dem Schwaigsee? Dies hatten sich die Gemeinderäte bereits im Mai besorgt gefragt. 

Hintergrund war das bundesweite juristische Hickhack um Badeanlagen an gemeindeeigenen Gewässern und die Haftung bei Unfällen. So manche Kommune baute nach einem entsprechenden Gerichtsurteil vorsorglich ihre Sprungtürme, Badeinseln und Rutschen ab, weil sie keine dauerhafte Aufsicht gewährleisten konnte. Auch dem idyllischen Schwaigsee drohte das Bade-Aus, zumindest für den viel genutzten Steg. Das ist jetzt abgewendet, war nun im Gemeinderat zu hören.

Schwaigsee drohte das Bade-Aus

Wochenlang wartete Bürgermeister Josef Taffertshofer auf eine rechtssichere Auskunft seitens der Behörden. „Das Landratsamt hat sich Zeit gelassen“, bemängelte er in der jüngsten Sitzung. VG-Geschäftsstellenleiter Peter Lutz machte sich derweil kundig. Sein Fazit: Die Bayerische Versicherungskammer als kommunaler Unfallversicherer habe sich nicht zuständig gefühlt. Der Bayerische Städte- und Gemeindetag „wollte nichts verbindliches, schriftliches rausgeben“. 

Beliebtes Ziel für Naherholung: Der Schwaigsee mit dem Badeplatz (hinten links) gehört zum rund 44 Hektar großen geschützten Bichlbauernfilz.

Am Ende hatte Lutz immerhin einen Lösungsansatz gefunden: Der See muss in einer bestimmten Weise deklariert werden, dann klappt das auch mit dem Steg. „Wir sehen es auf Grund weniger Infrastruktur als Badestelle“, wie der VG-Leiter sagt. Anders als bei dem bisherigen „Naturbad“, das während der Öffnungszeiten eine Aufsicht benötige – der Schwaigsee ist rund um die Uhr zugänglich und bräuchte deshalb eine 24-Stunden-Aufsicht. Kein Wunder, dass Bürgermeister Taffertshofer den jetzigen Weg als vernünftige Lösung bezeichnet. „Die Alternative ist gnadenloser.“

Schwaigsee in Wildsteig: Zugang zum Wasser soll bequemer gestaltet werden

Großer Vorteil für die Kommune: Weil die vorhandene Infrastruktur eh „nicht vollständig ist“, wie Lutz erklärte, sei kein gravierender Rückbau notwendig. „Wir lassen alles so wie es ist“, bekräftigte denn auch Rathauschef Taffertshofer. 

Lediglich den Zugang zum Wasser will die Gemeinde künftig bequemer gestalten. Der von den Besuchern genutzte Uferbereich soll von größeren Steinen geräumt werden. Details müssen aber noch im Gremium diskutiert werden. Was für heuer kein Problem sei, wie der Bürgermeister sagte: „Die Saison ist eh gelaufen.“

Badefreunde müssen Änderungen am Schwaigsee hinnehmen

Auf eines werden die Badefreunde am Schwaigsee jedoch künftig verzichten müssen: Das hölzerne Schwimm- floß wurde bereits aus dem Wasser geholt. Verschwinden müssen noch die Schwimmerbojen. Der Kiosk dagegen bleibt.

Die Badestellen-Lösung strebt die VG gleich bei zwei weiteren Gewässern in ihrem Bereich an: für den Bismarkweiher in Steingaden und den Kaltenbrunner See. „Da werden wir es auch so machen“, verkündete Geschäftsstellenleiter Lutz den Wildsteiger Gemeinderäten.

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