Wildsteiger Haushalt endlich genehmigt

Wildsteig - Geschafft: Wildsteig hat seinen Haushalt für heuer. Der Gemeinderat segnete das Finanzpaket einstimmig ab.

Die Nachbesserungen legte VG-Kämmerer Siegfried Bernert auch vor. Die Kosten für den defizitären Kindergarten wurden neu berechnet und fallen jetzt um 40 000 Euro günstiger aus. „Da war ein Übertragungsfehler drin“, begründet Taffertshofer auf Nachfrage das Verwirrspiel. Auch beim Gemeinde-Anteil an der Einkommenssteuer war Luft nach oben. „Der hat sich deutlich verbessert“, freut sich der Rathauschef - in der ersten Auflage waren 254 000 Euro angesetzt, jetzt sind es immerhin 320 000 Euro.

Der Rathauschef hatte im Mai befürchtet, dass der Haushalt vom Landratsamt nicht genehmigt wird. Weil nämlich im Ansatz die vorgeschriebene Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt deutlich verfehlt wurde - gerade mal 11 800 Euro waren vorgesehen, aber wenigstens 66 600 Euro nötig. Nun sollen knapp 199 000 Euro in den Bereich für Investitionen fließen. Das würde reichen, um die ordentliche Tilgung der Kredite zu decken. Was der Bürgermeister bestätigt: „Die Mindestzuführung kann ohne Weiteres erreicht werden.“ Dem schließt sich vorsichtig optimistisch der VG-Kämmerer in seinem Vorbericht an - wenn sich der Haushalt positiv entwickle. Sprich, bei den Einnahmen der „sehr vorsichtige“ Ansatz überschritten werde.

Taffertshofer ist insgesamt zufrieden. „Wir können mit dem Haushalt leben“, sagt er. Aber die Kommune ist weiterhin nicht auf Rosen gebettet, dafür ist die Steuerkraft zu gering. VG-Kämmerer Bernert warnte in seinem Vorbericht wie schon in den Vorjahren, dass Wildsteig „nur in der Lage ist, Pflichtaufgaben zu erfüllen“. Und bei allem Übel soll der Schuldenberg auf knapp über eine Million Euro ansteigen. Mitschuld sind die Großprojekte in 2011 wie die Sanierung der Gemeindehalle und die Erschließung des neuen Baugebiets „Am Unterfeld“, für das allerdings nun Grundstücke verkauft und Familien sowie Betriebe angelockt werden. Große Sprünge sind da nicht möglich. Gut, dass für heuer keine allzu fetten Projekte anstehen, mag man sich im Rathaus denken.

Laut Taffertshofer stehen als Brocken die 150 000 Euro für den Straßenunterhalt und die 30 000 Euro für die Dorferneuerung auf dem Plan. Sparen heißt da die Devise. „Wir müssen unser Wirtschaften auf solider Basis weiterführen“, betont der Rathauschef.

Allerdings warnt VG-Kämmerer Bernert davor, dass im nächsten Jahr eine Schieflage bei den Finanzen droht. Nach seinen Berechnungen sei die Gemeinde 2013 „nicht in der Lage“, die Mindestzuführung im Verwaltungshaushalt zu erwirtschaften. Rund 153 000 Euro sind nötig, aber nur 131 000 kommen zusammen. Grund: Die Kommune hat Darlehen mit kurzer Laufzeit und für die fallen hohe Tilgungsraten an. Es droht ein Griff in die Rücklagen, doch die wären dann auf 277 000 Euro zusammengeschrumpft.

Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Wildsteig, seit Jahren auf die hinteren Plätze in der bayerischen Steuerkraft-Hitparade der Kommunen abonniert, kämpft sich zurück - von nur 313,47 Euro je Einwohner im Vorjahr auf nun immerhin 322,26 Euro.

ab

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