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Überschaubar war die Zuhörerzahl in der Bürgerversammlung, bei der Rathauschef Josef Taffertshofer (r.) berichtete.

Bürgerversammlung

Viel investiert: Wildsteig muss heuer sparsam sein

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Die Gemeinde Wildsteig steht solide da. Trotzdem ist heuer Sparsamkeit angesagt. Nach vielen Investitionen braucht es ein bisserl Ruhe. Das ist die Bilanz der Bürgerversammlung.

Wildsteig– Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Wildsteig vor allem eines getan: kräftig investiert. Breitband und Dorferneuerung waren zwei dicke Brocken, die gestemmt werden mussten. „Wir haben richtig Geld in die Hand genommen“, lautete denn auch das Fazit von Rathauschef Josef Taffertshofer bei der Bürgerversammlung. Das Geld dafür war allerdings vorhanden, denn auch die kleine Kommune profitiert vom großen Konjunkturboom. „Unsere Steuereinnahmen sind gut“, bilanzierte das Dorfoberhaupt zufrieden vor knapp 40 Zuhörern in der Gemeindehalle.

Die Anteile an der Einkommens- und Gewerbesteuer flossen reichlich (siehe Kasten). Letztere hat sich mittlerweile auf ungeahnte Höhen eingependelt. Stolze 164 000 Euro kamen herein. Kein Vergleich mehr zu den „sagenhaften“ 17 000 Euro im Jahr 2009, wie Taffertshofer ironisch anmerkte. Er nutzte die Gelegenheit, um das Engagement der Gewerbetreibenden zu würdigen. Gerade im Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in Wildsteig. „Die sind schon eine Schwachstelle“, sagte Taffertshofer mit Blick auf die hohe Zahl an täglichen Auspendlern.

Kreisumlage steigt stetig

Allerdings sind auch die regelmäßigen Abgaben nicht unerheblich. Allein die Kreisumlage fraß im vergangenen Jahr gleich mal wieder 594 000 Euro auf. Taffertshofer, selbst Kreisrat, beklagte eine „ständige Aufwärtsentwicklung“ bei der Umlage, die zu der wichtigen Einnahmenquelle des Landkreises gehört. „Das ist schon eine harte Nuss“, gab er ob der zusätzlichen Belastung zu bedenken.

Eine derart hohe Abgabe tut weh, wenn man wie Wildsteig im vergangenen Jahr im Rahmen der Dorferneuerung sein Ortsbild aufgehübscht hat. Allein 914 000 Euro waren für das neue Dorfzentrum rund um den Maibaum samt umgestaltetem Kriegerdenkmal fällig, trotz 50-Prozent-Zuschuss blieben bei der Kommunen fast 458 000 Euro hängen. Ohne Zuschüsse mussten die 364 000 Euro für die Sanierung des Friedhofs auf den Tisch geblättert werden. Für den Bürgermeister jedoch gut angelegtes Geld: „Der kann sich sehen lassen.“ Macht für beide Projekte zusammen stolze 1,16 Millionen Euro, die aus der Gemeindekasse bezahlt werden mussten. Die Schlussrechnung steht laut Taffertshofer allerdings noch aus.

Schulden klettern auf 1,85 Millionen Euro

Die Folgen der aktiven Ausgabenpolitik sind zu spüren. „Wenn man fleißig investiert, gibt es auch Schulden, betonte der Bürgermeister. Diese kletterten auf 1,85 Millionen Euro. Allerdings sehe es nicht so schlecht aus, relativierte Taffertshofer: Weil unter anderem Fördermittel von 335 000 Euro für den Breitbandausbau ausstehen und die Rücklagen 183 000 Euro betragen, läge das Minus bereinigt bei 1,33 Millionen Euro. Mache eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1025 Euro. Dennoch muss die Gemeinde heuer auf die Bremse treten, machte Taffertshofer deutlich. „Wir wollen unsere Kasse konsolidieren.“

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