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Auch die „Unhoch-Musik“ aus Wildsteig musizierte in der Gemeindehalle.

Pfingstsingen in Wildsteig

Drei Stunden lang ein Genuss

Unverfälschte Volksmusik gab es in Wildsteig beim Pfingstsingen zu hören. Drei Stunden lang sangen, jodelten und musizierten sieben Gesangs- und Musikgruppen. 380 Besucher in der Gemeindehalle waren begeistert.

Wildsteig –„Eine Gabe des heiligen Geistes heißt Seligkeit, was Gott gefällt“: So sagte es der Wildsteiger Professor Hans Pörnbacher. Er sei sich ganz sicher, dass sich Gott über dieses Konzert sehr gefreut hat. Pfarrer Josef Fegg freut sich an Pfingsten immer wieder über das Sprachwunder bei dem sich die Menschen aller Nationen verstanden haben „Heute ist es die Musik, die man überall versteht und die ins Herz geht.“ Und Max Bertl, Landesvorsitzender des Trachtenverbandes Bayern und Wildsteiger, freute sich darüber, dass so viele Menschen diese Art von Volksmusik und Gesang noch so schätzen.

Maria Taffertshofer (23) gab ihr Debüt als Moderatorin. „Pfingsten und Volksmusik passen zusammen, an Pfingsten hat der heilige Geist die frohe Botschaft des Glaubens verkündet“, sagte sie. Eine angenehme Moderatorin, die sich bei ihren Ansagen auf Musikgruppen und deren Stücke beschränkte.

Für die Besucher in der Wildsteiger Gemeindehalle ist es immer wieder ein beeindruckendes Bild. Die Bühne wurde, wie die Jahre zuvor auch, hergerichtet von Mitgliedern des heimischen Trachtenvereins Alpengruß mit seinem Vorsitzenden Josef Berchtold. Das mächtige Bühnenbild im Hintergrund bot einen Blick in die Ammergauer Alpen, darunter aufgereiht die sieben Gesangs- und Musikgruppen mit ihren Instrumenten: Zither, Harfen, Ziehharmonikas und Gitarren, Trompeten, Posaunen und Tuba, davor drei Blumenkästen mit roten Geranien.

Das Programm haben die beiden Musikwarte des Trachtenvereins, Toni und Viktoria Unhoch, zusammengestellt. Es war ein musikalischer Querschnitt mit einer Vielfalt von Dialekten vom Chiemgau über das Loisachtal bis hinüber zum Oberallgäuer Bolsterlang. „Das zeugt davon, dass originale Volksmusik sich auch in der heutigen Zeit großer Beliebtheit erfreut“, so Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer. Ein Kompliment des Bürgermeisters galt auch den beiden Musikwarten, die mit ihrer Auswahl den Geschmack des Publikums getroffen haben. 380 Besucher hatten sich in der voll besetzten Gemeindehalle eingefunden. Für Wildsteig ist dieses Konzert immer wieder eine Werbung, war Taffertshofer da ganz sicher. Der Rathauschef sang selbst übrigens mit seinen drei Schwestern bei den „Geschwistern Taffertshofer“ mit. Später bildete er zusammen mit seiner Ehefrau Karin das „Duo Taffertshofer.“

Das Pfingstsingen hat Tradition in Wildsteig. Mit einem Hackbrett hatte vor gut einem halben Jahrhundert alles angefangen. Bei einem Heimatabend wurde das Instrument gesegnet. Genau genommen war dies die Geburtsstunde der alljährlichen Veranstaltung, immer bestens organisiert vom Trachtenverein. Sieben Musikgruppen waren heuer dabei. Aus dem gastgebenden Dorf kamen die „Unhoch-Musik“ und das „Wildlacher Harfenduo.“ Von außerhalb beteiligten sich die „Nebeloch-Buam“ aus Riedering, der „Jodlerchor Bolsterlang“ und die „Stichaner Madln“ aus Bad Kohlgrub sowie die „Querland-Geigenmusik“ und die „Eschenloher Sänger.“ 35 Instrumental- und Gesangsstücke wurden den Zuhörern in der dreistündigen Veranstaltung geboten. Mit begeisterndem Applaus bedankten sich die Besucher nach jeden einzelnen Stück.

Walter Kindlmann

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