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Die Wildsteiger Feuerwehrler mit dem gestohlenen Maibaum aus Rottenbuch. Da war de Freude groß. Die Rückgabe erfolgt am Samstag. 

in rottenbuch erfolgreich

Wildsteiger Feuerwehrler als Maibaumdiebe 

Damit haben die Rottenbucher Trachtler nicht gerechnet: Am helllichten Tag ist gestern Vormittag aus einem Bauernhof am Schmauzenberg ihr Maibaum gestohlen worden.

Rottenbuch/Wildsteig – Es waren die Feuerwehrler aus Wildsteig, denen dieses Husarenstück gelang. Und man hat sich schnell geeinigt: Am morgigen Samstagnachmittag soll der Baum ausgelöst werden – mit einem Fass Bier und einer Brotzeit für die Maibaumdiebe.

Der Plan für den Diebstahl wurde am Montagabend bei einer Feuerwehrübung in Wildsteig gefasst. „ Wir haben gewusst, dass der neue Maibaum beim Lindauer Martin im Stall lagert“, erzählte Josef Taffertshofer junior. Er hat elf Mann zusammengetrommelt. Am Donnerstag kurz nach 9 Uhr rückten die Feuerwehrler mit Traktor und Baumwagen an. Beim „Mangeler“ (Hausname beim Lindauer) hat niemand etwas gemerkt. Das Schloss zum abgesperrten Stall wurde kurzerhand aufgeschraubt, dann wurde der 32 Meter lange und knapp drei Tonnen schwere Baum umgehoben und mit einer Seilwinde aus dem Stall gezogen. Wachen waren keine vorhanden. Als der Nachbar Alfred Speer die Feuerwehrler mit dem Baum davonfahren sah, nahm er mit seinem Bulldog sofort die Verfolgung auf, konnte die Diebe aber erst im Weiler Boschach einholen. Zu spät, denn Boschach befindet sich auf Steingadener Flur, also außerhalb der Rottenbucher Gemeindegrenzen.

Die Illachtaler Trachtler aus Rottenbuch mit ihrem Vorsitzenden Tobias Erhard sahen schnell ein, dass da nichts mehr zu machen ist. Sie zeigten sich verhandlungsbereit und akzeptierten auch die geforderte Auslöse.

Auf Feldwegen wurde der gestohlene Maibaum über den Ilchberg nach Wildsteig geschafft und an einen sicheren Ort transportiert. Auf dem Weg dorthin kamen die Maibaumdiebe beim „Knödlbräu“ vorbei. Dort erhielten sie zur Stärkung noch ein Schnapserl.

Der Rottenbucher Maibaum, der seit Samstag beim „Mangeler“ am Schmauzenberg eingelagert war, ist nicht rund um die Uhr bewacht worden. „Wir können doch nicht 24 Stunden dort naufsitzen“, verteidigte Tobias Erhard seine Trachtler. Die ärgern sich keineswegs , „denn Maibaumdiebstahl gehört zur Tradition“, fügt Tobias Erhard hinzu.

Michael Gretschmann

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