Wildsteig

Froh über Nachtbus-Alternative

Wildsteig - Erleichterung und Zufriedenheit im Wildsteiger Rathaus: Dass der Landkreis mangels Passagieren nach 13 Jahren seinen Nachtbus abschafft (wir berichteten), ist zwar keine gute Nachricht, aber Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer ist froh über die alternative Taxi-Regelung für junge Nachtschwärmer.

Gerade Taffertshofer hatte sich in der vergangenen Zeit immer wieder für eine bessere Anbindung des Dorfes und seiner ebenso ländlichen Nachbarkommunen an den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) stark gemacht. Der Gemeinderat hatte vor drei Jahren auch einen Antrag von Eltern unterstützt. Der Landkreis möge seine damaligen zwei Nachtbuslinien um eine weitere, westliche Anbindung ergänzen, hatten diese geschrieben. Das Anliegen fiel auf fruchtbaren Boden. Am 5. Oktober 2012 schien alles in Ordnung zu sein: Die neue Linie startete tatsächlich, von Schongau ging es über die Dörfer zurück in die Lechstadt. Auch Wildsteig wurde angefahren. Doch ein Jahr später stoppte der Landkreis die neue Route, die Fahrgastzahlen waren einfach zu niedrig. „Der Nachtbus war wirtschaftlich nicht zu betreiben“, sagt heute Taffertshofer, der als Kreisrat im ÖPNV-Beirat sitzt Mangels Masse zog der Kreis jetzt auch die Handbremse für die übriggebliebenen zwei Routen „Mitte“ und „Ost“. Vielleicht sei das Angebot nicht flexibel genug gewesen, mutmaßte kürzlich Helmut Stork, zuständiger Sachgebietsleiter in der Kreisbehörde.

Immerhin: ÖPNV-Beirat und Kreisausschuss legten als Alternative zum 1. Oktober ein neues Förderkonzept auf. Junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren bekommen fünf Euro Zuschuss für Fahrten am Wochenende mit dem Taxi oder Mietwagen. Laut Taffertshofer rechnen die Unternehmen mit dem Landratsamt ab. „Die Fahrer müssen Buch führen.“

Neue Freiheit für Taxler:

Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer freut sich vor allem über eine zusätzliche Neuerung in der Taxiordnung. Diese trat zum 1. August in Kraft: Den Unternehmen ist es ab sofort gestattet, sich landkreisweit bei großen Veranstaltungen, die von mehr als 200 Personen besucht werden beziehungsweise für diese Zahl angemeldet und genehmigt worden waren, vor den Lokalitäten mit ihren Fahrzeugen bereitzustellen. Und zwar dank Ausnahmeregelung auf der Fahrbahn und dem Seitenstreifen sowie in Parkbuchten, wie Manfred Plonner von der Abteilung „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ im Landratsamt erklärt. Einzige Einschränkung: Es darf kein absolutes Halteverbot herrschen oder es sonst zu keinen Behinderungen kommen. Die Kreisbehörde legt den Veranstaltern nahe, den Taxifahrern einen geeignete

n Standort auszuweisen. Das ist auch ein Entgegenkommen an die Taxler, denn für sie galt bislang eine klare Grenze: Das Warten auf Fahrgäste war lediglich auf extra markierten Stellplätzen oder wenigstens im Ort des Betriebssitzes erlaubt. Für Plonner hat die Änderung zudem Vorteile für die Kunden: „Die Anfahrtskosten fallen so weg.“ Und im Wildsteiger Rathaus lobt der Bürgermeister den „Service für die Bürgerschaft“, der damit deutlich verbessert würde. Taffetshofer weiß: „In abgelegenen Orten ist es immer ein Problem, dass man ein Taxi herbekommt.“

ab

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare