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Projekt „Henne“ von Erfolg gekrönt

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Begeistert von dem Experiment: Leonhard (r.) mit seiner Henne „Flocke“ sowie (v.r.) Sophia, Benedikt, Mia und Vreni mit je einem Küken. Dahinter (v.l.) Leo, Max und Anna-Lena. Totes Küken macht Kinder traurig
Begeistert von dem Experiment: Leonhard (r.) mit seiner Henne „Flocke“ sowie (v.r.) Sophia, Benedikt, Mia und Vreni mit je einem Küken. Dahinter (v.l.) Leo, Max und Anna-Lena. Totes Küken macht Kinder traurig © Hans-Helmut Herold

Es ist eine interessante Frage, die von Kindern immer wieder gestellt wird: Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei? Auf alle Fälle haben die Mädchen und Buben des Wildsteiger Kindergartens beim Projekt „Henne“ viele tolle Erfahrungen um Ei und Henne machen können. Sogar Küken sind geschlüpft.

Wildsteig – Die von Kinderhand gezeichnete Henne fällt dem Besucher des Kindergartens sofort ins Auge. Bunt ausgemalt und mit vielen Fragen versehen hängt das Bild an der Tafel eines Zimmers. Daneben auf einem Tisch steht ein großer Käfig, an dem immer wieder Kinder zu beobachten sind, die durch die Gitterstäbchen blicken. „Da bewegt sich doch etwas“, ist der erste Gedanke, der einem als Besucher durch den Kopf schießt. Richtig beobachtet, vier kleine junge Küken sind damit beschäftigt, Körner zu picken.

Erst einmal ausführlich über das Leben der Hennen informiert

Susanne Dürr, eine Kindergartenmama, hatte die Idee, mit den Kindern ein ganz besonderes Experiment im Kindergarten zu wagen. Sie hatte mitbekommen, dass in den beiden Gruppen vor Ostern alles rund um die Henne besprochen wurde. Natürlich mit vielen anschaulichen Bildtafeln. „Die Kinder waren von diesem Projekt ,Henne’ von Anfang an Feuer und Flamme“, erzählt die Leiterin des Kindergartens Monika Rehm. Also schlägt ihr Susanne Dürr vor, bei Bauern befruchtete Eier zu sammeln und diese mittels Brutapparat „zum Leben zu erwecken“. Eine Idee, die von allen begeistert aufgenommen wird. „Zuerst haben wir miteinander zwei Familien in Wildsteig besucht, die Hühner halten“, erzählt Monika Rehm die Vorgehensweise. Dann wurden Wissensbücher über Hühner gelesen, das Ganze mit einem Hühner-Fingerspiel unterstützt. Dabei wurden auch unterschiedliche Größen von Eiern wie Wachtel-, Gänse- oder Straußeneier gegeneinander verglichen.

Die Begeisterung der Kinder steigert sich von Tag zu Tag. Natürlich wird auch die Entwicklung vom Ei zum Küken erörtert. Alles über Aussehen einer Henne, was so ein Tier frisst, wie viele Eier die Henne legt und vor allem, wie lange eine Henne brütet, wird mit den Kindern besprochen.

Kinder voll eingebunden, die Hennen zu versorgen

Das Projekt „Henne“ geht in die praktische Phase. Drei stattliche Hennen grasen zirka zwei Wochen im Garten des Kindergartens. Die Kinder werden natürlich voll mit eingebunden. In der Früh werden die Tiere aus dem Stall gelassen, sie werden gefüttert und, was die Spannung erhöht, es dürfen die Eier eingesammelt werden. Diese werden dann direkt in der Küche vor Ort verarbeitet. „Entweder hat es Rühreier oder hart gekochte Eier gegeben“, erzählt Monika Rehm. In der Woche vor Ostern dann der große Moment für alle. Susanne Dürr schleppt den Brutapparat an. 40 befruchtete Eier, die im Vorfeld von verschiedenen Bauern besorgt wurden, werden von den Kindern ganz behutsam eingelegt. Die kleine Sensation für alle: Nach 21 Tagen, die für die Kinder nicht schnell genug vergehen konnten, sind vier gesunde Küken geschlüpft.

Kinder macht totes Küken traurig

Die Mädchen und Buben sind aus dem Häuschen. Täglich stehen sie am Morgen vor dem Käfig, um Veränderungen im Wachstum zu beobachten. Als die Kinder feststellen müssen, dass an einem Morgen im Käfig ein totes Küken liegt, ist die Trauer groß. Auch dieses Thema wird natürlich behandelt, man spricht darüber. „Alle Kinder haben mit gelitten, aber die Freude, dass die vier gesunden Küken täglich ein bisschen größer wurden, war mehr als ein Trostpflaster“, so die Leiterin Rehm.

Trotz aller Begeisterung werden alle 43 Kinder irgendwann von ihren Küken Abschied nehmen müssen. Wie von Monika Rehm zu erfahren ist, werden die Küken in einigen Tagen zu den Bauern zurückgebracht, von denen die Eier gekommen sind. Trotz des Abschieds wird eines ganz sicher sein, dass das Projekt „Henne“ des gesamten Kindergarten-Teams den Kindern immer in guter Erinnerung bleiben wird. Auch in späteren Jahren, wenn von ihnen ein Frühstücksei geköpft wird.

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