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Abendstimmung am Schwaigsee: Die Liegewiese (links) und der Kiosk liegen auf Rottenbucher Flur, ebenso die Morgenbacher Straße (rechts). 

Wildsteig beschließt Satzung

Haftung geklärt: Im Schwaigsee darf auch künftig gebadet werden

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Jetzt ist es offiziell: Der Schwaigsee ist eine Badestelle geworden. Der Wildsteiger Gemeinderat beschloss die Satzung – inklusive eines Hundeverbots. Doch so einfach ist es mit der Regelung nicht.

Wildsteig – Das beliebte Erholungsgebiet am Schwaigsee kann weiterhin öffentlich genutzt werden. Der Wildsteiger Gemeinderat beschloss eine Satzung für den Betrieb als einfache Badestelle – so wird eine drohende Schließung aus Haftungsgründen doch noch abgewendet.

Wie berichtet, hatten sich die Kommune und die VG Steingaden zu diesem Schritt entschlossen. Hintergrund war das bundesweite juristische Hickhack um Badeanlagen an gemeindeeigenen Gewässern und die Haftung bei Unfällen gewesen. So manche Kommune baute nach einem Gerichtsurteil vorsorglich ihre Sprungtürme, Badeinseln und Rutschen ab, weil sie keine dauerhafte Aufsicht gewährleisten konnte. Vorteil: Mit der Abstufung zu einer Badestelle, an der auch geangelt und gefischt wird, bleibt dem Schwaigsee der hölzerne Steg erhalten.

Der Beschluss fiel im Rat einstimmig. „Somit heben wir das Haftungsproblem laut der Verwaltung auf“, zeigte sich Bürgermeister Josef Taffertshofer zufrieden. Die neue Satzung löst die bisherige rechtlichen Regelung aus dem Jahr 2015 ab und tritt am 1. Oktober in Kraft. Neben allgemeinen Verhaltensregeln für die Besucher – von der Vermeidung von Abfällen, dem Verbot von Lagerfeuern und Tauchgängen bis zum Unterlassen von „unnötigem Lärm“ – regelt Paragraf  5 „Haftung“ vor allem eines: „Die Benutzung des Erholungsgebietes erfolgt auf eigene Gefahr.“

Die Wildsteiger ziehen zudem eine klare Linie: „Tiere aller Art, insbesondere Hunde“ dürfen das ganze Jahr über nicht mitgebracht werden. Diese dürfen nicht in den See und sie dürfen nicht gebadet werden. Eigentlich sollte das Verbot nur für die Zeit von 1. April bis 30. September gelten – doch der Rat erweiterte die Vorgabe. Dafür hatte sich dritter Bürgermeister Richard Schuster stark gemacht: „Dann gibt es keine Probleme“, sagt er mit Blick auf die Fischer und die sensible Natur im Schutzgebiet.

Rottenbucher Nachbarn haben bei der Liegewiese ein Wort mitzureden

„Das gilt für den gesamten See“, macht Rathauschef Taffertshofer deutlich, dass es keine Ausnahmen gibt. Denn die Regelung soll nicht nur für das Gewässer, sondern auch für den Bereich der Liegewiese gelten. Darauf verständigten sich die Gemeinderäte, allerdings gibt es ein Problem: Der Schwaigsee befindet sich zwar samt Uferbereich im Wildsteiger Besitz, just die Flächen der Liegewiese und des verpachteten Kiosks liegen jedoch auf Rottenbucher Flur – und sind nicht Bestandteil der Satzung. Aus diesem Grund will sich Wildsteigs Bürgermeister Taffertshofer mit seinem Amtskollegen Markus Bader in Verbindung setzen. Ziel: Die Rottenbucher müssen eine eigene Satzung für den Liegebereich erlassen – inklusive Tierverbot.

Im Oktober verändert der See sein Gesicht gravierend: Das Wasser wird abgelassen. Grund sind die Peitinger Fischer: Ihr Pachtvertrag wurde von der Gemeinde nicht mehr verlängert und den Wildsteiger Fischern zugesprochen, jetzt müssen die Fischfreunde ihren wertvollen Bestand herausholen. Dann wird der See jedoch wegen der Krebse und Kleintiere auf einen Meter angestaut, wie Rathauschef Taffertshofer in der Sitzung mitteilte. Im Frühjahr soll der Schwaigsee dann wieder komplett eingelassen werden.

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